Amnesty International warnt vor 'Menschenrechtsnotstand' vor der WM 2026
Angesichts der bevorstehenden FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 hebt ein neuer Bericht von **Amnesty International** erhebliche Menschenrechtsrisiken für Teilnehmer, Spieler und lokale Bevölkerung in den Austragungsländern USA, Mexiko und Kanada hervor. Die Organisation warnt, dass das Turnier weit davon entfernt sein könnte, ein 'mittleres Risiko'-Ereignis zu sein, und stattdessen von schweren Einschränkungen der Meinungsfreiheit, rassistischer Profilerstellung und Masseninhaftierungen, insbesondere in den USA, überschattet werden könnte.
# Amnesty International schlägt Alarm wegen Menschenrechtsrisiken bei der WM 2026
**Amnesty International** hat eine deutliche Warnung bezüglich der bevorstehenden **FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026** herausgegeben und die potenzielle Menschenrechtslage als 'Menschenrechtsnotstand' bezeichnet, insbesondere in den Vereinigten Staaten. In einem umfassenden Bericht mit dem Titel "Die Menschheit muss gewinnen: Rechte verteidigen, Repression bekämpfen bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026" legt die Organisation eine Reihe von Risiken dar, die Fans, Spieler, lokale Gemeinschaften und Medienschaffende in den drei Austragungsländern betreffen.
## USA im Fokus wegen Polizeilicher und Einwanderungspraktiken
Da drei Viertel der Spiele des Turniers in den USA stattfinden, konzentriert sich der Bericht auf Bedenken hinsichtlich rassistischer Profilerstellung und Masseninhaftierungen durch Behörden wie die **Immigration and Customs Enforcement (ICE)** und **Customs and Border Protection (CBP)**. Amnesty erklärt, dass die erwartete Freude der sechswöchigen Fussballfeier "von der Realität gewaltsamer Verhaftungen, Masseninhaftierungen" und anderer Missbräuche "überschattet" wird.
Anfang dieses Jahres deutete der damalige amtierende **ICE**-Direktor **Todd Lyons** an, dass **ICE** eine "kritische Komponente" der Sicherheitsoperationen sein würde. Während das volle Ausmaß der Rolle von **ICE** noch unklar ist, bestätigten Beamte des **Department of Homeland Security** im Mai, dass **ICE**-Personal lokalen Polizeibehörden zur Unterstützung der Sicherheit bei der Fussball-Weltmeisterschaft angeboten würde.
## Mexikos Sicherheitseinsatz gibt Anlass zur Sorge für Demonstranten
In Mexiko haben die Bundesbehörden die Entsendung von rund 100.000 Sicherheitskräften, darunter Militärpersonal, als Reaktion auf hohe Gewaltkriminalität angekündigt. Amnesty warnt, dass dieser erhebliche Einsatz die Risiken für Demonstranten erhöht, insbesondere im Hinblick auf eine Bewegung von "suchenden Müttern", die friedliche Proteste in der Nähe des **Banorte Stadiums** (ehemals **Azteca Stadium**) in Mexiko-Stadt planen. Diese Gruppen fordern Transparenz, Gerechtigkeit und Entschädigung für die 133.500 registrierten Verschwundenen des Landes. Es werden auch andere Mobilisierungen im Zusammenhang mit Land, Wasser, Zugang zu Wohnraum und Kritik an Gentrifizierung erwartet.
## Kanada kämpft mit Ängsten vor Verdrängung von Wohnraum
Der Bericht befasst sich auch mit Kanada und äußert die Befürchtung, dass die bestehende Wohnkrise des Landes aufgrund von Aktivitäten im Zusammenhang mit der Fussball-Weltmeisterschaft zur Verdrängung obdachloser Bevölkerungsgruppen in den Austragungsstädten wie Toronto führen könnte.
## Empfehlungen für Austragungsstädte
Bei der Veröffentlichung des Berichts im März stellte **Amnesty International** fest, dass nur vier der 16 Austragungsstädte spezifische Pläne zum Schutz der Menschenrechte während des Turniers veröffentlicht hatten. Die Organisation empfahl den Austragungsstädten dringend, den Einsatz von Militärkräften für zivile Sicherheitsaufgaben zu vermeiden und sicherzustellen, dass Veranstaltungen und Austragungsorte der Fussball-Weltmeisterschaft keine Ziele für Einwanderungsrazzien sind.
*Diese Geschichte erschien ursprünglich auf **WIRED en Español** und wurde aus dem Spanischen übersetzt.*