EFF verlässt X: Drastischer Reichweitenrückgang und unerfüllte Erwartungen
Die **Electronic Frontier Foundation (EFF)** beendet ihre Aktivitäten auf X (ehemals Twitter) nach fast zwei Jahrzehnten. Angesichts eines massiven Rückgangs des Engagements und unerfüllter Erwartungen an Plattformverbesserungen unter der Eigentümerschaft von **Elon Musk** wird sich die EFF auf andere Plattformen konzentrieren.
# EFF verlässt X: Drastischer Reichweitenrückgang und unerfüllte Erwartungen
Nach fast zwanzig Jahren auf der Plattform meldet sich die **EFF** von X ab. Laut der Organisation ist dies keine Entscheidung, die leichtfertig getroffen wurde, aber sie könnte überfällig sein, da die Zahlen schon seit einiger Zeit nicht mehr stimmen.
## Die Zahlen stimmen nicht mehr
Die **EFF** berichtete, dass sie 2018 fünf- bis zehnmal täglich auf Twitter (jetzt X) postete und damit zwischen 50 und 100 Millionen Impressionen pro Monat erzielte. Bis 2024 generierten ihre 2.500 X-Posts rund 2 Millionen Impressionen pro Monat. Im Jahr 2023 brachten ihre 1.500 Posts grob 13 Millionen Impressionen für das gesamte Jahr ein. Laut der **EFF** erhält ein X-Post heute weniger als 3 % der Aufrufe, die ein einzelner Tweet vor sieben Jahren erzielte.
## Unerfüllte Erwartungen
Als **Elon Musk** Twitter im Oktober 2022 übernahm, legte die **EFF** dar, was behoben werden musste, und forderte:
* **Transparente Inhaltsmoderation**: Öffentlich geteilte Richtlinien, klare Beschwerdeverfahren und ein erneutes Bekenntnis zu den [Santa Clara Principles](https://santaclaraprinciples.org/).
* **Echte Sicherheitsverbesserungen**: Einschließlich echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten.
* **Größere Nutzerkontrolle**: Nutzern und Drittentwicklern die Mittel an die Hand geben, die Benutzererfahrung durch Filter und [Interoperabilität](https://www.eff.org/deeplinks/2021/01/twitter-and-interoperability-some-thoughts-peanut-gallery) zu steuern.
Die **EFF** erklärte, dass Twitter zwar nie eine Utopie war, aber Anerkennung dafür verdiente, sich lautstark für die Rechte seiner Nutzer einzusetzen. Dies änderte sich jedoch nach Musks Übernahme mit der Entlassung des Menschenrechtsteams und Entlassungen in Ländern, in denen das Unternehmen zuvor Zensurforderungen widerstanden hatte. Viele Nutzer verließen die Plattform, und nun schließt sich die **EFF** ihnen an.
## Bedenken adressieren: Präsenz auf anderen Plattformen
Die **EFF** erkennt den offensichtlichen Widerspruch an, X zu verlassen und gleichzeitig auf **Facebook** und **TikTok** präsent zu bleiben. Sie erklärt, dass ihre Mission darin besteht, die digitalen Rechte der Menschen zu schützen, insbesondere jene, die auf Mainstream-Plattformen eingebettet sind und der Unternehmensüberwachung unterliegen.
Sie betonen, dass junge Menschen, Menschen of Color, queere Personen, Aktivisten und Organisatoren **Instagram**, **TikTok** und **Facebook** täglich für Netzwerke gegenseitiger Hilfe, politische Organisation, kulturellen Ausdruck und Gemeinschaftspflege nutzen. Das Verlassen dieser Plattformen ist für viele Nutzer keine realistische Option.
Die **EFF** stellt klar, dass ihre Präsenz auf **Facebook**, **Instagram**, **YouTube** und **TikTok** keine Zustimmung bedeutet. Sie haben diese Plattformen aktiv kritisiert, weil sie marginalisierte Stimmen unterdrücken, invasive Verhaltenswerbung ermöglichen und Inhalte zensieren. Die **EFF** hat auch rechtliche und legislative Schritte unternommen, um diese Plattformen zu Änderungen schlechter Richtlinien und Praktiken zu bewegen.
Sie bleiben auf diesen Plattformen, um den Nutzern Zugang zu Informationen und Ressourcen zum Selbstschutz zu bieten.
## Ausblick
Die **EFF** ist der Ansicht, dass X nicht mehr der Ort ist, an dem der Kampf für digitale Rechte am effektivsten geführt wird. Die Plattform unter Musks Führung hat an Wirkung verloren. Die **EFF** wird ihre Bemühungen nun auf Plattformen wie [Bluesky](https://bsky.app/profile/eff.org), [Mastodon](https://mastodon.social/@eff), [LinkedIn](https://www.linkedin.com/company/EFF), [YouTube](https://www.youtube.com/efforg) und ihre eigene Website, [eff.org](http://eff.org/), konzentrieren.
Die **EFF** ermutigt Unterstützer, ihnen auf diesen Plattformen zu folgen und ihre Arbeit zum Schutz digitaler Rechte weiterhin zu unterstützen.