KongTuke nutzt Microsoft Teams für schnelle Angriffe auf Unternehmensnetzwerke
Der Initial-Access-Broker **KongTuke** hat seine Taktiken geändert und nutzt nun **Microsoft Teams** für Social-Engineering-Angriffe, die in weniger als fünf Minuten persistenten Zugriff auf Unternehmensnetzwerke ermöglichen können. Der Bedrohungsakteur verleitet Benutzer dazu, einen bösartigen PowerShell-Befehl auszuführen, der letztendlich die **ModeloRAT**-Malware einsetzt.

Cyberkriminelle nutzen zunehmend **Microsoft Teams**, um Mitarbeiter ins Visier zu nehmen, indem sie sich als IT- und Helpdesk-Mitarbeiter ausgeben. **KongTuke**, bekannt für den Verkauf von Netzwerkzugängen an Ransomware-Betreiber, hat diese Methode übernommen, um sich schnell in Organisationen einzunisten.
### Der Angriffsvektor
Der Angriff beinhaltet die Überzeugung von Opfern, einen bösartigen PowerShell-Befehl auszuführen, der die "ModeloRAT"-Malware herunterlädt und ausführt.

*Der in den beobachteten Angriffen verwendete PowerShell-Befehl. Quelle: ReliaQuest*
Forscher von **ReliaQuest** haben diese Taktikänderung beobachtet und festgestellt, dass **KongTuke** zuvor auf webbasierte "FileFix"- und "CrashFix"-Köder setzte. Laut **ReliaQuest** "markiert diese Teams-Aktivität, die den webbasierten Ansatz ergänzt und nicht ersetzt, das erste Mal, dass wir KongTuke eine Kollaborationsplattform für den initialen Zugriff nutzen sehen."
### Kampagnendetails
Die Kampagne ist seit mindestens April 2026 aktiv, wobei **KongTuke** fünf **Microsoft 365**-Tenants rotierte, um der Erkennung zu entgehen. Um die interne IT-Unterstützung zu imitieren, verwendet der Angreifer Unicode-Leerzeichen-Tricks, um den Anzeigenamen legitim erscheinen zu lassen.
Der bösartige PowerShell-Befehl lädt ein ZIP-Archiv von **Dropbox** herunter, das eine portable WinPython-Umgebung enthält, welche dann die Python-basierte ModeloRAT (Pmanager.py) startet.
### ModeloRAT-Fähigkeiten
Die Malware sammelt System- und Benutzerinformationen, nimmt Screenshots auf und kann Dateien exfiltrieren. **ReliaQuest** hebt mehrere wichtige Entwicklungen in der für diese Kampagne verwendeten ModeloRAT-Version hervor:
1. **Resiliente C2-Architektur:** Ein Pool von fünf Servern, automatische Failover, zufällige URL-Pfade und Selbstaktualisierungsfähigkeit.
2. **Mehrere Zugriffspfade:** Eine primäre RAT, eine Reverse Shell und eine TCP-Backdoor, die auf separater Infrastruktur laufen.
3. **Erweiterte Persistenz:** Run-Schlüssel, Startup-Verknüpfungen, VBScript-Launcher und geplante Aufgaben auf SYSTEM-Ebene.

*Die persistente geplante Aufgabe. Quelle: ReliaQuest*
Bemerkenswerterweise wird die geplante Aufgabe nicht durch die Selbstzerstörungsroutine des Implantats entfernt, was ihm ermöglicht, Systemneustarts zu überdauern.
### Abhilfestrategien
Zur Abwehr von Teams-initiierten Angriffen wird empfohlen, die externe **Microsoft Teams**-Föderation mithilfe von Whitelists einzuschränken. Dies kann helfen, erste Kontaktversuche zu blockieren. Administratoren sollten auch die in **ReliaQuest's** Bericht bereitgestellten Indikatoren für Kompromittierung (IOCs) nutzen, um proaktiv nach Anzeichen von Kompromittierung und Persistenzartefakten zu suchen.
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