Kanadische Polizei nimmt SMS-Blaster-Ring hoch: Ein Novum bei der Störung von Mobilfunknetzen
Kanadische Behörden haben drei Personen im Zusammenhang mit dem ersten bekannten kriminellen Fall des Landes verhaftet, der "SMS-Blaster" für Mobiltelefone betrifft. Diese Geräte imitieren Mobilfunkmasten, um Massen-Phishing-Kampagnen durchzuführen und Mobilfunknetze zu stören, was eine wachsende globale Bedrohung darstellt.
Die kanadische Polizei hat drei Männer verhaftet, in einem Fall, den die Behörden als den ersten bekannten kriminellen Fall des Landes beschreiben, bei dem ein mobiler "SMS-Blaster" eingesetzt wurde. Dieses Gerät kann einen Mobilfunkmast imitieren, um Massen-Phishing-Nachrichten zu versenden und Mobilfunknetze zu stören.
### Untersuchung und Verhaftungen
Der **Toronto Police Service** teilte am Donnerstag mit, dass die Ermittlungen im vergangenen November begannen, nachdem die Behörden auf ein verdächtiges Gerät aufmerksam gemacht wurden, das im Stadtzentrum von Toronto in Betrieb war. In den folgenden Monaten verfolgte die Polizei das Gerät über mehrere Standorte im Großraum Toronto.
Zwei Verdächtige wurden im März verhaftet, und die Behörden beschlagnahmten eine große Menge elektronischer Geräte, darunter mehrere mobile SMS-Blaster. Ein dritter Mann stellte sich Anfang dieser Woche der Polizei.
### Auswirkungen von SMS-Blastern
Während des Betriebs des Blasters sollen sich Zehntausende von Mobiltelefonen mit dem illegalen System verbunden haben, so die Polizei.
Die Behörden verzeichneten mehr als 13 Millionen Netzwerkunterbrechungen, die mit den Geräten in Verbindung gebracht wurden. Diese Unterbrechungen konnten dazu führen, dass Telefone vorübergehend keine Verbindung zu legitimen Mobilfunknetzen herstellen konnten, was potenziell den Zugang zu Notdiensten wie 911 für Zeiträume von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten einschränkte.
„Dies ist eine neue und aufkommende Bedrohung in Kanada – eine, die fortschrittliche Technologie nutzt, um Tausende von Menschen gleichzeitig zu erreichen und ihr Vertrauen auszunutzen“, sagte Deputy Chief Robert Johnson in einer Erklärung.
„Besonders besorgniserregend sind das Ausmaß und die Auswirkungen. Dies richtete sich nicht gegen eine einzelne Person oder ein einzelnes Unternehmen. Es hatte die Fähigkeit, Tausende von Geräten gleichzeitig zu erreichen.“
### Funktionsweise von SMS-Blastern
SMS-Blaster funktionieren, indem sie legitime Mobilfunkbasisstationen imitieren und so nahegelegene Telefone dazu verleiten, sich mit ihnen statt mit offiziellen Mobilfunknetzen zu verbinden.
Sobald ein Telefon eine Verbindung herstellt, können Angreifer Textnachrichten senden, die scheinbar von vertrauenswürdigen Organisationen wie Banken oder Regierungsbehörden stammen. Die Nachrichten enthalten in der Regel Links, die Opfer zu betrügerischen Websites leiten, die darauf ausgelegt sind, sensible Informationen wie Bankdaten oder Passwörter zu stehlen – eine Taktik, die weithin als „Smishing“ oder SMS-Phishing bekannt ist.
Da das Gerät als illegaler Mobilfunkmast fungiert, können nahegelegene Telefone ihre Verbindung zu legitimen Netzen vorübergehend verlieren, während sie mit dem System verbunden sind.
### Globaler Trend
Ähnliche Angriffe wurden in mehreren Ländern gemeldet, darunter Griechenland, Thailand, Indonesien, Katar und das Vereinigte Königreich. Oftmals waren gefälschte Basisstationen in Fahrzeugen versteckt und fuhren durch dicht besiedelte Gebiete.
In einem Fall im letzten Jahr verhaftete die thailändische Polizei zwei Verdächtige, die zugaben, von einem chinesischen Handler angeheuert worden zu sein, um Tausende von Phishing-Nachrichten pro Tag über Telekommunikationsausrüstung zu senden, die in einem Auto versteckt war. Ein chinesischer Student in London wurde im Juni zu mehr als einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er ein ähnliches System betrieben hatte, während er durch die Stadt fuhr.
Die kanadische Polizei gab die Identitäten der Verdächtigen nicht bekannt und gab auch nicht an, ob Opfer finanzielle Verluste erlitten haben. Die Ermittlungen dauern an.
<a href="https://www.recordedfuture.com/?utm_source=therecord&utm_medium=ad"><figure><img src="https://cms.therecord.media/uploads/2025_0514_Record_Ads_970x250_1_d144dbf901.png" data-nimg="1" decoding="async" height="500" width="1000" alt="Recorded Future"></figure></a>