GlassWorm Malware taucht wieder auf und zielt auf Hunderte von Repositories auf GitHub, npm und VSCode
Der **GlassWorm** Supply-Chain-Angriff ist mit voller Wucht zurückgekehrt und hat Hunderte von Paketen, Repositories und Erweiterungen auf mehreren Plattformen kompromittiert. Sicherheitsexperten schlagen Alarm wegen der koordinierten Natur und des breiten Umfangs dieser Kampagne.

Forscher von **Aikido**, **Socket**, **Step Security** und der **OpenSourceMalware** Community haben in diesem Monat kollektiv 433 kompromittierte Komponenten in Angriffen identifiziert, die **GlassWorm** zugeschrieben werden.
### Kampagnenübersicht
Beweise deuten darauf hin, dass ein einzelner Bedrohungsakteur hinter den **GlassWorm**-Kampagnen steckt. Er nutzt dieselbe **Solana**-Blockchain-Adresse für Command-and-Control (C2)-Aktivitäten, identische oder funktional ähnliche Payloads und gemeinsame Infrastruktur.
**GlassWorm** wurde erstmals im vergangenen Oktober beobachtet. Angreifer setzten „unsichtbare“ Unicode-Zeichen ein, um bösartigen Code zu verbergen, der darauf ausgelegt war, Kryptowährungs-Wallet-Daten und Entwickler-Anmeldeinformationen zu stehlen.
Die Kampagne expandierte auf den offiziellen **Visual Studio Code**-Marktplatz von **Microsoft** und das **OpenVSX**-Repository, wie der Forscher John Tuckner von Secure Annex entdeckte.
Auch **macOS**-Systeme waren betroffen, mit trojanisierten Clients für **Trezor** und **Ledger**, und später Entwickler über kompromittierte **OpenVSX**-Erweiterungen.
### Umfang des neuesten Angriffs
Die jüngste Angriffswelle von **GlassWorm** ist deutlich umfangreicher und betrifft:
* 200 **GitHub** Python-Repositories
* 151 **GitHub** JS/TS-Repositories
* 72 **VSCode/OpenVSX**-Erweiterungen
* 10 **npm**-Pakete
### Angriffsvektoren und Techniken
Die erste Kompromittierung erfolgt auf **GitHub**, wo Konten kompromittiert werden, um bösartige Commits zu forcieren.
Anschließend werden bösartige Pakete und Erweiterungen auf **npm** und **VSCode/OpenVSX** veröffentlicht, die verschleierten Code (unsichtbare Unicode-Zeichen) enthalten, um die Erkennung zu umgehen.

*Quelle: Aikido*
Auf allen Plattformen wird die **Solana**-Blockchain alle fünf Sekunden nach neuen Anweisungen abgefragt. Laut **Step Security** gab es zwischen dem 27. November 2025 und dem 13. März 2026 50 neue Transaktionen, meist zur Aktualisierung der Payload-URL.
Die Anweisungen waren als Memos in den Transaktionen eingebettet und führten zum Herunterladen der **Node.js**-Laufzeitumgebung und zur Ausführung eines JavaScript-basierten Information-Stealers.

*Quelle: Step Security*
Die Malware zielt auf Kryptowährungs-Wallet-Daten, Anmeldeinformationen, Zugriffstoken, SSH-Schlüssel und Entwicklerumgebungsdaten ab.
### Zuschreibung und Abwehr
Die Analyse von Code-Kommentaren deutet darauf hin, dass russischsprachige Bedrohungsakteure hinter **GlassWorm** stecken könnten. Die Malware überspringt die Ausführung, wenn die russische Locale auf dem System gefunden wird. Dies reicht jedoch nicht für eine sichere Zuschreibung aus.
**Step Security** rät Entwicklern, die Python-Pakete direkt von **GitHub** installieren oder geklonte Repositories ausführen, auf Anzeichen einer Kompromittierung zu prüfen, indem sie ihren Code nach der Marker-Variable „lzcdrtfxyqiplpd“ durchsuchen, einem Indikator für die **GlassWorm**-Malware.

*Quelle: Step Security*
Sie empfehlen außerdem, Systeme auf das Vorhandensein der Datei *~/init.json* zu überprüfen, die für die Persistenz verwendet wird, sowie auf unerwartete **Node.js**-Installationen im Home-Verzeichnis (z. B. ~/node-v22*).
Darüber hinaus sollten Entwickler nach verdächtigen *i.js*-Dateien in kürzlich geklonten Projekten suchen und **Git**-Commit-Historien auf Anomalien überprüfen, wie z. B. Commits, bei denen das Commit-Datum deutlich neuer ist als das ursprüngliche Autor-Datum.