DHS fordert Daten eines Kritikers von Google an: Übergriff oder legitime Anfrage?
Das **Department of Homeland Security (DHS)** hat angeblich versucht, die persönlichen Daten eines kanadischen Bürgers von **Google** zu erhalten, nachdem dieser die Trump-Administration online kritisiert hatte. Dieser Schritt wirft Bedenken hinsichtlich des potenziellen Missbrauchs von Zollvorladungen für Zwecke außerhalb ihres beabsichtigten Rahmens auf.
# DHS unter Beschuss wegen der Beschaffung von Daten eines Kritikers über Google
Ein Kanadier verklagt **Markwayne Mullin**, den Sekretär des **DHS**, nachdem die Behörde eine Zollvorladung an **Google** ausgestellt hatte, um seine Standortdaten, Aktivitätsprotokolle und andere identifizierende Informationen zu erhalten. Die Anfrage erfolgte nach der Online-Kritik des Mannes an der Trump-Administration im Zuge der Tötungen von **Renee Good** und **Alex Pretti** durch Bundes-Einwanderungsbeamte.
## Fragwürdige Rechtfertigung
Anwälte des Mannes, der anonym bleibt, sind besonders beunruhigt, da er seit über einem Jahrzehnt nicht mehr in die Vereinigten Staaten eingereist ist. **Michael Perloff**, ein leitender Anwalt bei der American Civil Liberties Union des District of Columbia, argumentiert, dass die Regierung den Standort großer Technologieunternehmen in den USA ausnutzt, um auf Informationen zuzugreifen, die sonst außerhalb ihrer Zuständigkeit lägen.
„Es nutzt diese geografische Tatsache, um Informationen zu erhalten, die sonst völlig außerhalb seiner Zuständigkeit lägen“, sagt er. „Ich meine, wir sprechen hier von den physischen Bewegungen einer Person, die in Kanada lebt.“
## Zollvorladungen unter Beobachtung
Das **DHS** nutzte eine Zollvorladung, die normalerweise für die Untersuchung von importbezogenen Problemen und die Erhebung von Zöllen reserviert ist. Laut **Chris Duncan**, einem ehemaligen stellvertretenden Chefjuristen bei US Customs and Border Protection, sind diese Vorladungen für Angelegenheiten bestimmt, die sich auf „die Richtigkeit einer Einfuhr, die Haftung einer Person für Zölle, Steuern und Gebühren, wissen Sie, die Einhaltung grundlegender Zollgesetze“ beziehen.
Die betreffende Vorladung forderte Aufzeichnungen im Zusammenhang mit „Verlauf von Kontosperrungen oder Verstößen gegen Bedingungen aufgrund drohender oder belästigender Sprache“ an. Das Rechtsteam des Mannes argumentiert, dass seine Beiträge, obwohl leidenschaftlich, keine Drohungen enthielten oder zu Gewalt aufriefen.
## Googles Reaktion
Obwohl die Vorladung eine unbefristete Nichtoffenlegung vorsah, informierte **Google** den Mann am 9. Februar über die Anfrage. Der Mann tat die Benachrichtigung zunächst als Betrug ab, bevor er ihre Echtheit erkannte.
## Breitere Bedenken
Dieser Vorfall ist Teil eines größeren Musters, bei dem das **DHS** Verwaltungszwangsmittel einsetzt, um potenziell Kritiker der Behörde zu entlarven. Die New York Times berichtete im Februar, dass **Google**, **Reddit**, **Discord** und **Meta** in den sechs Monaten zuvor Hunderte solcher Vorladungen erhalten hatten. Im März forderten US-Kongressabgeordnete Daten von Technologieunternehmen zu diesen Anfragen an, aber es bleibt unklar, ob sie eine Antwort erhielten.
Die **Electronic Frontier Foundation (EFF)** hat ebenfalls das **DHS** und die Immigration and Customs Enforcement verklagt, um Aufzeichnungen über die Ausstellung dieser Vorladungen zu erhalten.
## Geschichte der Kontroversen
**WIRED** berichtete zuvor, dass zwischen 2016 und Mitte August 2022 über 170.000 Zollvorladungen ausgestellt wurden, wobei große Technologieunternehmen und Telekommunikationsunternehmen die häufigsten Empfänger waren. Im Jahr 2017 verklagte **Twitter** (jetzt **X**) das **DHS** wegen einer ähnlichen Vorladung, die später zurückgezogen wurde.