Das 'Take It Down Act' ist in Kraft: Meldung von nicht einvernehmlichen intimen Bildern
Seit dem 19. Mai sind Technologieplattformen gesetzlich verpflichtet, Mechanismen zur Meldung von nicht einvernehmlichen intimen Bildern (NCII) bereitzustellen. Der **Take It Down Act**, ein US-Gesetz, das von **First Lady Melania Trump** vorangetrieben wurde, zielt darauf ab, die Verbreitung solcher Inhalte online zu bekämpfen. Sind die Plattformen jedoch bereit, dies umzusetzen?
# Das 'Take It Down Act' ist in Kraft: Meldung von nicht einvernehmlichen intimen Bildern
Ab dem 19. Mai müssen Technologieplattformen Möglichkeiten anbieten, um nicht einvernehmliche intime Bilder und Videos (NCII) zu melden, die auf ihren Diensten hochgeladen werden. Dieses Mandat ergibt sich aus dem **Take It Down Act**, einem US-Gesetz, das letztes Jahr mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet wurde.
Der **Take It Down Act** gilt laut Leitlinien der **Federal Trade Commission (FTC)**, der für die Durchsetzung zuständigen Behörde, breit gefächert für verschiedene Online-Dienste, einschließlich Social-Media- und Gaming-Plattformen.
## Erste Reaktionen von Technologieunternehmen
Obwohl viele Unternehmen ihre Unterstützung für die Gesetzgebung bekundeten, erwies sich die Beschaffung konkreter Details zur Einreichung von Takedown-Anfragen als schwierig. Einige stellten Links zu aktualisierten Support-Seiten erst nach wiederholten Anfragen zur Verfügung. Bemerkenswert ist, dass einige Plattformen ihre Formulare auf Websites Dritter hosten, was die Zugänglichkeit potenziell beeinträchtigt.
Ein Sprecher von **T-Mobile** stellte klar, dass das Unternehmen den Act unterstützt, aber nicht die Arten von Online-Plattformen betreibt, auf die der Act zutrifft, und sich auf drahtlose und Breitbanddienste konzentriert (die vom Act ausdrücklich ausgenommen sind).
Mehrere Unternehmen, darunter **X Corp.** (ehemals **Twitter**), **Proton AG** und **Verizon**, reagierten nicht auf Anfragen nach Stellungnahmen. **X Corp.** sah sich Anfang des Jahres Kritik ausgesetzt, nachdem sein KI-Chatbot Grok Tausende von nicht einvernehmlichen Bildern von Frauen generiert und veröffentlicht hatte.
Die Richtlinien der **FTC** betonen die Notwendigkeit für Plattformen, die einfache Einreichung von Entfernungsaanfragen zu ermöglichen.
**Jennifer King**, Fellow am **Stanford University Institute for Human-Centered Artificial Intelligence**, hebt die Bedeutung zugänglicher Meldeverfahren hervor, insbesondere für gefährdete Nutzer wie Teenager.
„Der Meldeteil ist einer der wichtigsten Teile“ des **Take It Down Act**, sagt **Jennifer King**. „Und das ist etwas, das die Unternehmen meiner Meinung nach oft übersehen.“
Sie weist auch darauf hin, dass viele Plattformen die Meldeformulare nicht mit jüngeren Nutzern testen.
## Wie eine Takedown-Anfrage funktioniert
**James Grimmelmann**, Rechtsprofessor an der **Cornell Law School** und **Cornell Tech**, skizziert die grundlegenden Anforderungen für eine Takedown-Anfrage gemäß dem **Take It Down Act**.
Mindestens muss eine Takedown-Anfrage eine Möglichkeit zur Lokalisierung des Inhalts (z. B. einen Link), eine Erklärung, die das Fehlen der Zustimmung bestätigt, eine Unterschrift der abgebildeten Person (oder eines autorisierten Vertreters) und Kontaktinformationen enthalten.
Nach der Einreichung haben Plattformen 48 Stunden Zeit, die Gültigkeit der Anfrage zu prüfen. Wenn sie als gültig erachtet wird, müssen der gemeldete Inhalt und alle identischen Kopien entfernt werden.
Mehrere große Plattformen nutzen **StopNCII**, ein branchenübliches Tool, das von einer britischen Non-Profit-Organisation gepflegt wird und Matching-Algorithmen verwendet, um missbräuchliche Bilder und Videos zu identifizieren. **Reddit**, **TikTok**, **Snap**, **Microsoft Bing** und die Plattformen von **Meta** (**Facebook**, **Instagram** und **Threads**) sind als Teilnehmer aufgeführt.
**Alejandro Cuevas**, Postdoktorand am **Princeton’s Center for Information Technology Policy**, merkt an, dass einige Websites nur eine E-Mail-Adresse für Takedown-Anfragen angeben. In solchen Fällen ist eine gründliche Dokumentation, einschließlich Links zum Inhalt, unerlässlich.
## Plattformspezifische Ansätze
### Meta
**Cindy Southworth**, Leiterin für Frauensicherheit bei **Meta**, erklärt, dass das Unternehmen seit mehreren Monaten konform ist und Hilfeseiten für die Einreichung von Anfragen auf **Facebook**, **Instagram** und **Threads** anbietet.
### Microsoft
**Microsoft** bietet ein „Report a Concern“-Formular für Takedown-Anfragen im Zusammenhang mit Diensten wie **Bing Search** und **OneDrive** an. Nutzer müssen den Dienst identifizieren und „Non-Consensual Intimate Imagery“ als Art der Besorgnis angeben.
**Brad Smith**, stellvertretender Vorsitzender und Präsident von **Microsoft**, erklärt in einer Erklärung, dass „die Unterzeichnung des **Take It Down Act** durch Präsident Trump wesentliche Werkzeuge zur Verhinderung des Missbrauchs von Technologie und zum Schutz von Einzelpersonen vor digitalem Schaden bietet.“
### Google (einschließlich YouTube)
Ein Sprecher von **Google** erklärt, dass das Unternehmen seit 2015 in Richtlinien zur Bekämpfung von NCII investiert. **Google** bietet ein spezielles Formular für Takedown-Anfragen und ein separates Formular für **YouTube**-spezifische Anfragen an.
### Reddit
**Reddit**-Sprecherin **Jen Molina** sagt, dass **Reddit** ein früher Unterstützer des **Take It Down Act** war und dass es „unsere Systeme aktualisiert hat, um die vollständige Einhaltung der spezifischen Anforderungen des Acts zu gewährleisten, sobald diese in Kraft treten“.
Eingeloggte Nutzer können einzelne Beiträge melden, und **Reddit** hat ein Meldeformular und einen Informationsartikel hinzugefügt, um den Prozess zu unterstützen.