Proton startet datenschutzorientierte Videokonferenzplattform „Meet“ mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
**Proton**, bekannt für sein Engagement für Datenschutz, hat **Meet** vorgestellt, einen neuen Videokonferenzdienst, der als sichere Alternative zu Mainstream-Plattformen konzipiert ist. Meet bietet Ende-zu-Ende-verschlüsselte (E2EE) Anrufe und zielt darauf ab, die wachsenden Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Einhaltung von Vorschriften wie der DSGVO auszuräumen.

**Proton** hat offiziell **Meet** gestartet, einen Videokonferenzdienst, der Datenschutz und Sicherheit in den Vordergrund stellt. Als Alternative zu Diensten wie **Google Meet**, **Zoom** und **Microsoft Teams** positioniert, zielt **Proton Meet** darauf ab, einen sicheren Kommunikationskanal für datenschutzbewusste Nutzer und Organisationen bereitzustellen.
### Hauptmerkmale und Preise
**Meet** bietet Ende-zu-Ende-verschlüsselte (E2EE) Anrufe, um die Vertraulichkeit von Gesprächen zu gewährleisten. Nutzer können kostenlos an einstündigen Meetings mit bis zu 50 Teilnehmern teilnehmen, ohne auch nur ein **Proton**-Konto zu benötigen. Für längere Anrufe bietet **Proton** einen „Pro“-Tarif ab 7,99 $/Monat an.
**Proton** entwickelte **Meet** als Reaktion auf die steigende Nachfrage nach datenschutzfreundlichen, in der EU ansässigen Alternativen, die die Einhaltung der DSGVO, CCPA (California Consumer Privacy Act) erleichtern und Herausforderungen durch den US Cloud Act und geopolitische Instabilität bewältigen. Das Unternehmen hebt auch das Risiko hervor, dass Nutzergespräche zum Trainieren von KI-Modellen verwendet werden könnten, was potenziell private Daten aus großen Sprachmodellen (LLMs) preisgeben könnte.

*Screenshare auf Proton Meet. Quelle: Proton*
„**Proton Meet** gibt Ihnen Ihre Privatsphäre und Seelenfrieden zurück, indem es Ihre Anrufe mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt, sodass niemand mithören oder Ihre Gespräche zum Verkauf von Anzeigen, zur Überwachung oder zum Trainieren von KI nutzen kann“, erklärt **Proton**.
Die Nutzung von **Meet** ist unkompliziert: Nutzer erstellen einen Konferenzanruf-Link und teilen ihn mit den Teilnehmern. Der Dienst lässt sich in **Proton Calendar** integrieren und unterstützt das Hinzufügen geplanter Meetings zu **Google**- und **Microsoft**-Kalendern.
### Robuste Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen
**Proton Meet** sichert Anrufe mit Messaging Layer Security (MLS), einem unabhängig geprüften Open-Source-Protokoll für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, das für Echtzeit-Gruppenchats entwickelt wurde.
**Proton** hat zusätzliche Details zu MLS veröffentlicht und betont, dass alle Medien und Chats clientseitig verschlüsselt werden, wodurch das Unternehmen keinen Zugriff auf Klartextdaten hat oder diese verarbeiten kann.
Die Architektur von **Proton Meet** basiert auf WebRTC mit Selective Forwarding Units (SFU) zur Weiterleitung von Medien und Chats an alle Teilnehmer.
Jeder Meeting-Link enthält eine ID und ein Passwort, die lokal auf der Client-Seite gespeichert werden und Teilnehmer über das Secure Remote Password (SRP)-Protokoll authentifizieren, das seit einem Jahrzehnt auf anderen **Proton**-Diensten verwendet wird.

*Quelle: Proton*
Das MLS-System bildet eine kryptografische Gruppe, die einen Epoch-Schlüssel zur Verschlüsselung teilt, der bei jedem Beitritts-/Austrittsereignis rotiert wird. Neue Mitglieder können keine vergangenen Nachrichten lesen (Forward Secrecy), alte Mitglieder können keine zukünftigen Nachrichten lesen, und alle Teilnehmer haben volle Sicht auf die Anrufteilnehmer, während ihre Namen Ende-zu-Ende verschlüsselt bleiben.
E-Mail- und IP-Adressinformationen bleiben zwischen den Teilnehmern privat, und **Proton** speichert keine Aufzeichnungen darüber, wer mit wem gesprochen hat.
**Proton** versichert, dass selbst im Falle einer Serverkompromittierung der Datenverkehr unlesbar und unveränderlich bleibt und Datenbanken nur Meeting-IDs enthalten, was die Offenlegung sensibler Informationen gegenüber Angreifern verhindert.
Das Hauptrisiko liegt in der Kompromittierung des Meeting-Links, was durch das Sperren von Einträgen nach dem Beitritt aller erwarteten Teilnehmer, das Entfernen nicht autorisierter Teilnehmer oder die Rotation des Links gemindert werden kann.