GCHQ-Direktorin warnt vor unerbittlichen russischen Hybridangriffen und fordert dringende Cybersicherheitsmaßnahmen
Die Direktorin des britischen **GCHQ** (Government Communications Headquarters) hat eine deutliche Warnung vor den täglichen Hybridangriffen Russlands gegen das Vereinigte Königreich und Europa ausgesprochen. Anne Keast-Butler betonte die Notwendigkeit für Unternehmen, Regierungen und Verbündete, Cybersicherheit mit beispielloser Dringlichkeit zu priorisieren, und nannte Bedrohungen, die von Unterseekabeln bis hin zu Desinformationskampagnen reichen.
## Russlands hybride Kriegsführung: Ein Aufruf zum Handeln
**BLETCHLEY PARK, England** – Auf dem historischen Bletchley Park, dem Geburtsort der modernen Informatik und Codeknackung, hielt Anne Keast-Butler, Direktorin des **GCHQ**, eine eindringliche Rede, in der sie die eskalierenden Cyberbedrohungen durch Russland hervorhob. Sie erklärte, dass diese Angriffe, die sich „vom Meeresboden bis zum Cyberspace“ erstrecken, sofortige und umfassende Gegenmaßnahmen erfordern.
Keast-Butler forderte eine Verzehnfachung der Dringlichkeit im Bereich Cybersicherheit und betonte den kritischen Punkt, an dem proaktive Maßnahmen und starke Partnerschaften von größter Bedeutung sind. Sie zog Parallelen zu den Kriegsanstrengungen in Bletchley Park, wo ein Team, das größtenteils aus Frauen bestand, die Nazi-Chiffren knackte und damit den Lauf der Geschichte veränderte.

### Angriffe auf kritische Infrastrukturen und demokratische Prozesse
Zu den Zielen Russlands gehören laut Keast-Butler „kritische Infrastrukturen, demokratische Prozesse, Lieferketten und das öffentliche Vertrauen“. Das **GCHQ** reagiert mit verschiedenen Abwehrmaßnahmen, darunter die Sicherung von Unterseekabeln und Pipelines in britischen Gewässern, die Störung russischer Netzwerke, die am Schmuggel sanktionierter Technologie beteiligt sind, sowie die Bekämpfung von Sabotageakten und Attentatsversuchen.
Im vergangenen Monat gab das Vereinigte Königreich bekannt, dass es eine russische U-Boot-Operation in der Nähe wichtiger unterseeischer Infrastrukturen verfolgt und zum Rückzug gezwungen habe. Darüber hinaus wurden zahlreiche von Kreml gesteuerte Saboteure und Spione auf britischem Boden identifiziert und festgenommen.
Keast-Butler hob auch die Rolle der National Cyber Force hervor, einer gemeinsamen Initiative des **GCHQ**, des Militärs und anderer Geheimdienste, bei der Bekämpfung staatlich geförderter Bedrohungen, Terrornetzwerke und krimineller Elemente, einschließlich Kinderschänder. „Wir führen jeden einzelnen Tag hochwirksame Cyberoperationen durch“, sagte sie.
### Ein Moment der Konsequenz: Dringlichkeit und Innovation
Keast-Butler betonte wiederholt die Dringlichkeit, die zur Bewältigung dieser Herausforderungen erforderlich ist, und erklärte: „Das Risiko von Fehlkalkulationen ist so hoch wie nie zuvor.“ Ihre Rede zielte darauf ab, die Dringlichkeit und Innovation zu emulieren, die während der Bedrohung durch die Nazis gezeigt wurden.
Sie verwies auf Alastair Denniston, den Gründer der Government Code and Cypher School (jetzt **GCHQ**), der vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit der Rekrutierung für Bletchley Park begann. Die dort entwickelten Maschinen, darunter die Bombe und der Colossus, gelten weithin als Grundlage des Computerzeitalters.
### KI-gestützte Cyberabwehr
Eine der vorgeschlagenen Lösungen ist eine neue nationale Cyberabwehrfähigkeit, die agentielle KI integriert. Dieses System zielt darauf ab, Angriffe schneller als menschliche Bediener zu erkennen und darauf zu reagieren, was angesichts der zunehmend schnellen KI-gesteuerten Cyberaktivitäten einen entscheidenden Vorteil bietet. Das National Cyber Security Centre wird für die Bereitstellung dieser Fähigkeit verantwortlich sein.
### Chinas aufstrebende Cybermacht
Keast-Butler wiederholte jüngste Warnungen des niederländischen Militärgeheimdienstes und stellte fest, dass Chinas Cyberfähigkeiten nun mit denen der Vereinigten Staaten konkurrieren. Sie beschrieb China als eine „Wissenschafts- und Supermacht mit hochentwickelten Geheimdienst-, Cyber- und Militärfähigkeiten“.
### Bedrohung durch Quantencomputing
Mit Blick auf die Zukunft sprach Keast-Butler die langfristige Bedrohung durch Quantencomputing an. Sobald Quantencomputer vollständig realisiert sind, werden sie in der Lage sein, traditionelle Verschlüsselungsmethoden zu brechen und damit Regierungsgeheimnisse, Finanzsysteme und militärische Kommunikation zu gefährden. Sie forderte Unternehmen auf, proaktiv mit der Umstellung auf quantenresistente Systeme zu beginnen.
### Aufruf zum Handeln: Passkeys, Allianzen und Partnerschaften
Keast-Butler schloss mit einem Aufruf zum Handeln, in dem sie Einzelpersonen aufforderte, stärkere Sicherheitspraktiken zu übernehmen, wie z. B. den Umstieg auf Passkeys, und die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit betonte. Sie hob die Five Eyes-Allianz zum Austausch von Geheimdienstinformationen als kritische Partnerschaft bei der Bekämpfung von Cyberbedrohungen aus China und Russland hervor.
<a href="https://www.recordedfuture.com/?utm_source=therecord&utm_medium=ad"><figure><img src="https://cms.therecord.media/uploads/2025_0514_Record_Ads_970x250_1_d144dbf901.png" data-nimg="1" decoding="async" height="500" width="1000" alt="Recorded Future"></figure></a>