EU erwägt Verzögerung des Social-Media-Zugangs für Kinder angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich süchtig machender Designs
Die **Europäische Kommission** erwägt einen Vorschlag zur Verzögerung des Social-Media-Zugangs für Kinder, was auf eine mögliche Verlagerung des Ansatzes der EU in Bezug auf Online-Sicherheit hindeutet. Präsidentin **Ursula von der Leyen** betonte die Notwendigkeit, süchtig machende Designmerkmale anzugehen und junge Nutzer vor schädlichen Inhalten zu schützen.
Die Präsidentin der **Europäischen Kommission** sagte am Dienstag, dass sie glaubt, Europa müsse den Zugang von Kindern zu sozialen Medien verzögern. Dies ist ein bedeutendes neues Signal dafür, dass die **Europäische Union** bald einen Plan zur Einschränkung der Nutzung von Plattformen durch junge Teenager vorantreiben könnte.
Ein von der Kommission ernanntes Expertengremium wird in den kommenden Wochen Empfehlungen veröffentlichen, wie die EU Kinder online besser schützen kann. Kommissionschefin **Ursula von der Leyen** sagte, sie erwarte, dass ihre Arbeit bereits in diesem Sommer zu einem Gesetzesvorschlag führen könnte, der das Mindestalter für den Zugang zu sozialen Medien verzögert.
Die **Europäische Kommission** hat nur die Befugnis, Gesetzgebung zu empfehlen, daher muss das Europäische Parlament ein Gesetz verabschieden, damit Einschränkungen eingeführt werden können. Dennoch sagten Experten, die Äußerungen seien ein Zeichen für erhöhte Unterstützung für solche Beschränkungen.
„Wir erleben die rasante Geschwindigkeit, mit der sich die Technologie entwickelt – und wie sie jede Ecke der Kindheit und Jugend durchdringt“, sagte **von der Leyen** auf einer Konferenz in Kopenhagen. „Und die Diskussionen über ein Mindestalter für soziale Medien können nicht länger ignoriert werden.“
Mehrere europäische Länder, darunter Spanien, Griechenland, Norwegen, Frankreich, Dänemark, die Türkei und die Niederlande, haben erklärt, dass sie Altersverifizierungsprotokolle erwägen oder einführen, um junge Teenager vom Zugang zu Social-Media-Plattformen auszuschließen.
### Fokus auf süchtig machendes Design
Die Rede konzentrierte sich auch auf das, was **von der Leyen** als süchtig machende Designmerkmale ansieht, die in die Plattformen eingebettet sind.
Der kommende Digital Fairness Act (DFA) wird „süchtig machende und schädliche Designpraktiken ins Visier nehmen [wie]… Aufmerksamkeitsbindung, komplexe Verträge, Abo-Fallen usw.“, sagte **von der Leyen**.
„In Europa muss Sicherheit von Anfang an vorhanden sein, nicht erst nachträglich hinzugefügt werden.“
Der DFA soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Er soll den bestehenden Digital Services Act (DSA) erweitern, der Social-Media-Unternehmen für die Verbreitung schädlicher und rechtswidriger Inhalte zur Verantwortung zieht.
Die Kommission untersucht derzeit **Meta** wegen möglicher DSA-Verstöße, unter anderem wegen unzureichender Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen und der Verwendung süchtig machender Designmerkmale. Sie hat auch eine DSA-Untersuchung gegen **xAI**s Grok-Nudging-Tool eingeleitet.
Die Äußerungen der Präsidentin über die Verfolgung von Social-Media-Beschränkungen für junge Teenager durch den Block könnten dazu dienen, den Mitgliedstaaten zu verdeutlichen, dass die **Europäische Kommission** ernsthaft handeln will, so Experten.
„Die Kommission sah, wie die Debatte in einer Reihe von Mitgliedstaaten aufkam, und eine Maßnahme auf Kommissions-Ebene ist eine Möglichkeit zu sagen: ‚Okay, Mitgliedstaaten, haltet mal die Pferde an. Lasst uns etwas auf EU-Ebene tun, um Fragmentierung zu vermeiden‘“, sagte **Isabelle Roccia**, Geschäftsführerin für Europa bei der **IAPP**.
„Das war bedeutsam… weil sie die Überbringerin war und weil es ein Signal an die Mitgliedstaaten ist, dass die EU das Thema in die Hand nimmt.“

