EU-Überwachungstechnologie-Exporte wegen Menschenrechtsverletzungen unter Beobachtung
Ein neuer Bericht von Human Rights Watch wirft europäischen Unternehmen für Überwachungstechnologie vor, Spionagesoftware und Intrusionstools an Länder mit dokumentierten Menschenrechtsverletzungen verkauft zu haben. Der Bericht kritisiert die Europäische Kommission dafür, die Exporte von Überwachungstechnologie durch die Mitgliedstaaten trotz aktualisierter Exportregeln nicht wirksam zu kontrollieren.
Europäische Unternehmen für Überwachungstechnologie stehen im Kreuzfeuer, weil sie angeblich Spionagesoftware und Intrusionstools an Nationen mit fragwürdigen Menschenrechtsbilanzen exportieren, so ein aktueller Bericht von **Human Rights Watch**. Die Interessengruppe behauptet, die **Europäische Kommission** habe die 2021 eingeführten aktualisierten Exportbestimmungen nicht ausreichend durchgesetzt. Diese Regeln sollten den Verkauf von Überwachungstechnologie an Länder, die für Menschenrechtsverletzungen bekannt sind, eindämmen.
**EU-basierte Anbieter**
Laut dem Bericht haben Unternehmen in Bulgarien, Polen, Finnland, Dänemark, Estland und der Tschechischen Republik gemeinsam Überwachungstechnologie an über zwei Dutzend Nationen mit einer Geschichte von Menschenrechtsverletzungen verkauft. **Human Rights Watch** stützte seine Erkenntnisse auf Handelsdokumente, die im Rahmen von Informationsfreiheitsanfragen erhalten wurden. Frankreich, Griechenland, Spanien, Deutschland und Italien, allesamt bekannte Exporteure von Überwachungstechnologie, weigerten sich Berichten zufolge, relevante Handelsunterlagen preiszugeben oder ignorierten die Anfragen der Organisation.
Der Markt für Spionagesoftware und Überwachungstechnologie boomt in der **Europäischen Union**, wobei die Mehrheit der Mitgliedstaaten mindestens einen Anbieter beherbergt. Ein Bericht der **Google Threat Analysis Group** aus dem Jahr 2024 hob hervor, dass alle bis auf zwei der in ihrer Analyse der kommerziellen Überwachungsindustrie genannten Unternehmen ihren Sitz in der **EU** haben.
**Regulatorische Mängel**
„Trotz eines regulatorischen Rahmens, der teilweise dazu dient, Missbrauch zu verhindern, tut die **EU** derzeit zu wenig, um Verkäufe und Transfers von ihren Mitgliedstaaten an Regierungen zu verhindern, die eine nachgewiesene Erfolgsbilanz bei der Nutzung solcher Technologien zur Unterdrückung von Dissens und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen haben“, heißt es in dem Bericht.
Die Aktualisierung der Exportregeln der **EU** im Jahr 2021 erweiterte die Definition von Überwachungstechnologie, schrieb die Berücksichtigung von Menschenrechten für Kundenländer vor und schuf ein Meldesystem für die Exportverfolgung. Die **Europäische Kommission** soll diese Regeln im September bewerten und muss die Anforderungen an Sorgfaltspflichten und Transparenz stärken.
**Reaktion der Kommission**
Ein Sprecher der **Europäischen Kommission** erklärte, dass sie „Cyber-Überwachungsgütern große Bedeutung beimisst, weshalb die **EU** die Exportkontrollen für solche Güter erheblich verschärft hat und vorschreibt, dass sie das **EU**-Gebiet nicht ohne eine Ausfuhrgenehmigung (oder Lizenz) verlassen dürfen, die von der zuständigen Behörde der Mitgliedstaaten erteilt wurde.“ Die Erklärung betonte, dass die Mitgliedstaaten letztendlich für die Entscheidung verantwortlich seien, welche Überwachungstechnologie exportiert werde.
**Spezifische Fälle**
Der Bericht von **Human Rights Watch** nannte die Unternehmen, die Technologie an Länder exportieren, die Menschenrechte verletzen, nicht. Bulgarien wurde jedoch als Top-Exporteur identifiziert, wobei Unternehmen an über zwanzig Länder, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Aserbaidschan, verkauften. Polen hat Berichten zufolge den Verkauf von Telefonabhörsystemen nach Ruanda genehmigt.
„Die zunehmende staatliche Nutzung kommerzieller Spionagesoftware und anderer Arten von Überwachungstechnologie stellt weltweit eine erhebliche Bedrohung für die Menschenrechte dar“, schließt der Bericht. „Die **Europäische Union**, deren Mitgliedstaaten viele der Unternehmen beheimaten, die solche Technologien weltweit entwickeln und exportieren, ist Teil des Problems.“
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