Iran erlebt flüchtige Internetwiederverbindung inmitten politischer Unruhen
Nach über 2.000 Stunden staatlich verordneter Internetabschaltungen zeigt Iran Anzeichen einer begrenzten Wiederherstellung der Internetverbindung. Diese teilweise Wiederverbindung folgt auf Perioden strenger Beschränkungen, die sowohl mit internen Protesten als auch mit internationalen Konflikten zusammenhängen und Bedenken hinsichtlich digitaler Freiheit und Kontrolle aufwerfen.
Nach ausgedehnten Perioden von Internetabschaltungen gab es am Dienstag Anzeichen für eine teilweise Wiederherstellung der Internetverbindung im Iran. Diese Entwicklung folgt auf über 2.000 Stunden eingeschränkten Zugangs, die die 90 Millionen Bürger des Landes betrafen.
Die jüngste Abschaltung, die am 28. Februar inmitten eskalierender Spannungen zwischen **Israel** und den **Vereinigten Staaten** begann, sowie eine frühere Abschaltung nach weit verbreiteten Protesten im Januar, haben den Online-Zugang stark eingeschränkt. Während einige iranische Netzwerke wieder mit dem globalen Internet verbunden zu sein scheinen, warnen Experten, dass das Ausmaß des Zugangs deutlich unter den früheren Niveaus bleibt, selbst im Vergleich zur teilweisen Wiederherstellung Ende Januar und Februar.
### Überwachung der Wiederherstellung
Internet-Monitoring-Firmen wie **Kentik**, **NetBlocks** und **Cloudflare** verfolgen die schrittweise Wiederverbindung seit Dienstagnachmittag lokaler Zeit.
> "Wir sehen tatsächlich etwas Traffic aus dem Iran", sagt Amir Rashidi, ein Cybersicherheitsexperte bei **Miaan Group**. "Einige Anbieter sind wieder online, aber es ist noch zu früh, um genau zu sagen, was passieren wird. Nach den Protesten im Januar wurden auch einige Anbieter wieder verbunden, aber etwa 50 Prozent des Datenverkehrs des Landes blieben weiterhin ausgefallen."
Doug Madory, Director of Internet Analysis bei **Kentik**, stellte fest, dass mobile Netzwerke keine wesentlichen Veränderungen aufweisen. Stattdessen zeigen Festnetzanbieter, insbesondere der Glasfaser-Service der **Telecommunication Company of Iran** in der Umgebung von Teheran, die bedeutendsten Fortschritte.
### Kontext der Abschaltungen
Die iranische Regierung schaltete Anfang Januar als Reaktion auf Proteste wegen wirtschaftlicher Bedingungen, die Tausende von Opfern forderten, die Internetverbindung ab. Eine weitere Abschaltung erfolgte Ende Februar während erhöhter Spannungen mit den USA und Israel, was die Kommunikation, die wirtschaftliche Aktivität und den Informationsfluss über den Konflikt behinderte.
### Bemühungen des Iran um digitale Kontrolle
In den letzten zehn Jahren hat das iranische Regime aktiv an der Entwicklung eines nationalen Intranets gearbeitet, um das globale Internet zu ersetzen. Diese Initiative umfasst die Schaffung heimischer, stark überwachter Technologien, darunter Suchmaschinen, Messaging-Apps und Ride-Sharing-Plattformen. Diese Kontrollmechanismen funktionieren jedoch oft eher als grobe Werkzeuge denn als präzise Instrumente, möglicherweise aufgrund technischer Einschränkungen oder politischer Instabilität.
### Politische Manöver
Die aktuelle Internetabschaltung wurde Berichten zufolge vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat des Iran angeordnet, während die anschließende Wiederherstellung von einer Gruppe unter der Führung des iranischen Präsidenten **Masoud Pezeshkian** initiiert wurde, der sich rechtlichen Herausforderungen am Obersten Gerichtshof des Iran gegenübersieht. Trotz der rechtlichen Hürden hat der iranische Kommunikationsminister bestätigt, dass die Wiederverbindung wie vom Präsidenten angeordnet fortgesetzt wird, und es laufen Anstrengungen, die Konnektivität innerhalb von 24 Stunden wiederherzustellen.
> "Was wir jetzt sehen, ist eine Zunahme des Traffics aus dem Iran, aber wir müssen abwarten, wie der Machtkampf ausgeht", erklärt Rashidi von **Miaan Group**. "Die Anfechtung der Anordnung des Präsidenten vor Gericht war angesichts der politischen Kultur des Iran in gewisser Weise eine Demütigung für Pezeshkian. Wir sollten also abwarten, wie sich dieser Machtkampf entwickelt."
Experten erwarten seit langem, dass die fortgesetzte autoritäre Herrschaft im Iran die digitalen Freiheiten weiter beeinträchtigen wird, und einige schlagen vor, dass das Land eine dauerhafte Trennung vom globalen Internet anstreben könnte.