Aktive Ausnutzung von Microsoft Defender-Schwachstellen: Rechteausweitung und DoS im Visier
Microsoft hat bestätigt, dass zwei Schwachstellen in Microsoft Defender aktiv ausgenutzt werden. Diese Lücken umfassen eine Schwachstelle zur Rechteausweitung (CVE-2026-41091) und einen Denial-of-Service-Fehler (CVE-2026-45498), die beide in aktuellen Updates behoben wurden.

**Microsoft** hat die aktive Ausnutzung einer Schwachstelle zur Rechteausweitung und eines Denial-of-Service-Fehlers in **Defender** offengelegt.
### Rechteausweitung: CVE-2026-41091
Die Schwachstelle zur Rechteausweitung, verfolgt als **CVE-2026-41091**, hat einen CVSS-Score von 7,8. Eine erfolgreiche Ausnutzung könnte es einem Angreifer ermöglichen, SYSTEM-Privilegien zu erlangen.
"Unsachgemäße Link-Auflösung vor dem Dateizugriff ('Link-Verfolgung') in **Microsoft Defender** ermöglicht es einem autorisierten Angreifer, lokal die Rechte auszuweiten", erklärte **Microsoft** in seinem Advisory.
### Denial-of-Service: CVE-2026-45498
Die zweite aktiv ausgenutzte Schwachstelle ist **CVE-2026-45498** (CVSS-Score: 4,0), ein Denial-of-Service-Fehler, der **Defender** betrifft. Beide Schwachstellen wurden in den **Microsoft Defender** Antimalware Platform-Versionen 1.1.26040.8 bzw. 4.18.26040.7 gepatcht.
### Überschneidung mit zuvor offengelegten Zero-Days
Obwohl nicht offiziell von **Microsoft** bestätigt, stimmen die Beschreibungen von **CVE-2026-41091** und **CVE-2026-45498** mit **RedSun** und **UnDefend** überein, zwei **Defender** Zero-Days, die zuvor von Chaotic Eclipse (auch bekannt als Nightmare-Eclipse) offengelegt wurden. **Huntress** hat ebenfalls die Ausnutzung dieser Schwachstellen beobachtet, zusammen mit **BlueHammer** (CVE-2026-33825).
### Remote Code Execution: CVE-2026-45584
Version 1.1.26040.8 behebt auch **CVE-2026-45584** (CVSS-Score: 8,1), eine Heap-basierte Pufferüberlauf-Schwachstelle in **Defender**. Ein unautorisierter Angreifer könnte dies ausnutzen, um Remote Code Execution zu erreichen, obwohl es derzeit keine Beweise für eine Ausnutzung in freier Wildbahn gibt.
### Minderung und Updates
**Microsoft** hat erklärt, dass Systeme mit deaktiviertem **Microsoft Defender** nicht anfällig sind. Der Update-Prozess erfolgt automatisch und gewährleistet optimalen Schutz durch aktualisierte Malware-Definitionen und die **Microsoft** Malware Protection Engine.
**Microsoft** dankte fünf Parteien für die Entdeckung und Meldung von **CVE-2026-41091**: Sibusiso, Diffract, Andrew C. Dorman (auch bekannt als ACD421), Damir Moldovanov und ein anonymer Forscher.
### Überprüfung der Update-Installation
Um sicherzustellen, dass die neueste Version der **Microsoft** Malware Protection Platform und der Definitions-Updates installiert ist, befolgen Sie diese Schritte:
1. Öffnen Sie das Programm **Windows-Sicherheit**.
2. Wählen Sie im Navigationsbereich **Viren- & Bedrohungsschutz** aus.
3. Klicken Sie im Abschnitt Viren- & Bedrohungsschutz auf **Schutzupdates**.
4. Wählen Sie **Nach Updates suchen**.
5. Wählen Sie im Navigationsbereich **Einstellungen** und dann **Info** aus.
6. Überprüfen Sie die Nummer **Antimalware-Clientversion**.
### CISA fügt Schwachstellen zum KEV-Katalog hinzu
Die U.S. **Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA)** hat sowohl **CVE-2026-41091** als auch **CVE-2026-45498** in ihren Katalog der bekannten ausgenutzten Schwachstellen (KEV) aufgenommen. Bundesbehörden der zivilen Exekutive (FCEB) sind verpflichtet, die Korrekturen bis zum 3. Juni 2026 anzuwenden.
### Weitere aktuelle Microsoft-Schwachstellen
Diese **Defender**-Schwachstellen sind die jüngsten in einer Reihe von kürzlich offengelegten Microsoft-Schwachstellen. Letzte Woche warnte **Microsoft** vor einer Cross-Site-Scripting-Schwachstelle (CVE-2026-42897, CVSS-Score: 8,1), die On-Premise-Versionen von **Exchange Server** betrifft und aktiv ausgenutzt wurde.
### Zusätzliche Schwachstellen zum KEV-Katalog hinzugefügt
Am Mittwoch fügte die **CISA** auch die folgenden älteren **Microsoft**-Schwachstellen zum KEV-Katalog hinzu:
* **CVE-2010-0806** - **Microsoft Internet Explorer** Use-after-free-Schwachstelle.
* **CVE-2010-0249** - **Microsoft Internet Explorer** Use-after-free-Schwachstelle.
* **CVE-2009-1537** - **Microsoft DirectX** NULL-Byte-Überschreibungs-Schwachstelle.
* **CVE-2008-4250** - **Microsoft Windows** Server Service Pufferüberlauf-Schwachstelle.
Zusätzlich wurde **CVE-2009-3459**, eine Heap-basierte Pufferüberlauf-Schwachstelle in **Adobe Acrobat** und **Reader**, ebenfalls in den KEV-Katalog aufgenommen.