Mahsa Alert: Iranische Aktivisten starten Mapping-Plattform zur Umgehung staatlicher Kontrolle inmitten des Konflikts
Während sich der Konflikt im Iran verschärft, hat eine Gruppe von Aktivisten für digitale Rechte **Mahsa Alert** gestartet, eine dynamische Mapping-Plattform, die darauf ausgelegt ist, Bürgern Echtzeitinformationen und Offline-Funktionen bereitzustellen. Diese Initiative zielt darauf ab, die kritische Informationslücke zu schließen, die durch staatliche Zensur und Internetabschaltungen entstanden ist, und bietet Warnungen vor Angriffen und Standorten wichtiger Ressourcen.
Seitdem sich die Spannungen im **Iran** verschärft haben, sehen sich iranische Bürger einem Klima der Angst und Unsicherheit ausgesetzt, das durch Internetabschaltungen noch verschärft wird. Als Reaktion darauf hat eine Gruppe iranischer Aktivisten für digitale Rechte und Freiwillige an **Mahsa Alert** gearbeitet, einer Mapping-Plattform, die darauf ausgelegt ist, Betroffenen wichtige Informationen bereitzustellen.
**Mahsa Alert: Eine digitale Lebensader**
Das Projekt unter der Leitung von **Ahmad Ahmadian**, dem Präsidenten und CEO der in den USA ansässigen Gruppe für digitale Rechte **Holistic Resilience**, zielt darauf ab, Echtzeitwarnungen und Offline-Mapping-Funktionen bereitzustellen. Die Plattform sendet Push-Benachrichtigungen über potenzielle Angriffe, liefert Details zu bestätigten Angriffsorten und bietet Offline-Mapping-Funktionen.
„Es gibt keine Notfallwarnung im Iran“, sagt **Ahmadian**. „Hier sahen wir die Dynamik, wir sahen den Bedarf und wir arbeiteten mit den Freiwilligen, mit einigen [Open-Source-Intelligence]-Experten weiter daran und nutzten dies, um das Ökosystem der Repressionsmaschinerie und Überwachung des Iran abzubilden.“
**Technische Details und Offline-Funktionalität**
**Mahsa Alert** ist als Website und als Apps für **Android** und **iOS** verfügbar. Die Apps sind so konzipiert, dass sie schlank und einfach zu bedienen sind und aufgrund der staatlichen Kontrolle der Konnektivität und des unregelmäßigen Internetzugangs Offline-Funktionen priorisieren. Updates sind klein, etwa 60-100 Kilobyte, und werden als APK-Dateien verteilt.
**Funktionen und Verifizierungsprozess**
Die Plattform kartiert Standorte bestätigter Angriffe, die von **Ahmadians** Team anhand von Videomaterial und Bildern verifiziert werden, die über einen **Telegram**-Bot eingereicht oder in sozialen Medien geteilt wurden. Sie hebt auch Gefahrenzonen hervor, wie z. B. Standorte, die mit dem iranischen Atomprogramm oder dem Militär verbunden sind, und enthält Standorte von CCTV-Kameras, staatlichen Kontrollpunkten, medizinischen Einrichtungen und religiösen Stätten.
„Wir müssen einen Due-Diligence- und Verifizierungsprozess durchlaufen und sie kennzeichnen, bevor wir sie auf die Karte setzen“, erklärt **Ahmadian** und weist auf einen Rückstand von über 3.000 Berichten hin. Das Team gibt an, dass 90 Prozent der bestätigten Angriffe an Orten stattfanden, die bereits auf der Plattform abgebildet waren.
**Wachsende Nutzerbasis und Wirkung**
**Mahsa Alert** hat auf Social Media an Sichtbarkeit gewonnen, wobei Iraner Details von der Karte teilen. Die App verzeichnete einen Nutzeranstieg von fast Null auf über 100.000 tägliche aktive Nutzer, mit rund 335.000 Nutzern in diesem Jahr. **Ahmadian** gibt an, dass etwa 28 Prozent der Nutzer von innerhalb des **Iran** auf die Plattform zugreifen.
**Hintergrund und Motivation**
**Mahsa Alert** ist nach **Mahsa Amini** benannt, deren Tod im Polizeigewahrsam im Jahr 2022 landesweite Proteste auslöste. Die Plattform adressiert den Mangel an vertrauenswürdigen Informationsquellen im **Iran** aufgrund der staatlichen Kontrolle über digitale Konnektivität und Medien.
**Herausforderungen und Bedrohungen**
Seit seiner Einführung war **Mahsa Alert** Distributed-Denial-of-Service-Angriffen ausgesetzt. Ein aktueller Sicherheitsbericht detaillierte einen Versuch, seinen Domainnamen zu vergiften. Mehrere Nachahmer-Domains wurden ebenfalls identifiziert.