BTMOB Android RAT: MaaS-Plattform generiert benutzerdefinierte Phishing-Payloads für Lateinamerika
Ein neuer Android Remote Access Trojan (RAT) namens **BTMOB** wird als Malware-as-a-Service (MaaS)-Plattform angeboten, die es Cyberkriminellen ermöglicht, benutzerdefinierte Phishing-Payloads zu generieren. Der RAT bietet eine breite Palette von Funktionen, darunter Datendiebstahl, Abfangen von Finanztransaktionen und Fernsteuerungsfähigkeiten, und richtet sich hauptsächlich an Nutzer in Brasilien und Lateinamerika.

**BTMOB** wird im Clearweb beworben und bietet einen APK-Builder, der die Anpassung von Payloads vereinfacht, ohne dass Programmierkenntnisse erforderlich sind, so das Cybersicherheitsunternehmen **ESET**.
### Payload-Anpassung
Kunden können spezifische Berechtigungen für die APK auswählen, die bei der Installation angefordert werden sollen. Sie können auch Aktionen definieren, wie z. B. das Deaktivieren von **Google Play**, das Ausblenden des App-Symbols oder das Verhindern des Schlafmodus, was es für Opfer schwierig macht, die Malware zu entfernen.

*BTMOB's Payload-Builder. Quelle: ESET*
### Zielgruppen und Geschichte
**BTMOB** ist hauptsächlich in Brasilien und Lateinamerika aktiv. **ANYRUN** analysierte ihn bereits im Februar 2025, und **Cyble** dokumentierte ihn als fortschrittliche Android-Malware.
Zu dieser Zeit identifizierte **Cyble** innerhalb von zwei Wochen etwa 15 Samples von **BTMOB** 2.5, was auf eine aktive Entwicklung hindeutet.
### Preise und Vertrieb
Laut den Forschern von **ESET** erfolgt der Verkauf über private **Telegram**-Kanäle. Ein monatliches Abonnement kostet 700 US-Dollar, während eine lebenslange Lizenz 5.000 US-Dollar kostet.

*BTMOB Clearweb-Seite. Quelle: ESET*
### Entwicklung und Taktiken
**BTMOB** scheint eine Weiterentwicklung der **SpySolr**-Malware-Familie zu sein und wird über Phishing-Websites vertrieben, die als Streaming-Dienste und Kryptowährungs-Mining-Plattformen getarnt sind.
Potenzielle Opfer werden oft auf gefälschte **Google Play**-Portale umgeleitet, wo sie aufgefordert werden, bösartige Apps herunterzuladen. Kürzlich wurden Kampagnen beobachtet, die eine argentinische Regierungsbehörde als Köder nutzten.

*Bösartige Apps auf gefälschten Google Play-Seiten. Quelle: Merl*
### Ausnutzung von Barrierefreiheitsdiensten
Die Malware-Plattform ermöglicht die Generierung benutzerdefinierter, lokalisierter Phishing-Köder, die auf spezifische Kampagnen zugeschnitten sind. Nach der Installation nutzt sie Android Accessibility Services, um erhöhte Berechtigungen und Systemzugriff ohne weitere Benutzerinteraktion zu erlangen.
### Abhilfemaßnahmen
Während **ESET** die Bedrohung aktiv verfolgt und Erkennungsregeln aktualisiert, kann die schnelle Generierung neuer Payloads einlagige Sicherheitsabwehren überfordern.
Android-Nutzern wird geraten, Apps nur aus dem offiziellen **Google Play Store** zu installieren, **Play Protect** zum Scannen zu verwenden und unnötige, riskante Berechtigungen, insbesondere den Zugriff auf Barrierefreiheitsdienste, sorgfältig zu überprüfen und zu widerrufen.