EFF verklagt DHS und ICE wegen Vorladungen gegen Online-Kritiker
Die **Electronic Frontier Foundation (EFF)** hat eine Klage gegen das **Department of Homeland Security (DHS)** und **Immigration and Customs Enforcement (ICE)** eingereicht und fordert die Herausgabe von öffentlichen Aufzeichnungen im Zusammenhang mit der Nutzung von richterlichen Vorladungen. Die Klage besagt, dass diese Vorladungen dazu missbraucht werden, Personen zu identifizieren, die die Regierung kritisieren, was potenziell die freie Meinungsäußerung einschränkt.
Die **Electronic Frontier Foundation (EFF)** hat rechtliche Schritte gegen das **Department of Homeland Security (DHS)** und **Immigration and Customs Enforcement (ICE)** eingeleitet, um Transparenz hinsichtlich der Nutzung von richterlichen Vorladungen durch die Behörden zur Identifizierung von Personen zu erwirken, die sie online kritisiert haben.
### Vorladungen zielen auf Aktivitäten gemäß dem Ersten Verfassungszusatz ab
Laut Gerichtsunterlagen und Nachrichtenberichten hat das **DHS** im vergangenen Jahr richterliche Vorladungen genutzt, um die Identitäten von Personen aufzudecken, die **ICE**-Aktivitäten dokumentieren, Kritik an der Regierung äußern oder an Protesten teilnehmen. Diese Vorladungen werden an Technologieunternehmen gerichtet und fordern Informationen über Internetnutzer, die oft Aktivitäten ausüben, die durch den Ersten Verfassungszusatz geschützt sind.
### Mangelnde richterliche Aufsicht
Ein zentrales Anliegen ist, dass diese richterlichen Vorladungen keine richterliche Genehmigung erfordern, was Fragen zu ihrer Rechtmäßigkeit aufwirft. In früheren Fällen zog das **DHS** die Vorladungen zurück, anstatt einer rechtlichen Entscheidung entgegenzusehen, wenn diese mit Hilfe von Tochtergesellschaften der **American Civil Liberties Union** vor Gericht angefochten wurden.
### **EFF**s rechtliche Schritte
Nachdem **DHS** und **ICE** nicht auf die Anfragen der **EFF** nach öffentlichen Aufzeichnungen zu diesen Vorladungen reagiert hatten, reichte die **EFF** Klage beim U.S. District Court for the District of Columbia ein.
„**DHS** und **ICE** sollten nicht behaupten können, die rechtliche Befugnis zu haben, Kritiker zu enttarnen, und dann vor Gericht fliehen, wenn Nutzer diese richterlichen Vorladungen anfechten“, sagte **Aaron Mackey**, stellvertretender Rechtsdirektor der **EFF**. „Die Öffentlichkeit verdient es zu wissen, welche Gesetze die Behörden glauben, ihnen die Macht zu geben, diese die Meinungsäußerung einschränkenden Vorladungen zu erlassen.“
### Umfang der Vorladungen
Obwohl richterliche Vorladungen nicht verwendet werden können, um den Inhalt von Kommunikationen zu erhalten, wurden sie verwendet, um zu versuchen, grundlegende Abonnenteninformationen wie Name, Adresse, IP-Adresse, Dauer der Dienstleistung und Sitzungszeiten zu erhalten. Wenn ein Technologieunternehmen sich weigert, mitzuwirken, bleibt der Behörde nur die Möglichkeit, die Vorladung fallen zu lassen oder eine gerichtliche Anordnung zu erwirken.
### Aufruf an Technologieunternehmen
Im Februar sandten die **EFF** und die **ACLU** von Nordkalifornien einen offenen Brief an große Technologieunternehmen, darunter **Amazon**, **Apple**, **Discord**, **Google**, **Meta**, **Microsoft**, **Reddit**, **SNAP**, **TikTok** und **X**, und forderten sie auf:
* Eine gerichtliche Intervention und eine Anordnung zu verlangen, bevor sie **DHS**-Vorladungen nachkommen.
* Den Nutzern so viel Benachrichtigung wie möglich zukommen zu lassen, wenn sie von einer Vorladung betroffen sind.
* Sich gegen Schweigeanordnungen zu wehren, die Unternehmen daran hindern würden, betroffene Nutzer zu benachrichtigen.
### Untersuchungsantrag für **Google**
Letzte Woche forderte die **EFF** die Generalstaatsanwälte von Kalifornien und New York auf, **Google** zu untersuchen, weil das Unternehmen angeblich sein Versprechen gebrochen hat, Nutzer zu benachrichtigen, bevor deren Daten an Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden. Dieser Antrag bezog sich auf den Fall eines Doktoranden, der nach der Teilnahme an einer pro-palästinensischen Protestaktion mit einer **ICE**-Vorladung konfrontiert wurde.
### Anfragen nach öffentlichen Aufzeichnungen
Anfang März reichte die **EFF** bei **DHS** und **ICE** Anfragen nach öffentlichen Aufzeichnungen ein, die sich auf Richtlinien, Verfahren, Leitlinien, Direktiven, Memos und rechtliche Analysen zur Unterstützung der Nutzung von richterlichen Vorladungen bezogen. Die Anfragen umfassten auch Aufzeichnungen des Generalinspekteurs, Genehmigungs- und Erteilungsverfahren, die Anzahl der ausgestellten Vorladungen, Kommunikationen mit Technologieunternehmen, Kommunikationen bezüglich spezifischer Ziele oder Programme sowie Kommunikationen mit dem **Department of Justice**.
**DHS** und **ICE** haben auf diese Anfragen noch nicht geantwortet, obwohl die **EFF** eine beschleunigte Bearbeitung beantragt hat.
„Die Richtlinien, Direktiven und Autorisierungsaufzeichnungen, die das Programm regeln, wurden nicht offengelegt“, heißt es in der Klageschrift. „Die von **DHS** und **ICE** geltend gemachte rechtliche Grundlage für die Nutzung eines Zollgesetzes zur Erzwingung der Offenlegung von Informationen über Personen, die sich an verfassungsrechtlich geschützter Rede und Vereinigung beteiligen, wurde nicht öffentlich gemacht.“