Ofcom untersucht Telegram wegen Bedenken hinsichtlich kinderpornografischem Material
Die britische Regulierungsbehörde für Kommunikation, **Ofcom**, hat eine formelle Untersuchung gegen **Telegram** eingeleitet, nachdem Beweise dafür vorliegen, dass die Plattform zum Austausch von kinderpornografischem Material (CSAM) genutzt wird. Diese Untersuchung erfolgt im Rahmen des britischen Online Safety Act und prüft die Einhaltung der Pflichten von Telegram zum Schutz der Nutzer vor illegalen Inhalten.

**Ofcom**, die unabhängige Regulierungsbehörde für Kommunikation des Vereinigten Königreichs, hat eine Untersuchung gegen **Telegram** eingeleitet, basierend auf Beweisen, die auf die Nutzung der Plattform zum Austausch von kinderpornografischem Material (CSAM) hindeuten.
### Untersuchung im Rahmen des Online Safety Act
Die Untersuchung, die im Rahmen des britischen Online Safety Act eingeleitet wurde, zielt darauf ab festzustellen, ob der Social-Media- und Instant-Messaging-Dienst (IM) seinen Pflichten in Bezug auf illegale Inhalte nachkommt. Diese Pflichten schreiben die Verhinderung des Austauschs von CSAM auf der Plattform vor.
Ofcom gab an, Beweise vom Canadian Centre for Child Protection bezüglich der angeblichen Präsenz und des Austauschs von CSAM auf **Telegram** erhalten zu haben und eine eigene Bewertung der Plattform durchgeführt zu haben.

"Angesichts dessen haben wir beschlossen, eine Untersuchung einzuleiten, um zu prüfen, ob **Telegram** seinen Pflichten in Bezug auf illegale Inhalte nicht nachgekommen ist oder nicht nachkommt", sagte Ofcom.
### Reaktion von Telegram
**Telegram** hat die Vorwürfe von **Ofcom** zurückgewiesen und erklärt, dass es "die öffentliche Verbreitung von CSAM" auf seiner Plattform seit 2018 "virtuell eliminiert" habe.
"Wir sind von dieser Untersuchung überrascht und besorgt, dass sie Teil eines breiteren Angriffs auf Online-Plattformen sein könnte, die die Meinungsfreiheit und das Recht auf Privatsphäre verteidigen", erklärte Telegram.
### Umfassendere Untersuchungen
**Ofcom** hat auch formelle Untersuchungen gegen zwei Teenager-Chatseiten (Teen Chat und Chat Avenue) wegen Bedenken hinsichtlich der potenziellen Anbahnung von Kindern durch Pädophile eingeleitet. Diese Untersuchungen zielen darauf ab, zu bewerten, ob diese Dienste die notwendigen Schritte unternehmen, um diese Risiken zu mindern.
Die Online-Sicherheitsaufsichtsbehörde des Vereinigten Königreichs untersucht auch **X** im Rahmen des britischen Online Safety Act wegen nicht einvernehmlich erstellter sexuell expliziter Inhalte, die über den Grok AI-Chatbot-Account generiert wurden.
### Mögliche Strafen
Wenn **Ofcom** Verstöße gegen die Vorschriften feststellt, kann es Geldstrafen von bis zu 18 Millionen Pfund oder 10 % des weltweiten Umsatzes des Unternehmens verhängen, je nachdem, welcher Betrag höher ist. In schweren Fällen der Nichteinhaltung kann **Ofcom** eine gerichtliche Anordnung beantragen, die die betreffende Plattform im Vereinigten Königreich effektiv verbietet.
"In den schwerwiegendsten Fällen der Nichteinhaltung und wo dies angesichts der Risiken für Einzelpersonen im Vereinigten Königreich angemessen ist, können wir eine gerichtliche Anordnung beantragen, um Dritte zu verpflichten, Maßnahmen zur Störung des Geschäfts des Anbieters zu ergreifen", stellte **Ofcom** fest.
"Dies kann Dritte (wie Anbieter von Zahlungs- oder Werbediensten oder Internetdienstanbieter) dazu verpflichten, Dienstleistungen einzustellen oder den Zugang zu einem regulierten Dienst im Vereinigten Königreich zu blockieren."
