Meta setzt KI gegen minderjährige Nutzer auf Facebook und Instagram ein
Meta verschärft seinen Kampf gegen minderjährige Nutzer durch den Einsatz eines KI-Systems, das Bilder und Videos auf visuelle Hinweise wie Körpergröße und Knochenstruktur analysiert, um Konten von Nutzern unter 13 Jahren zu identifizieren und zu entfernen. Dieser Schritt folgt auf zunehmende Prüfungen und Kritik an der Unwirksamkeit herkömmlicher Altersverifizierungsmethoden auf Facebook und Instagram.
## KI zur Rettung: Metas neue Strategie zur Altersverifizierung
Meta implementiert ein KI-gesteuertes System, um seine Altersverifizierungsprozesse auf Instagram und Facebook zu verbessern. Das System analysiert Bilder und Videos auf "visuelle Hinweise" wie Körpergröße und Knochenstruktur, um Konten von Nutzern unter 13 Jahren zu identifizieren und zu entfernen.
Diese Initiative ist Teil einer breiteren, KI-basierten Sicherheitsstrategie, die darauf abzielt, die Einschränkungen aktueller Methoden zu überwinden, die stark auf selbst angegebene Altersangaben angewiesen sind. Das Unternehmen möchte es Minderjährigen erschweren, auf Plattformen zuzugreifen, die theoretisch für sie gesperrt sind.
In einer Pressemitteilung erläuterte Meta die Implementierung von Tools zur Identifizierung kontextbezogener Indikatoren zur Schätzung des Alters eines Nutzers. Dazu gehört die Analyse von Beiträgen, Kommentaren, Biografien und Beschreibungen, wobei der Schwerpunkt auf Hinweisen zu Schuljahren oder Geburtstagsfeiern liegt.
Diese Tools ergänzen automatisierte Analysetechniken, die physische Merkmale aus Bildern erkennen, wie z. B. Körpergröße und Knochenstruktur. Meta betont, dass es sich hierbei nicht um Gesichtserkennung handelt; es wird nicht versucht, bestimmte Personen zu identifizieren. Stattdessen werden visuelle Erkenntnisse mit Text- und Interaktionsanalysen kombiniert, um die Erkennung und Entfernung von Konten Minderjähriger zu verbessern.
Wenn Meta vermutet, dass ein Konto von einem Kind unter 13 Jahren geführt wird, wird es gesperrt und der Nutzer muss sein Alter erneut bestätigen. Andernfalls wird das Profil dauerhaft gelöscht.
Meta plant außerdem, seine Technologie zu erweitern, um Nutzer zwischen 13 und 15 Jahren zu erkennen und ihnen automatisch Teenager-Konten mit standardmäßig aktivierten Inhaltsbeschränkungen und elterlichen Kontrollen zuzuweisen.
## Ausweitung der Einführung
Nachdem Meta 2024 mit der Implementierung von Altersverifizierungstechnologien für Instagram-Nutzer in den USA, Australien, Kanada und dem Vereinigten Königreich begonnen hat, wird das Unternehmen den Mechanismus auf Instagram-Konten in Brasilien und 27 europäischen Ländern ausweiten. Darüber hinaus werden diese Praktiken erstmals auf Facebook-Nutzer in den USA angewendet, mit Plänen zur Ausweitung auf die EU und das Vereinigte Königreich im nächsten Monat.
## Druck von Regulierungsbehörden
Die neuen Maßnahmen werden als Reaktion auf eine vorläufige Entscheidung der Europäischen Kommission angesehen, die Meta wegen Nichteinhaltung des Digital Services Act für schuldig befunden hat, da das Unternehmen Kinder unter 13 Jahren nicht wirksam an der Nutzung seiner Plattformen gehindert hat. Die EU-Behörde kritisierte das Fehlen robuster Mechanismen des Unternehmens zur Sperrung eines solchen Zugangs und die Unzulänglichkeit seiner aktuellen Systeme zur Identifizierung und Sperrung von Konten.
Diese Kritik wird durch eine Umfrage der gemeinnützigen Organisation Internet Matters gestützt, die ergab, dass etwa ein Drittel der Kinder im Vereinigten Königreich Altersbeschränkungen auf Social-Networking-Seiten erfolgreich umgangen hat. Der Bericht mit dem Titel „The Online Safety Act: Are Children Safe Online?“ zeigte, dass 46 Prozent der 9- bis 16-Jährigen das Umgehen von Alterskontrollen für einfach halten und 32 Prozent zugeben, dies getan zu haben.
Zu den gängigen Techniken gehören die Registrierung mit einem falschen Geburtsdatum, die Verwendung von Ausweisen älterer Personen, die Einreichung von Verifizierungsvideos mit Gesichtern von Erwachsenen, die Verwendung von Videospielcharakteren und sogar das Aufmalen von Schnurrbärten, um automatisierte Systeme zu täuschen.
In seinem offiziellen Blog schlägt Meta eine Gesetzgebung vor, die App-Stores verpflichtet, das Alter der Nutzer zu überprüfen und elterliche Genehmigungssysteme einzurichten, mit der Absicht, diese Informationen für ein zentralisiertes und datenschutzfreundliches System zur Altersprüfung mit Apps und Entwicklern zu teilen.