Mutmaßlicher Drahtzieher von Dream Market in gemeinsamer US-deutscher Operation gefasst
Nach jahrelangen Ermittlungen haben die Behörden den mutmaßlichen Administrator des berüchtigten Darknet-Marktplatzes **Dream Market**, der 2019 abgeschaltet wurde, festgenommen. Owe Martin Andresen (49) sieht sich in Deutschland und den Vereinigten Staaten mit mehreren Geldwäschevorwürfen konfrontiert.
Deutsche und US-amerikanische Behörden haben Owe Martin Andresen, den mutmaßlichen Hauptadministrator hinter **Dream Market**, einem Darknet-Forum, das 2019 den Betrieb einstellte, verhaftet.
**Verhaftung und Anklage**
Am 7. Mai führten deutsche und US-amerikanische Strafverfolgungsbehörden Razzien an drei Orten durch, die zur Verhaftung von **Owe Martin Andresen** (49) führten. Er sieht sich mit mehreren Geldwäschevorwürfen konfrontiert.
Das US-Justizministerium (DOJ) hat diese Woche eine Anklageschrift veröffentlicht, in der Andresen beschuldigt wird, der Hauptadministrator von **Dream Market** gewesen zu sein. Das DOJ hat sich noch nicht zu möglichen Auslieferungsersuchen Deutschlands geäußert, wo Andresen ebenfalls angeklagt ist.
Der US-Staatsanwalt Theodore Hertzberg erklärte, Andresen werde "aufgrund seiner Handlungen sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten strafrechtlich verfolgt". Ihm wird vorgeworfen, Provisionen aus illegalen Aktivitäten über Kryptowährungs-Wallets geschleust und die Erlöse in Goldbarren umgewandelt zu haben.
**Aufstieg und Fall von Dream Market**
Laut Gerichtsunterlagen wurde **Dream Market** 2013 von Andresen und anderen mitbegründet und entwickelte sich schließlich zu einem wichtigen kriminellen Marktplatz. Auf seinem Höhepunkt bot die Seite über 100.000 Angebote und ermöglichte den Verkauf erheblicher Mengen an Heroin, Kokain, Fentanyl und anderen illegalen Substanzen.
Die Plattform operierte im **Tor**-Anonymisierungsnetzwerk und nutzte Kryptowährungen für Transaktionen.
Eine Strafverfolgungsoperation im Jahr 2019 führte zu zahlreichen Verhaftungen von Online-Drogenhändlern, was **Dream Market** dazu veranlasste, seine Abschaltung anzukündigen. Diese Razzien waren Teil einer breiteren Anstrengung, den Marktplatz zu zerschlagen, was zur Verhaftung und Verurteilung mehrerer hochrangiger Verkäufer und Administratoren führte.
Während ein mittelrangiger Administrator zuvor im Vereinigten Königreich verhaftet und strafrechtlich verfolgt wurde, blieb der Hauptadministrator bis jetzt auf freiem Fuß.
**Die Geldspur verfolgen**
Nach der Abschaltung überwachten US-Behörden weiterhin mit **Dream Market** verbundene Kryptowährungs-Wallets, die jahrelang unberührt blieben. Diese Wallets enthielten Millionen von Dollar in Kryptowährungen, die aus von Kunden gezahlten Provisionen stammten.
Ende 2022 soll Andresen auf diese Wallets zugegriffen und die Kryptowährung auf andere Wallets übertragen haben. Er versuchte, die Gelder zu waschen, indem er Goldbarren von einem Unternehmen in Atlanta kaufte und sie an seine Wohnadresse in Deutschland schickte.
Die Staatsanwaltschaft behauptet, Andresen habe zwischen August 2023 und April 2025 rund 2 Millionen US-Dollar gewaschen.
Bei den Razzien in der vergangenen Woche beschlagnahmten die Behörden rund 1,7 Millionen US-Dollar in Goldbarren und 23.000 US-Dollar in bar aus Andresens Haus und anderen Orten. Sie entdeckten auch Bankkonten und Krypto-Wallets, die weitere 1,2 Millionen US-Dollar enthielten, die angeblich mit **Dream Market** in Verbindung stehen.
**Mögliche Strafen**
Andresen sieht sich sechs Anklagepunkten wegen Geldwäsche und sechs Anklagepunkten wegen internationaler Geldwäsche gegenüber. Für die US-Anklagepunkte drohen ihm bis zu 240 Jahre Haft und für die deutschen Anklagepunkte bis zu fünf Jahre.
**Jüngste Zerschlagungen von Darknet-Märkten**
Diese Verhaftung folgt auf eine Reihe von jüngsten Razzien gegen Darknet-Märkte. Der Administrator eines anderen Darknet-Marktes wurde kürzlich zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt, während ein taiwanesischer Staatsbürger wegen seiner Rolle bei **Incognito Market** zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde. US-Beamte haben im vergangenen Jahr auch den mutmaßlichen Gründer von **Nemesis Market** angeklagt.
