Ehemaliger Cybersicherheitsexperte bekennt sich schuldig der Beteiligung an BlackCat-Ransomware-Angriffen
Ein ehemaliger Mitarbeiter der Cybersicherheits-Incident-Response-Firma **DigitalMint**, Angelo Martino, hat sich schuldig bekannt, an **BlackCat** (**ALPHV**)-Ransomware-Angriffen gegen US-Unternehmen beteiligt zu haben. Martino soll zusammen mit zwei weiteren Ransomware-Unterhändlern vertrauliche Opferinformationen an die Ransomware-Betreiber weitergegeben haben, um die Lösegeldzahlungen zu maximieren.

### Insider-Bedrohung: Cybersicherheitsexperte wird Cyberkrimineller
Angelo Martino, 41, ein ehemaliger Incident Responder bei **DigitalMint**, gab zu, im Jahr 2023 US-Organisationen im Rahmen von **BlackCat** (**ALPHV**)-Ransomware-Angriffen ins Visier genommen zu haben. Er wurde zunächst in Gerichtsunterlagen als „Mitverschwörer 1“ identifiziert, später jedoch im März namentlich genannt.
Martino wurde zusammen mit Ryan Clifford Goldberg, 33, und Kevin Tyler Martin, 28, die ebenfalls mit **Sygnia** und **DigitalMint** in Verbindung gebracht werden, wegen Verschwörung zur Behinderung des zwischenstaatlichen Handels durch Erpressung, Behinderung des zwischenstaatlichen Handels durch Erpressung und vorsätzlicher Beschädigung geschützter Computer angeklagt.
Sowohl Martin als auch Goldberg bekannten sich bereits schuldig der Verschwörung zur Behinderung des Handels durch Erpressung und sehen sich potenziellen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren pro Person gegenüber.
### Weitergabe vertraulicher Informationen
Laut Gerichtsunterlagen gab Martino während seiner Tätigkeit als Unterhändler für fünf Opfer sensible Informationen über deren Verhandlungspositionen und Versicherungsgrenzen an die **BlackCat**-Ransomware-Betreiber weiter. Dies ermöglichte es den Cyberkriminellen, die höchstmöglichen Lösegeldbeträge zu erpressen.
Zwischen April 2023 und April 2025 arbeitete Martino mit Kevin Tyler Martin und Ryan Goldberg an **BlackCat**-Ransomware-Operationen zusammen. Das Trio fungierte als **BlackCat**-Affiliates, forderte Lösegeldzahlungen und drohte mit der Veröffentlichung gestohlener Daten, falls die Opfer die Zahlung verweigerten. Berichten zufolge zahlten sie 20 % aller Lösegeld-Einnahmen an die **BlackCat**-Administratoren für den Zugang zur Ransomware und zum Erpressungsportal.
### Opfer und finanzielle Auswirkungen
Zu den Opfern gehörten mindestens fünf US-Organisationen, darunter ein Finanzdienstleistungsunternehmen, das 25.660.000 US-Dollar zahlte, und eine gemeinnützige Organisation, die ein Lösegeld von 26.793.000 US-Dollar zahlte. Weitere Opfer waren Anwaltskanzleien, Schulbezirke, medizinische Einrichtungen und andere Finanzdienstleistungsunternehmen.
Der CEO von **DigitalMint**, Jonathan Solomon, erklärte, dass das Unternehmen die Handlungen der ehemaligen Mitarbeiter verurteile und bestätigte, dass sowohl Martin als auch Martino nach Bekanntwerden ihrer Beteiligung entlassen wurden.
### BlackCats weitreichende Auswirkungen
Die **BlackCat**-Ransomware-Operation wurde vom **FBI** mit über 60 Einbrüchen zwischen November 2021 und März 2022 in Verbindung gebracht. Das FBI schätzt, dass die Gruppe bis September 2023 mindestens 300 Millionen US-Dollar an Lösegeldzahlungen von über 1.000 Opfern erhalten hat.
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