Neuer FISA-Gesetzentwurf: "Feigenblatt" für amerikanische Überwachung, sagen Kritiker
Ein neuer Gesetzentwurf, der Foreign Intelligence Accountability Act, wurde von Sprecher Johnson kurz vor dem Auslaufen von Abschnitt 702 des FISA eingeführt. Datenschutzbefürworter argumentieren, dass der Gesetzentwurf keine sinnvollen Reformen bietet, insbesondere hinsichtlich der richterlichen Anordnungsanforderungen für den Zugriff auf die privaten Kommunikationen von Amerikanern.
Der **Foreign Intelligence Accountability Act**, der als Abschnitt 702 des **Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA)** zur Wiederzulassung eingeführt wurde, zieht Kritik wegen seines wahrgenommenen Mangels an substanziellen Datenschutzbestimmungen auf sich. Angesichts der nahenden Frist für die Verlängerung von Abschnitt 702 wächst die Besorgnis, dass der Gesetzentwurf nur oberflächliche Änderungen an einem Programm bietet, das weithin als invasiv gilt.
### Fehlende richterliche Anordnung
Im Mittelpunkt der Debatte steht das Fehlen einer echten richterlichen Anordnung für das **FBI**, auf die privaten Gespräche von Personen innerhalb der USA zuzugreifen. Kritiker argumentieren, dass eine von einem Richter unterzeichnete richterliche Anordnung zwingend erforderlich sein sollte, wenn ein FBI-Beamter die Kommunikationen von Amerikanern prüfen möchte, die durch nationale Sicherheitsüberwachung erlangt wurden, ähnlich dem Standard für die Durchsuchung von E-Mail-Konten oder Wohnungen.
### Bedenken hinsichtlich der internen Aufsicht
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass ein Beamter für den Schutz bürgerlicher Freiheiten beim Direktor der nationalen Nachrichtendienste FBI-Abfragen von US-Personen im Rahmen dieses Programms überprüft. Diese Bewertung würde jedoch *nachdem* die Überwachung bereits stattgefunden hat, erfolgen. Dieser Ansatz der Selbstkontrolle innerhalb der Geheimdienste wird als unzureichend angesehen und könnte zu fortgesetztem Missbrauch ohne Rechenschaftspflicht führen.
### "Targeting"-Schlupflöcher
Obwohl der Gesetzentwurf eine Bestimmung enthält, die das "Targeting" von US-Personen verbietet, weisen Kritiker darauf hin, dass das geltende Recht bereits eine ähnliche Klausel enthält. Das Kernproblem, so argumentieren sie, ist, dass die Überwachung von Personen in den Vereinigten Staaten oft als "zufällig" gerechtfertigt wird, da Amerikaner nicht das direkte "Ziel" der Überwachung sind. Der Gesetzentwurf adressiert dieses Schlupfloch nicht und führt auch keine neuen Transparenzmaßnahmen ein oder schützt die Privatsphäre von Amerikanern.
### Aufruf zum Handeln
Befürworter fordern den Kongress dringend auf, den **Foreign Intelligence Accountability Act** abzulehnen und sich für echte Reformen von Abschnitt 702 des FISA einzusetzen. Sie betonen die Notwendigkeit einer richterlichen Anordnung und erhöhter Transparenz, um die bürgerlichen Freiheiten und Rechte der Amerikaner zu schützen.