Armenischer Staatsbürger wegen Beteiligung an RedLine Infostealer-Operation an die USA ausgeliefert
Ein armenischer Verdächtiger, Hambardzum Minasyan, wurde zur Strafverfolgung in die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Ihm wird die Beteiligung an der Verwaltung der **RedLine** Infostealer-Malware vorgeworfen. Minasyan soll beim Management der RedLine-Infrastruktur geholfen und deren Verbreitung an Partner ermöglicht haben.

**Hambardzum Minasyan** wurde am Montag, dem 23. März, verhaftet und erschien am Dienstag vor einem Bundesgericht in Austin. US-Staatsanwälte behaupten, er habe virtuelle private Server registriert, die Teil der RedLine-Infrastruktur waren, sowie zwei Webdomains, die während RedLine-Angriffen genutzt wurden.
### Mutmaßliche Aktivitäten
Minasyan wird außerdem vorgeworfen, im November 2021 ein Kryptowährungskonto registriert zu haben, das die RedLine-Cybercrime-Gang zur Entgegennahme von Partnerzahlungen nutzte. Darüber hinaus soll er Online-Filesharing-Repositories erstellt haben, die zur Verbreitung der Malware an Partner dienten.
"Hambardzum Minasyan soll mit anderen zusammengearbeitet haben, um sich durch die Entwicklung und Verwaltung von RedLine, einer der am weitesten verbreiteten Infostealer-Malware-Varianten der Welt, die zuvor für Angriffe auf große Unternehmen genutzt wurde, zu bereichern", teilte das Justizministerium am Mittwoch mit. "Nach der Ausführung stahl RedLine Daten, einschließlich Zugangsdaten, von den Computern der Opfer."
### Management der digitalen Infrastruktur
Mit Hilfe von Komplizen verwaltete Minasyan die digitale Infrastruktur der Operation, einschließlich administrativer Panels und Command-and-Control (C2)-Server. Diese Ressourcen wurden von Partnern genutzt, um den Infostealer auf kompromittierte Geräte der Opfer zu verteilen.
Die Verschwörer sollen auch tatsächliche und potenzielle RedLine-Partner unterstützt und deren Fragen und Anfragen beantwortet haben. Ihnen wird vorgeworfen, mit dem Ziel, Finanzinformationen von infizierten Systemen zu stehlen, konspiriert und die illegal erlangten Gelder über Kryptowährungsbörsen und andere Methoden gewaschen zu haben.
### Mögliche Strafen
Minasyan sieht sich nun Anklagen gegenüber, darunter Betrug mit Zugangsdaten, Verstoß gegen den Computer Fraud and Abuse Act und Verschwörung zur Geldwäsche. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft.
### Operation Magnus
Im Oktober 2024 beschlagnahmte die niederländische Polizei in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern im Rahmen einer gemeinsamen Aktion namens "Operation Magnus" die Netzwerkinfrastruktur der Redline Malware-as-a-Service (MaaS)-Plattform.
### Frühere Anklagen
Die Vereinigten Staaten haben auch den russischen Staatsbürger **Maxim Alexandrovich Rudometov** angeklagt, den mutmaßlichen Entwickler und Administrator der RedLine-Operation. Ihm drohen bei einer Verurteilung wegen Betrugs mit Zugangsdaten, Verschwörung zur Computereinbruch und Geldwäsche bis zu 35 Jahre Haft.
### Belohnung angeboten
Kürzlich, im Juni 2025, kündigte das US-Außenministerium eine Belohnung von bis zu 10 Millionen US-Dollar für Informationen an, die zur Festnahme von staatlich unterstützten Hackern führen, die mit der RedLine-Operation und ihrem mutmaßlichen Schöpfer in Verbindung stehen.
