Google-Ingenieur wegen Insiderhandels mit 'Year in Search'-Daten auf Polymarket angeklagt
Ein **Google**-Sicherheitsingenieur sieht sich mit Anklagen wegen Insiderhandels konfrontiert, nachdem er angeblich vertrauliche Unternehmensdaten genutzt hat, um 1,2 Millionen US-Dollar auf dem dezentralen Prognosemarkt **Polymarket** zu gewinnen. **Michele Spagnuolo**, ein italienischer Staatsbürger und seit 2014 bei Google beschäftigt, wird vorgeworfen, interne 'Year in Search'-Daten zu seinem persönlichen Vorteil genutzt zu haben.

### Insiderhandelsvorwürfe
**Michele Spagnuolo**, 36, erschien am Mittwoch im Southern District of New York und sah sich Vorwürfen des Rohstoffbetrugs, des Drahtbetrugs und der Geldwäsche gegenüber. Die Anklagen ergeben sich aus seiner angeblichen Nutzung vertraulicher **Google**-Daten, um profitable Wetten auf **Polymarket**, einem auf Kryptowährungen basierenden Prognosemarkt, zu platzieren.
Die Commodity Futures Trading Commission (**CFTC**) hat ebenfalls eine separate Zivilklage gegen Spagnuolo eingereicht und fordert eine Rückerstattung, Strafen sowie Handels- und Registrierungsverbote.
### Das 'AlphaRaccoon'-Schema
Laut der Strafanzeige nutzte Spagnuolo einen internen **Google**-Software-Tool aus, das vertrauliche 'Year in Search'-Daten enthielt. Diese Daten, die als "Google Confidential" gekennzeichnet sind, liefern jährliche Ranglisten der meistgesuchten Begriffe.
Ab Oktober 2025 soll Spagnuolo ein **Polymarket**-Konto unter dem Alias "AlphaRaccoon" genutzt haben, um darauf zu wetten, ob bestimmte Personen auf den Google-Top-Suchlisten erscheinen würden. Durch die Nutzung vertraulicher Daten soll er nahezu perfekt genaue Wetten auf etwa 25 unwahrscheinliche Ergebnisse platziert und insgesamt rund 2,75 Millionen US-Dollar riskiert haben.
Nachdem **Google** am 4. Dezember 2025 seine Year in Search-Ergebnisse öffentlich bekannt gab, sammelte das AlphaRaccoon-Konto von Spagnuolo Berichten zufolge rund 1,2 Millionen US-Dollar an USDC.e-Gewinnen.
### Rückverfolgung der Gelder
Das FBI verfolgte das AlphaRaccoon-Konto zu einem Zahlungsabwickler-Konto zurück, das auf Spagnuolos Namen registriert war und mit einem italienischen Regierungs-Ausweis verknüpft war. Nachdem Online-Communities auf Discord und X über einen Google-Insider spekulierten, wurde der Benutzername entfernt und durch eine alphanumerische Wallet-Adresse ersetzt.
Die Staatsanwaltschaft behauptet, Spagnuolo habe die illegalen Erlöse anschließend über mehrere Kryptowährungs-Tauschdienste verschoben, darunter einen, der darauf ausgelegt war, Wallet-Adressen aus der Blockchain zu entfernen.
### Rechtliche Konsequenzen
"Die heutigen Anklagen bekräftigen eine seit Jahrzehnten bestehende Botschaft: Unternehmensinsider können vertrauliche Geschäftsinformationen nicht nutzen, um an unseren Märkten Profit zu erzielen", sagte der US-Staatsanwalt **Jay Clayton**. "Wie behauptet, hat Spagnuolo die ihm gegenüber seinem Arbeitgeber obliegenden Pflichten verletzt und die vertraulichen Geschäftsinformationen von Google genutzt, um mehr als 1,2 Millionen US-Dollar an Handelsgewinnen auf Polymarket zu erzielen."
Der Direktor der Vollstreckungsabteilung der **CFTC**, **David I. Miller**, fügte hinzu: "Mitarbeiter, denen vertrauliche Geschäftsinformationen anvertraut werden, dürfen diese Informationen nicht für ihren persönlichen finanziellen Vorteil veruntreuen."
Spagnuolo drohen im Falle des Rohstoffbetrugs maximal 10 Jahre Haft und für den Drahtbetrug und die Geldwäsche jeweils 20 Jahre.
