Cyberversicherungsabschluss in APAC trotz steigender Ransomware-Bedrohung gering
Trotz einer wachsenden Bedrohungslandschaft und zunehmender Digitalisierung ist die Akzeptanz von Cyberversicherungen in der asiatisch-pazifischen Region (APAC) überraschend gering. Ein neuer Bericht beleuchtet die Herausforderungen und Chancen für Makler bei der Ausweitung des Cyberversicherungsschutzes in diesem kritischen Markt.

Relativ wenige Organisationen in der asiatisch-pazifischen Region (APAC) nutzen Cyberversicherungen, aber dieser Trend könnte sich langsam verschieben. Cyberversicherungen sind immer beliebter geworden, da Ransomware-Angriffe weiterhin eine erhebliche Bedrohung darstellen und finanziellen Schutz vor Verlusten durch Cyberangriffe bieten, einschließlich potenzieller Lösegeldzahlungen.
**UIB**, ein Versicherungsmakler, und **CyberCube**, ein Anbieter von Cyberrisikoanalysen, haben kürzlich einen Bericht mit dem Titel „Unlocking Asia’s Cyber Insurance Opportunity: The Broker’s Role in Growth“ veröffentlicht, der den aktuellen Stand der Cyberversicherung in Asien detailliert beschreibt. Trotz der riesigen Bevölkerung und der zahlreichen Organisationen in der Region bleibt die Marktdurchdringung niedrig, selbst in entwickelten Volkswirtschaften wie Japan, Südkorea, Hongkong und Singapur.
In diesen Volkswirtschaften, so der Bericht, „kaufen größere Unternehmen mit Umsätzen in Milliardenhöhe oft nur bescheidene Cyber-Deckungssummen im Verhältnis zu ihren Risiken.“ Darüber hinaus entscheiden sich in vielen Märkten weniger als 5 % der Kleinunternehmen für eine eigenständige Cyberversicherung. **Aon** berichtete letztes Jahr, dass Cyberversicherungen nur etwa 6 % des adressierbaren Marktes in Asien erreicht hatten.
## Warum die Akzeptanz von Cyberversicherungen in Asien hinterherhinkt
Der Bericht von **UIB** und **CyberCube** identifiziert mehrere Faktoren, die zur langsamen Akzeptanz von Cyberversicherungen in Asien beitragen: unterschiedliche Cybersicherheitslagen, die jüngste schnelle Digitalisierung und ein gleichzeitiger Anstieg der Bedrohungslandschaft.
Da Bedrohungsakteure immer ausgefeilter werden und höhere Lösegelder verlangen, sind die Anforderungen für die Zeichnung von Sicherheitsmaßnahmen strenger geworden. Der Bericht stellt jedoch fest, dass dies nicht durchgängig einheitlich ist.
„In einem weichen Markt, in dem Cyber-(Rück-)Versicherer eine Welt mit steigenden, immer komplexeren Bedrohungen navigieren, stellt die Unterpenetration des APAC-Marktes eine Chance dar. Wachsender Wettbewerb hat Cyber weltweit in das dritte Jahr in Folge mit Zinssenkungen gebracht, da das Versicherungsangebot die Nachfrage weiterhin übersteigt“, heißt es in dem Bericht. „Diese Dynamik gleicht das jüngste Expositionswachstum aufgrund negativer Zinssätze aus und treibt weitere Zugeständnisse bei Prämien, Deckung und Sicherheitskontrollen voran.“
Neben diesem Wachstumspotenzial betonen **UIB** und **CyberCube** die eskalierende Bedrohungslandschaft und zitieren hochkarätige Cybervorfälle, die auf große asiatische Organisationen abzielten. Die Singapur-Niederlassung der **Bank of China** wurde im April 2025 Opfer eines Ransomware-Angriffs. Ebenso erlitt der japanische Bierhersteller **Asahi** im September desselben Jahres einen Angriff durch die **Qilin**-Ransomware-Gruppe, der zu Produktionsstillständen führte.
Die Cyberberatung **S-RM** veröffentlichte im Januar eine Studie, die einen starken Anstieg der Ransomware-Angriffe in Asien feststellte, wobei sich die Zahl der auf Ransomware-Leak-Sites genannten Organisationen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte.
**Qilin** war die aktivste Gruppe, die letztes Jahr Organisationen in Asien ins Visier nahm, obwohl **Cyble** beobachtete, dass The Gentlemen im ersten Quartal 2026 für fast jeden vierten Ransomware-Angriff verantwortlich waren. Der APAC-Bericht von **Cyble** für das erste Quartal 2026 hob auch einen signifikanten Anstieg der Ransomware-Angriffe auf Indien hervor, mit einem Anstieg von 165 % der Vorfälle zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026.
Ähnlich wie in den Regionen Lateinamerika (LATAM) sowie dem Nahen Osten und Afrika (MEA) sind die Sicherheitslagen in Asien zwischen Organisationen und Ländern uneinheitlich, was durch die rasante digitale Expansion weiter erschwert wird. Vietnam beispielsweise hat ein massives digitales Wachstum erfahren und ist zu einem schnell wachsenden Ziel für Ransomware-Angriffe geworden.
Positiv hervorzuheben ist, dass der Bericht von **Aon** eine allgemeine Verbesserung der Cyber-Reife bei APAC-Organisationen feststellte.
**Rich Seiersen**, Chief Risk Technology Officer bei **Qualys**, merkt an, dass jeder sich schnell digitalisierende Markt mit einer expandierenden Angriffsfläche sowohl opportunistische Cyberkriminalität als auch staatlich geförderte Aktivitäten anzieht.
„Wenn Volkswirtschaften stärker vernetzt, Cloud-fähig, mobil-first und operativ von digitalen Systemen abhängig werden, werden sie naturgemäß attraktivere Ziele.“