Repräsentantenhaus lehnt Verlängerung des Abschnitts 702 Überwachungsprogramms angesichts parteiübergreifender Bedenken ab
Eine späte Abstimmung im Repräsentantenhaus scheiterte bei der Verlängerung von Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA), was tiefe parteiübergreifende Gräben bezüglich der Überwachung von Amerikanern ohne richterlichen Beschluss aufzeigt. Das Programm, das Bundesbeamten den Zugriff auf die Kommunikation von Amerikanern ohne richterlichen Beschluss ermöglicht, steht angesichts des nahenden Ablaufs der Genehmigung durch den Kongress vor einer ungewissen Zukunft.
Das Repräsentantenhaus lehnte in einer dramatischen Abstimmung spät in der Nacht eine Verlängerung von **Abschnitt 702** des **Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA)** ab und zeigte damit erheblichen parteiübergreifenden Widerstand gegen das Überwachungsprogramm.
### Die umstrittene Abstimmung
**Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson** rief die Abstimmung nach Mitternacht am Freitag ein, mit dem Ziel, das Programm zu erhalten, das es Bundesbeamten ermöglicht, die Kommunikation von Amerikanern ohne richterlichen Beschluss zu lesen. Jedoch brachen zwanzig Republikaner aus, versenkten den Gesetzentwurf und erteilten sowohl Johnson als auch dem ehemaligen Präsidenten **Donald Trump**, der sich persönlich für die Verabschiedung eingesetzt hatte, eine scharfe Rüge.
### Abschnitt 702 verstehen
Die gescheiterte Abstimmung ist der Höhepunkt wochenlangen parteiübergreifenden Widerstands gegen eine reine Wiederzulassung des Überwachungsprogramms. Abschnitt 702 erlaubt das Abhören der Kommunikation, die angeblich Ausländern im Ausland gehört. Es ist jedoch auch dafür bekannt, riesige Mengen von E-Mails, Textnachrichten, Telefonanrufen und anderen Daten von Amerikanern abzufangen – private Nachrichten, auf die das **FBI** und andere Behörden routinemäßig ohne richterlichen Beschluss zugreifen.
### Wichtigste Einwände und vorgeschlagene Änderungen
Das **Weiße Haus** und die republikanische Führung drängten auf eine „saubere“ Wiederzulassung und wehrten eine parteiübergreifende Allianz ab, die forderte, dass das FBI richterliche Beschlüsse einholen muss, bevor es die Nachrichten von Amerikanern durchsucht, und dass der Kongress der Regierung verbietet, persönliche Daten von Amerikanern von kommerziellen Brokern zu kaufen.
Eine von der Führung unterstützte Änderung, die Abschnitt 702 um weitere fünf Jahre verlängert hätte, enthielt eine Bestimmung, die Kritiker als „gefälschte richterliche Anforderung“ bezeichneten. Sie hätte Regierungsbeamten verboten, die Kommunikation von Amerikanern „vorsätzlich“ ohne richterlichen Beschluss ins Visier zu nehmen – ein Verhalten, das bereits durch das Gesetz verboten ist. Sie bot der Regierung auch einen Weg über einen richterlichen Beschluss, wenn Beamte hinreichenden Grund zu der Annahme hatten, dass die Person ein Agent einer ausländischen Macht ist – eine Befugnis, die bereits unabhängig vom Programm nach Abschnitt 702 besteht.
### Der weitere Weg
Das Scheitern des Repräsentantenhauses überlässt es dem Senat, die nächsten Schritte zu bestimmen, einschließlich der Frage, ob eine kurzfristige Verlängerung genehmigt werden soll. Der Zusammenbruch der Abstimmung folgte Bemühungen der Trump-Regierung, Republikaner zu besänftigen, die gegen den richterlosen Zugriff des FBI und seine dokumentierte Geschichte der Abfrage dieser Daten zu politischen Zwecken Einwände erhoben.
Das FBI hat Daten aus Abschnitt 702 verwendet, um richterlose Abfragen gegen einen US-Senator, 19.000 Spender einer Kongresskampagne, Demonstranten von Black Lives Matter und beide Seiten des Angriffs auf das Kapitol am 6. Januar durchzuführen, laut deklassifizierten Gerichtsentscheidungen und Transparenzberichten der Regierung.
### Bedenken hinsichtlich der Aufsicht
Selbst mit der Genehmigung durch den Kongress hängt die rechtliche Grundlage von Abschnitt 702 von einem Überwachungssystem ab, das unter die Lupe genommen wird. Das Überwachungsgericht verlässt sich darauf, dass das **U.S. Justizministerium** Verstöße selbst meldet, aber die Behörde wurde von Bundesgerichten wiederholt wegen ungenauer Einreichungen getadelt. Das Büro für interne Revision des FBI, das zuvor Hunderttausende von unsachgemäßen Suchen aufgedeckt hatte, wurde geschlossen, und die zivilrechtlichen Schutzmaßnahmen für FBI-Anwälte und Vorgesetzte, die sensible Abfragen genehmigen, wurden per Exekutivverordnung aufgehoben.
Das **Foreign Intelligence Surveillance Court** stellte schwerwiegende Compliance-Probleme bei der Art und Weise fest, wie Geheimdienste die 702-Datenbank abfragen, einschließlich der Verwendung von „Filterwerkzeugen“, die es Analysten ermöglichten, Nachrichten von Amerikanern abzurufen und dabei die Aufsicht zu umgehen. Das Gericht hat Berichten zufolge das FBI und andere Behörden angewiesen, die Werkzeuge neu zu erstellen oder deren Verwendung einzustellen.
**Senator Ron Wyden** hat auf eine Verzögerung der Wiederzulassung gedrängt, bis die Entscheidung des Gerichts deklassifiziert ist, und verwies auf mehrere Probleme im Zusammenhang mit Abschnitt 702, die der Öffentlichkeit und vielen Kongressabgeordneten weiterhin vorenthalten werden.
### Update
*Aktualisiert um 11:38 Uhr ET, 17. April 2026: Der Senat genehmigte am späten Freitagmorgen per Stimmabgabe eine 10-tägige Verlängerung der Befugnisse nach Abschnitt 702 und leitete die Übergangslösung an Präsident Trumps Schreibtisch weiter. Nach der Unterzeichnung läuft die Genehmigung des 702-Programms bis zum 30. April.*