Europa stellt Open-Source-App zur Altersverifizierung vor, um Minderjährige online zu schützen
Die Europäische Kommission hat eine Open-Source-App zur Altersverifizierung gestartet, die Kinder vor schädlichen Online-Inhalten schützen soll. Die App zielt darauf ab, eine harmonisierte Lösung in der gesamten Europäischen Union bereitzustellen und sicherzustellen, dass Plattformen die Verantwortung für die Altersverifizierung übernehmen.
Die europäische App zur Online-Altersverifizierung ist nun verfügbar und bietet eine datenschutzfreundliche Lösung für Nutzer und Plattformen gleichermaßen.
## Hohe Erwartungen
Die App, die mit Reisepässen und Personalausweisen kompatibel ist, soll für Nutzer „vollständig anonym“ sein und auf Smartphones, Tablets und PCs funktionieren. Sie ist außerdem Open Source, was eine breite Akzeptanz und Anpassung im Rahmen der europäischen Datenschutzstandards fördert. Die Präsidentin der **Europäischen Kommission**, **Ursula von der Leyen**, erklärte: „Europa bietet eine kostenlose und einfach zu bedienende Lösung, die unsere Kinder vor schädlichen und illegalen Inhalten schützen kann.“
Von der Leyen betonte die Notwendigkeit eines harmonisierten europäischen Ansatzes zum Schutz von Kindern online, der den Schutz offline widerspiegelt. Die App ermöglicht es Nutzern, ihr Alter über eine elektronische Identifizierung oder durch Vorlage eines Reisepasses oder Personalausweises nachzuweisen. Entscheidend ist, dass die App nur die Tatsache speichert, dass ein Nutzer ein bestimmtes Alter überschritten hat, ohne persönliche Informationen wie Namen, Geburtsdaten oder Ausweisnummern zu speichern.
## Funktionsweise
Um altersbeschränkte Inhalte aufzurufen, scannen Nutzer einen QR-Code (wenn sie am Computer sind) oder lassen die App die Altersverifizierung direkt senden (wenn sie auf einem Smartphone sind). Die Plattform erhält niemals Zugriff auf das ursprüngliche Ausweisdokument.
## Einführung
Obwohl die technischen Grundlagen geschaffen sind, hängt die Wirksamkeit des Systems von der Akzeptanz und Durchsetzung durch die Plattformen ab. Eine Umgehung ist immer noch möglich (z. B. wenn ein Erwachsener sein Telefon verleiht), aber der zugrunde liegende technologische Rahmen ist nun vorhanden. Die EU-Mitgliedstaaten werden entscheiden, ob sie die App in nationale digitale Geldbörsen integrieren oder eigenständige Apps entwickeln.
## „Keine Ausreden mehr“
Der **Digital Services Act (DSA)**, der 2024 in Kraft trat, schreibt vor, dass sehr große Online-Plattformen (mit über 45 Millionen monatlichen EU-Nutzern) konkrete Schritte unternehmen müssen, um systemische Risiken im Zusammenhang mit dem Kinderschutz zu mindern, wobei bei Nichteinhaltung erhebliche Strafen drohen.
**Henna Virkkunen**, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, hob die Rolle des DSA bei der Rechenschaftspflicht der Plattformen hervor. Untersuchungen gegen **TikTok** laufen, und ähnliche Maßnahmen sind gegen **Facebook**, **Instagram**, **Snapchat** und mehrere pornografische Websites geplant. Virkkunen erklärte: „Da die Plattformen keine angemessenen Tools zur Altersverifizierung haben, haben wir die Lösung selbst entwickelt… es gibt keine Ausreden mehr.“
## Mindeststandard
Dieser europäische Rahmen legt allgemeine Regeln fest und ermöglicht es den Mitgliedstaaten, restriktivere Maßnahmen zu ergreifen. Frankreich beispielsweise hat erwogen, soziale Netzwerke für Minderjährige unter 15 Jahren zu verbieten, vorbehaltlich der Kompatibilität mit dem DSA und wirksamen Systemen zur Altersverifizierung wie der neu veröffentlichten App.