CBP erwägt Küstenüberwachungsturm in San Clemente und weckt Datenschutzbedenken
Die **Customs and Border Protection (CBP)** sucht die Genehmigung für den Bau eines Überwachungsturms von **Anduril Industries** in San Clemente, Kalifornien, was bei Datenschutzbefürwortern Empörung auslöst. Der vorgeschlagene Turm, Teil des Autonomous Surveillance Tower (AST)-Programms, könnte potenziell die gesamte Küstengemeinde überwachen und wirft ernste Fragen hinsichtlich der Datenspeicherung und des Umfangs der Überwachung auf.
## CBP-Vorschlag für Überwachungsturm löst Datenschutzdebatte in San Clemente aus
Die **Customs and Border Protection (CBP)** sieht sich mit Widerstand gegen ihren Vorschlag konfrontiert, einen Überwachungsturm von **Anduril Industries** in San Clemente, Kalifornien, zu installieren. Der Turm, ein **Sentry**-Modell aus Andurils Autonomous Surveillance Tower (**AST**)-Programm, soll die Küste auf illegale maritime Aktivitäten überwachen. Seine Lage 1,5 Meilen landeinwärts gibt jedoch Anlass zu Bedenken hinsichtlich der potenziellen weit verbreiteten Überwachung der 62.000 Einwohner der Stadt.

### Technologie und Fähigkeiten
Laut CBP-Dokumentation nutzt das **AST**-System fortschrittliche Computer-Vision-Algorithmen, um Objekte von Interesse autonom zu erkennen, zu identifizieren und zu verfolgen. Es kann zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen ohne menschliches Eingreifen unterscheiden und Benachrichtigungen mit Standort und Bildern an Bediener senden. Mit einer potenziellen Reichweite von bis zu neun Meilen könnte die Kamera die gesamte Stadt abdecken und potenziell das benachbarte Dana Point erreichen.
### Datenschutzbedenken und Datenspeicherung
Einwohner und Organisationen wie **Oakland Privacy** äußern starke Opposition gegen den Turm und verweisen auf Bedenken hinsichtlich Datenschutzverletzungen und der Militarisierung der Grenzregion, die sich weiter ins Landesinnere erstreckt. Stadtbeamte haben ebenfalls Bedenken geäußert und eine Beschränkung der Überwachung von Wohngebieten in der Pachtvereinbarung vorgeschlagen. Die CBP lehnte diesen Vorschlag jedoch ab und erklärte, dass sie zwar den Turm so konfigurieren würden, dass er Wohngebiete "vermeidet", aber die Fähigkeit beibehalten würden, Personen in diesen Gebieten während aktiver Schmuggelereignisse zu verfolgen.
Die von den **Anduril**-Türmen gesammelten Daten, einschließlich Bilder, sind ein wichtiger Streitpunkt. Während die CBP zunächst eine Aufbewahrungsfrist von 30 Tagen vorschlug, deuten Dokumente auch darauf hin, dass Daten für das Algorithmentraining auf unbestimmte Zeit aufbewahrt werden. Dies wirft Bedenken auf, dass Steuerzahler die Sammlung ihrer eigenen Daten für kommerzielle Zwecke finanzieren. Die **Electronic Frontier Foundation (EFF)** reichte eine Freedom of Information Act (**FOIA**)-Anfrage beim **National Archives and Records Administration (NARA)** ein, aber NARA gab an, dass keine Aufzeichnungen über diese Diskussionen vorlägen.

Der vorgeschlagene Anduril-Überwachungsturm. Quelle: City of San Clemente
### Präzedenzfall und Expansion
Dies ist nicht das erste Mal, dass die CBP Überwachungstürme entlang der Küste Kaliforniens einsetzt. Türme wurden bereits in Del Mar und San Diego County identifiziert. Die CBP hat auch die Installation von Türmen an anderen Küstenstandorten beantragt. Das **Migrant Rights Network** hat ähnliche **Anduril**-Türme entlang der Südostküste Englands dokumentiert, was auf einen breiteren Trend verstärkter Grenzkontrollen hindeutet.

Anduril Maritime Sentry in San Diego, wo der Grenzzaun auf das Meer trifft.
### Gegenwehr
Die CBP erweitert ihre Überwachungsfähigkeiten erheblich und plant, in den kommenden Jahren potenziell 1.500 weitere Türme zu installieren, obwohl Berichte die Ineffektivität und Verschwendung dieser Systeme hervorheben. Die **EFF** und andere Organisationen wehren sich aktiv gegen diese Expansion und setzen sich für mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht bei den Grenzkontrollpraktiken ein.
<a href="https://www.google.com/maps/d/u/1/edit?mid=1bxUGeOT6vVXu0jFQhDLxgktLFLVOKsI&usp=sharing"><i>Klicken Sie hier</i></a><i>, um die fortlaufende Karte der CBP-Überwachungstürme der EFF anzuzeigen.</i>