EFF fordert Untersuchung von Googles 'gleichzeitiger Benachrichtigung': Hat der Tech-Gigant sein Versprechen gebrochen?
Die **Electronic Frontier Foundation (EFF)** hat Beschwerden bei den Generalstaatsanwälten von Kalifornien und New York eingereicht und fordert Untersuchungen zu **Googles** Praktiken bei der Offenlegung von Daten. Die EFF behauptet, Google habe sein Versprechen gebrochen, Nutzer vor der Weitergabe ihrer Informationen an Strafverfolgungsbehörden zu benachrichtigen – eine Praxis, die sie als 'gleichzeitige Benachrichtigung' bezeichnen.
Die **Electronic Frontier Foundation (EFF)** hat Beschwerden bei den Generalstaatsanwälten von Kalifornien und New York eingereicht und fordert Untersuchungen zu **Googles** Praktiken bei der Offenlegung von Daten. Die EFF behauptet, Google habe sein Versprechen gebrochen, Nutzer vor der Weitergabe ihrer Informationen an Strafverfolgungsbehörden zu benachrichtigen – eine Praxis, die sie als 'gleichzeitige Benachrichtigung' bezeichnen.
## Gebrochene Versprechen und 'gleichzeitige Benachrichtigung'
Seit fast einem Jahrzehnt hat **Google** den Nutzern zugesichert, dass sie benachrichtigt würden, bevor ihre persönlichen Daten an Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden. Obwohl das Unternehmen diese Zusage oft eingehalten hat, argumentiert die EFF, dass eine versteckte Praxis zu zahlreichen Verstößen geführt hat.
Der Fall von Amandla Thomas-Johnson, einem Doktoranden, der von **U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE)** ins Visier genommen wurde, verdeutlicht dieses Problem. **Google** gab Thomas-Johnsons Informationen ohne vorherige Benachrichtigung preis, was ihn daran hinderte, eine potenziell ungültige Vorladung anzufechten.
"Google sollte die Frage beantworten: Wie oft hat es sein Versprechen an die Nutzer gebrochen?", sagte F. Mario Trujillo, Senior Staff Attorney der EFF. "Eine Vorabinformation ist gerade jetzt besonders wichtig, wenn Behörden wie ICE unrechtmäßig Nutzer wegen Aktivitäten ins Visier nehmen, die durch den First Amendment geschützt sind. Die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten sollten Google wegen dieser Täuschung untersuchen."
## Googles Politik vs. Realität
Auf der Seite "Datenschutz und Nutzungsbedingungen" von **Google** heißt es: "Wenn wir eine Anfrage von einer Regierungsbehörde erhalten, senden wir eine E-Mail an das Benutzerkonto, bevor wir Informationen weitergeben." Diese Richtlinie soll die Nutzer befähigen, ihre Privatsphäre zu schützen und potenziell rechtswidrige Forderungen anzufechten.
Im Mai 2025 kam **Google** jedoch einer administrativen Vorladung von ICE für Thomas-Johnsons Teilnehmerinformationen, einschließlich seines Namens, seiner Adresse und seiner IP-Adresse, nach, *bevor* er benachrichtigt wurde. Die Untersuchung der EFF ergab, dass dies kein Einzelfall ist.
Laut **Googles** externem Rechtsberater greift das Unternehmen manchmal auf die "gleichzeitige Benachrichtigung" zurück, wenn es mit behördlich festgelegten Fristen für die Einhaltung von Vorladungen konfrontiert wird. Dabei wird der Nutzer am selben Tag benachrichtigt, an dem die Anfrage bearbeitet wird.
## Der Ruf nach Rechenschaftspflicht
"Was diese Erfahrung deutlich gemacht hat, ist, dass jeder von den Strafverfolgungsbehörden ins Visier genommen werden kann", sagte Thomas-Johnson. "Und mit ihren riesigen Datenspeichern können Technologieunternehmen diese willkürlichen Ermittlungen erleichtern. Wen genau kann ich zur Rechenschaft ziehen?"
Die EFF fordert **Google** auf, diese Praxis zu beenden und frühere Vergehen zu entschädigen. Sie rufen die Generalstaatsanwälte von Kalifornien und New York dazu auf, **Google** zu untersuchen, die öffentliche Zusage zur Vorabinformation durchzusetzen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
**Weitere Informationen:**
* EFF-Schreiben bzgl. Google-Benachrichtigung (Kalifornien): [https://www.eff.org/document/eff-letter-re-google-notice-california](https://www.eff.org/document/eff-letter-re-google-notice-california)
* EFF-Schreiben bzgl. Google-Benachrichtigung (New York): [https://www.eff.org/document/eff-letter-re-google-notice-new-york](https://www.eff.org/document/eff-letter-re-google-notice-new-york)
* EFF-Schreiben bzgl. Google-Benachrichtigung (Anhänge): [https://www.eff.org/document/eff-letter-re-google-notice-exhibits](https://www.eff.org/document/eff-letter-re-google-notice-exhibits)
* Thomas-Johnsons Bericht: [https://www.eff.org/deeplinks/2026/04/google-broke-its-promise-me-now-ice-has-my-data](https://www.eff.org/deeplinks/2026/04/google-broke-its-promise-me-now-ice-has-my-data)
* Rechtswidrige DHS-Vorladungen: [https://www.eff.org/deeplinks/2026/02/open-letter-tech-companies-protect-your-users-lawless-dhs-subpoenas](https://www.eff.org/deeplinks/2026/02/open-letter-tech-companies-protect-your-users-lawless-dhs-subpoenas)