Kongress steht kurz vor Verlängerung von FISA Abschnitt 702 ohne richterliche Anordnung, was Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes aufwirft
Befürworter von Bürgerfreiheiten schlagen Alarm, da der Kongress den Abschnitt 702 des **Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA)** offenbar ohne die Anforderung einer richterlichen Anordnung für den Zugriff auf Daten von US-Bürgern verlängern will. Dieser Schritt widerspricht früheren Zusagen zu Reformen und Aufsicht und erweitert potenziell die Überwachungsbefugnisse der Regierung.
Vor zwei Jahren verabschiedete der Kongress den „Reforming Intelligence and Securing America“ Act (**RISAA**), der einige Reformen des Abschnitts 702 von FISA enthielt. Obwohl der Gesetzentwurf problematische Erweiterungen enthielt, legte er auch fest, dass die Befugnisse nach Abschnitt 702 nur für zwei Jahre verlängert würden, was dem Kongress theoretisch die Aushandlung einer richterlichen Anordnung für den Zugriff auf Daten von Amerikanern und die Verfolgung anderer wichtiger Reformen ermöglichen sollte.
## Saubere Verlängerung am Horizont
Der Kongress scheint diese Bemühungen jedoch aufzugeben. Er erwägt nun eine weitere Verlängerung des Programms, ohne notwendige Reformen anzugehen. Bemerkenswert ist, dass keine Anforderung in Betracht gezogen wird, eine richterliche Anordnung einzuholen, bevor Daten von US-Bürgern, die wahllos gesammelt wurden, geprüft werden. Sprecher des Repräsentantenhauses **Mike Johnson** hat die Absicht bestätigt, eine „saubere Verlängerung von FISA… für mindestens 18 Monate“ voranzutreiben.
Noch besorgniserregender ist die offensichtliche Kehrtwende von **Jim Jordan**, dem Vorsitzenden des Justizausschusses des Repräsentantenhauses, der sich zuvor für eine richterliche Anordnung und die Schließung der Datenbroker-Schlupflöcher ausgesprochen hatte. Berichten zufolge hat er erklärt, er werde für eine saubere Verlängerung von FISA stimmen und behauptet, RISAA habe vorerst ausreichende Reformen enthalten.
## Geschichte des Missbrauchs und erweiterte Befugnisse
RISAA hat lediglich ein Massenüberwachungsprogramm mit einer Geschichte des Missbrauchs neu genehmigt. Vor der Neugenehmigung im Jahr 2024 wurde Abschnitt 702 missbraucht, um unangemessene Abfragen gegen friedliche Demonstranten, Bundes- und Landesabgeordnete, Kongressmitarbeiter, Tausende von Wahlkampfspendern, Journalisten und sogar einen Richter durchzuführen, der über Menschenrechtsverletzungen durch die örtliche Polizei berichtete. RISAA erweiterte die Befugnisse der Regierung weiter und erlaubte ihr, eine viel größere Gruppe von Personen und Anbietern zur Unterstützung dieser Überwachung zu zwingen. Wie die **Electronic Frontier Foundation (EFF)** bei der Verabschiedung erklärte, ist RISAA eine Farce für Amerikaner, die grundlegende verfassungsmäßige Rechte und Privatsphäre verdienen.
## Reformgesetzentwürfe auf dem Tisch
Abschnitt 702 sollte nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen oder Aufsicht neu genehmigt werden. Glücklicherweise liegen derzeit drei Gesetzentwürfe zur Reform vor, die der Kongress prüfen kann: **SAFE**, **PLEWSA** und **GSRA**. Obwohl keiner dieser Gesetzentwürfe perfekt ist, sind sie alle erheblich besser als der Status quo und sollten anstelle eines Gesetzesentwurfs in Betracht gezogen werden, der keinerlei Reformen versucht.
Massenüberwachung – der Zugriff auf eine riesige Menge von Kommunikationen von und mit Amerikanern, um dann Ziele geheim zu sortieren – war schon immer ein Problem für unsere Rechte. Es war ein Problem, als Präsident **George W. Bush** sie heimlich ohne die Aufsicht des Kongresses oder des Gerichts genehmigte. Und es blieb ein Problem, selbst nachdem der Abschnitt 702 im Jahr 2008 verabschiedet wurde und die Möglichkeit einer gewissen Aufsicht schuf. Der Kongress hatte Recht damit, dass diese Überwachung gefährlich ist, und deshalb hat er Abschnitt 702 für eine regelmäßige Überprüfung vorgesehen. Diese Überprüfung hat nicht stattgefunden, obwohl sich die Umstände der Führung der **NSA**, des **Justizministeriums** und des **FBI** radikal verändert haben. Eine Reform ist längst überfällig und jetzt dringend erforderlich.