Nexus Listener: Automatisierter Diebstahl von Anmeldedaten nutzt React2Shell-Schwachstelle aus
Eine groß angelegte Kampagne zur Ernte von Anmeldedaten nutzt aktiv die **React2Shell**-Schwachstelle (CVE-2025-55182) in anfälligen **Next.js**-Anwendungen aus. Angreifer nutzen ein automatisiertes Framework namens NEXUS Listener, um sensible Daten von kompromittierten Systemen zu stehlen und Hunderte von Hosts zu beeinträchtigen.

Cybersicherheitsforscher haben eine ausgeklügelte Kampagne aufgedeckt, die **Next.js**-Anwendungen ins Visier nimmt, die für den **React2Shell**-Exploit (CVE-2025-55182) anfällig sind. Die Operation, die von **Cisco Talos** einem Bedrohungscluster namens UAT-10608 zugeordnet wird, verwendet ein automatisiertes Framework namens **NEXUS Listener**, um Anmeldedaten und sensible Daten von kompromittierten Systemen zu ernten.
### Weitreichende Kompromittierung
Mindestens 766 Hosts auf verschiedenen Cloud-Anbietern und geografischen Standorten wurden kompromittiert. Die Angreifer konzentrieren sich auf das Sammeln von Datenbankanmeldedaten, **Amazon Web Services (AWS)**-Anmeldedaten, privaten SSH-Schlüsseln, API-Schlüsseln, Cloud-Tokens und Umgebungsvariablen.
### NEXUS Listener: Das automatisierte Erntewerkzeug
Das **NEXUS Listener**-Framework automatisiert den Prozess der Extraktion und Exfiltration sensibler Daten. **Cisco Talos** erhielt Zugang zu einer exponierten Instanz des Frameworks, die Einblicke in seine Funktionalität und den Umfang der geernteten Daten liefert.

**Das Hauptpanel von Nexus Listener**
*Quelle: Cisco Talos*
### Angriffs-Kette: Von der Schwachstelle zur Exfiltration
Der Angriff beginnt mit automatisiertem Scannen nach anfälligen **Next.js**-Anwendungen. Sobald ein anfälliges Ziel identifiziert wurde, wird die **React2Shell**-Schwachstelle ausgenutzt, um ein mehrstufiges Skript zur Ernte von Anmeldedaten in das Standard-Temporärverzeichnis einzuschleusen.
Gestohlene Daten umfassen:
* Umgebungsvariablen und Geheimnisse (API-Schlüssel, Datenbankanmeldedaten, GitHub/GitLab-Tokens)
* SSH-Schlüssel
* Cloud-Anmeldedaten (**AWS**/GCP/Azure-Metadaten, IAM-Anmeldedaten)
* Kubernetes-Tokens
* Docker/Container-Informationen
* Befehlshistorie
* Prozess- und Laufzeitdaten
Diese sensiblen Informationen werden dann in Chunks über HTTP-Anfragen über Port 8080 an einen Command-and-Control (C2)-Server, auf dem die **NEXUS Listener**-Komponente läuft, exfiltriert. Die Angreifer erhalten eine detaillierte Ansicht der Daten, einschließlich Such-, Filter- und statistischer Analysefunktionen.

**Umfang der im Rahmen der Kampagne gesammelten Geheimnisse**
*Quelle: Cisco Talos*
### Auswirkungen und Empfehlungen
Die gestohlenen Anmeldedaten können Angreifern ermöglichen, Cloud-Konten zu übernehmen, auf Datenbanken und Zahlungssysteme zuzugreifen und Supply-Chain-Angriffe zu starten. Kompromittierte SSH-Schlüssel erleichtern die laterale Bewegung innerhalb kompromittierter Netzwerke.
**Cisco** betont die potenziellen regulatorischen Konsequenzen, die sich aus der Offenlegung persönlich identifizierbarer Informationen ergeben können.
Um das Risiko zu mindern, empfiehlt **Cisco Talos** Folgendes:
* Sicherheitsupdates für **React2Shell** anwenden.
* Serverseitige Datenexposition prüfen.
* Alle Anmeldedaten sofort rotieren, wenn ein Kompromittierung vermutet wird.
* **AWS** IMDSv2 erzwingen.
* Wiederverwendete SSH-Schlüssel ersetzen.
* Geheimnisprüfung aktivieren.
* WAF/RASP-Schutz für **Next.js**-Anwendungen bereitstellen.
* Least-Privilege-Prinzip über Container und Cloud-Rollen hinweg erzwingen.
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