Phishing-Kampagnen nutzen No-Code-KI-Plattform Bubble, um Microsoft-Konten ins Visier zu nehmen
Cyberkriminelle nutzen die No-Code-App-Entwicklungsplattform **Bubble**, um herkömmliche Phishing-Erkennungsmechanismen zu umgehen. Durch das Hosten bösartiger Webanwendungen auf einer legitimen Domain leiten Angreifer Benutzer erfolgreich zu Seiten zur Erfassung von Anmeldeinformationen um, die als **Microsoft**-Login-Portale getarnt sind.

Phishing-Kampagnen entwickeln sich weiter, und Sicherheitsexperten von **Kaspersky** haben eine neue Taktik aufgedeckt: den Missbrauch der **Bubble** No-Code-App-Entwicklungsplattform. Dies ermöglicht es Bedrohungsakteuren, bösartige Webanwendungen zu generieren und zu hosten, die darauf ausgelegt sind, Anmeldeinformationen für **Microsoft**-Konten zu stehlen.
### Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen
Der Schlüssel zum Erfolg dieser Methode liegt in der Legitimität der Hosting-Plattform. Da die Phishing-Web-App auf einer vertrauenswürdigen *.bubble.io-Domain gehostet wird, ist es unwahrscheinlicher, dass E-Mail-Sicherheitslösungen den Link als bösartig einstufen, wodurch ahnungslose Benutzer auf die Seite zugreifen können.
Diese Seiten ahmen oft **Microsoft**-Login-Portale nach, manchmal versteckt hinter einer **Cloudflare**-Prüfung, was eine weitere Täuschungsebene hinzufügt.
Alle auf diesen gefälschten Webseiten eingegebenen Anmeldeinformationen werden sofort an die Angreifer weitergeleitet. Dies verschafft ihnen unbefugten Zugriff auf E-Mails, Kalenderdaten und andere sensible Informationen, die mit **Microsoft 365**-Konten verbunden sind.

### Wie Bubble missbraucht wird
**Bubble** ist eine KI-gestützte No-Code-Plattform, die es Benutzern ermöglicht, Anwendungen zu erstellen, indem sie einfach ihre gewünschte Funktionalität beschreiben. Die Plattform generiert dann automatisch die Backend-Logik und den Frontend-Code.
Angreifer nutzen dies aus, indem sie **Bubble**-Apps erstellen, die aus komplexen JavaScript-Bundles und stark auf Shadow DOM basierenden Strukturen bestehen. Diese verschleierten Strukturen erschweren es statischen und automatisierten Analysetools, bösartige Umleitungs-Skripte zu identifizieren.
"Der von dieser No-Code-Plattform generierte Code ist ein riesiges Durcheinander aus JavaScript und isolierten Shadow DOM (Document Object Model)-Strukturen", erklärt **Kaspersky**. "Selbst für einen Experten ist es auf den ersten Blick schwierig zu verstehen, was passiert; man muss wirklich tief eintauchen, um zu verstehen, wie alles funktioniert und was der Zweck ist."

### Phishing-as-a-Service (PhaaS)-Implikationen
Forscher warnen, dass diese Technik wahrscheinlich von PhaaS-Plattformen übernommen und in Phishing-Kits integriert wird. Diese Kits bieten bereits Funktionen wie den Diebstahl von Sitzungscookies, Adversary-in-the-Middle (AiTM)-Schichten zur Umgehung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), Geo-Fencing, Anti-Analyse-Tricks und KI-generierte E-Mail-Inhalte. Der Missbrauch legitimer Plattformen wie **Bubble** wird die Tarnung und Effektivität dieser Angriffe nur noch erhöhen.
**BleepingComputer** hat **Bubble** um einen Kommentar gebeten, hat aber noch keine Antwort erhalten.
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