Ivanti Sentry-Schwachstelle: Angreifer nutzen kritische Lücke schnell aus
Eine kritische Schwachstelle mit maximaler Schwere in **Ivanti Sentry** (ehemals **MobileIron Sentry**), die kürzlich gepatcht wurde, wird nun aktiv ausgenutzt. Angreifer nutzen **CVE-2026-10520** aus, um Codeausführung auf Root-Ebene auf internetseitig exponierten Secure Mobile Gateways zu erreichen, was ein erhebliches Risiko für Organisationen darstellt, die diese Geräte verwenden.
Angreifer zielen nun aktiv auf eine Schwachstelle mit maximaler Schwere in **Ivanti Sentry**-Appliances ab, die es ihnen ermöglicht, Code mit Root-Privilegien auf internetseitig exponierten Secure Mobile Gateways auszuführen.
**Ivanti Sentry** ist eine Security-Gateway-Appliance, die dazu dient, den Datenverkehr zwischen internen Unternehmenssystemen und externen mobilen Geräten abzusichern.
Die Schwachstelle, die als **CVE-2026-10520** verfolgt wird, ist eine OS-Command-Injection-Schwachstelle. **Ivanti** veröffentlichte am Dienstag Patches für die Sentry-Versionen R10.5.2, R10.6.2 und R10.7.1.
### Schnelle Ausnutzung beobachtet
Obwohl **Ivanti** zunächst angab, keine Hinweise auf eine Ausnutzung in freier Wildbahn zu haben, berichtete die gemeinnützige Sicherheitsorganisation **Shadowserver** am nächsten Tag, dass Angreifer bereits eine beträchtliche Anzahl von online exponierten Sentry-Gateways mit Backdoors versehen hatten.
**Shadowserver** warnte: „Wir beobachten heute eine große Menge an **Ivanti Sentry CVE-2026-10520**-Ausnutzungsversuchen basierend auf dem öffentlichen PoC. Wir sehen 19 anfällige Instanzen in unseren eigenen Scans, mit mindestens 2 kompromittierten (dank Saudi NCA für den Tipp!). Wahrscheinlich sind jedoch auch alle übrigen kompromittiert.“
Die Organisation stellte außerdem fest, dass ihre Scans zwar eine begrenzte Anzahl exponierter Sentry-Instanzen erfassten, aber aufgrund der Blocklistung ihrer Suchmaschine wahrscheinlich mehr anfällig sind. „Wenn Sie noch nicht gepatcht haben, sind Sie höchstwahrscheinlich kompromittiert“, warnte **Shadowserver**.

### Ivantis Reaktion und breitere Bedenken
**Ivanti** hat seinen am Dienstag veröffentlichten Sicherheitsratgeber noch nicht aktualisiert, der weiterhin besagt: „Uns sind zum Zeitpunkt der Offenlegung keine Kunden bekannt, die von diesen Schwachstellen betroffen sind.“
Dieser Vorfall unterstreicht ein wiederkehrendes Muster. Hacker zielen häufig auf **Ivanti**-Sicherheitslücken ab, da diese einen kritischen Einstiegspunkt in Unternehmensnetzwerke darstellen und den Diebstahl sensibler Daten ermöglichen.
In den letzten Jahren wurden mehrere **Ivanti**-Zero-Days ausgenutzt, um verschiedene Ziele zu kompromittieren, darunter Regierungsbehörden weltweit. Beispiele hierfür sind kritische Schwachstellen in **Endpoint Manager Mobile (EPMM)**, die im Januar nach der Ausnutzung als Zero-Days gegen eine „sehr begrenzte Anzahl von Kunden“ behoben wurden.
Im letzten Monat ordnete die **Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA)** US-Bundesbehörden an, **Ivanti**-Systeme zu patchen, nachdem das Unternehmen vor einer hochgradig kritischen Remote-Code-Execution-Schwachstelle in **EPMM** gewarnt hatte, die ebenfalls in Zero-Day-Angriffen missbraucht wurde.
**CISA** hat 34 Schwachstellen in verschiedenen **Ivanti**-Produkten als aktiv in freier Wildbahn ausgenutzt eingestuft, wobei 12 davon auch in Ransomware-Angriffen zum Ziel wurden. **Ivanti** verfügt über ein Netzwerk von über 7.000 Partnern und 3.000 Mitarbeitern, und seine IT-Asset-Management-Lösungen werden von über 40.000 Kunden weltweit eingesetzt.