Meta entfernt heimliches Gesichtserkennungssystem für Smart Glasses nach WIRED-Enthüllung
**Meta** hat ein unveröffentlichtes Gesichtserkennungssystem, intern **NameTag** genannt, aus seiner **Meta AI** Begleit-App leise entfernt, nur einen Tag nachdem **WIRED** dessen Existenz enthüllt hatte. Das für **Meta**s Smart Glasses entwickelte System löste bei Experten und Befürwortern erhebliche Datenschutzbedenken aus. Diese rasche Reaktion erfolgte inmitten öffentlicher Dementis von **Meta**-Führungskräften bezüglich der Existenz der Funktion.
### Meta entfernt heimliche Gesichtserkennung nach WIRED-Enthüllung
In einem schnellen und unangekündigten Schritt hat **Meta** seine **Meta AI** Begleit-App für Smart Glasses von einem unveröffentlichten Gesichtserkennungssystem befreit, nur wenige Stunden nachdem ein investigativer Bericht von **WIRED** die heimliche Technologie ans Licht gebracht hatte. Die Funktion, intern als **NameTag** bekannt, war dazu bestimmt, von den Brillen erfasste biometrische Daten zu verarbeiten und löste sofortige Datenschutzalarme aus.
Die neueste Version der **Meta AI** App, die kurz nach der Enthüllung durch **WIRED** veröffentlicht wurde, enthält keine explizit für Gesichtserkennung benannten Codebibliotheken mehr, die in der vorherigen Version vorhanden waren.
### Die Enthüllung von NameTag
**WIRED**s Bericht detaillierte, wie **Meta** wesentliche Komponenten des **NameTag**-Systems in die **Meta AI** App integriert hatte. Obwohl nie öffentlich aktiviert, war das System darauf ausgelegt, von Smart Glasses erfasste Gesichter in eindeutige biometrische Signaturen oder "Gesichtsprofile" umzuwandeln, um sie mit einer lokalen Datenbank zu vergleichen. Darüber hinaus wurden Gesichter, die nicht sofort erkannt wurden, Berichten zufolge zugeschnitten, indiziert und auf dem Gerät des Benutzers für zukünftige Verarbeitungen gespeichert.
Die Existenz von **NameTag** wurde erstmals im Februar bekannt, als **The New York Times** unter Berufung auf interne **Meta**-Dokumente über die Pläne des Unternehmens berichtete, Gesichtserkennung für seine Smart Glasses zu entwickeln und potenziell einzuführen. Interne Memos deuteten angeblich auf eine Einführung während eines "dynamischen politischen Umfelds" hin, in dem Datenschutzbefürworter möglicherweise abgelenkt sein könnten. **WIRED**s nachfolgende Untersuchung ergab, dass ein Großteil von **NameTag**s Mechanismus bereits in der **Meta AI** App eingebettet war, die bereits im Januar von Millionen heruntergeladen wurde, obwohl **Meta** behauptete, es sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden.
### Metas anfängliches Dementi
Nach **WIRED**s ursprünglichem Bericht wiesen **Meta**-Führungskräfte die Ergebnisse öffentlich zurück. **Andy Stone**, **Meta**s Vizepräsident für Kommunikation, erklärte, das Unternehmen "könne keine Fragen beantworten, wie das System funktionieren würde, da 'die Funktion nicht existiert'." Ebenso bezeichnete **Andrew Bosworth**, **Meta**s Chief Technology Officer, die Berichterstattung als "unglaublich irreführend" und "absolut unehrlich".
Vor der Veröffentlichung seines Berichts hatte **WIRED** **Meta** zehn Fragen gestellt, darunter Anfragen zur Existenz einer Gesichtsprofil-Datenbank, zu den Datenspeicherrichtlinien für nicht erkannte Personen und zur möglichen Datenübertragung an **Meta**s Server. **Meta** weigerte sich, diese Fragen zu beantworten, und ging auch nicht auf Kritik von Datenschutzbefürwortern ein, die sich auf den potenziellen Missbrauch durch Stalker oder Täter bezog, oder ob Benutzer Opt-in/Opt-out-Optionen hätten.
### Der Code verschwindet
Die neu veröffentlichte Version von **Meta AI** hat systematisch fast alle Spuren der Funktion entfernt, von der **Meta** behauptet hatte, sie existiere nicht. Dazu gehören die Kern-Gesichtserkennungssoftware, der Code, der für den **NameTag**-Erkennungsprozess verantwortlich ist, und die "Person erkannt"-Benachrichtigung, die bei Identifizierung erschienen wäre. Entscheidend ist, dass das Update auch den Ordner eliminiert hat, der für die Speicherung von zugeschnittenen Bildern und biometrischen Signaturen nicht erkannter Gesichter vorgesehen war.
**Meta** hat sich noch nicht zu den Gründen für die Entfernung des Codes geäußert, ob diese Änderungen im Voraus geplant waren oder ob das Unternehmen beabsichtigt, das **NameTag**-System in Zukunft weiter zu verfolgen. Ein paar Fragmente, wie eine interne Debug-Menübezeichnung und ein ruhender Link zum Öffnen des Profils einer erkannten Person, bleiben als Echos des nun abwesenden Systems erhalten.
### Verbleibende Fragen und Forderungen nach stärkeren Datenschutzgesetzen
**Kade Crockford**, Direktorin des Programms "Technology for Liberty" bei der **American Civil Liberties Union of Massachusetts (ACLU)**, betonte, dass die Entfernung nicht die ursprüngliche Entscheidung, den Code einzubetten, negiere. Crockford sieht diesen Vorfall als weiteren Beweis dafür, dass der Verbraucherschutz robustere gesetzliche Schutzmaßnahmen erfordert, als der Kongress derzeit bietet. Sie hob die jüngste einstimmige Verabschiedung eines Verbraucherschutzgesetzes durch das Repräsentantenhaus von **Massachusetts** hervor, das starke Durchsetzungsbestimmungen enthält, und forderte andere Staaten auf, ähnliche Gesetze zu verabschieden, insbesondere mit einem privaten Klagerecht für geschädigte Nutzer.
"**Meta**s hinterhältige Taktiken, den Gesichtserkennungscode in seine Smart Glasses einzuschleusen, zeigen genau, warum Datenschutzgesetze den Biss starker Durchsetzung brauchen", erklärte Crockford. "Unternehmen wie **Meta** priorisieren ihre Gewinne, daher müssen Gesetzgeber in der einzigen Sprache sprechen, die ihre C-Suite versteht."