Russland blockiert Bluesky im Zuge verschärfter Maßnahmen gegen ausländische Online-Dienste
Russlands Internetregulierungsbehörde **Roskomnadzor** hat Berichten zufolge den Zugang zur dezentralen Social-Media-Plattform **Bluesky** blockiert. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Bemühung, ausländische Online-Dienste im Land einzuschränken, wobei Verstöße gegen russisches Recht und Sicherheitsbedenken angeführt werden. Der Schritt unterstreicht die zunehmende Internetzensur in Russland inmitten geopolitischer Spannungen.
Russlands Internetregulierungsbehörde **Roskomnadzor** hat Berichten zufolge den Zugang zur Social-Media-Plattform **Bluesky** blockiert. Dies ist der jüngste Schritt in einer fortlaufenden Kampagne gegen ausländische Online-Dienste.
Laut der russischen Organisation für digitale Rechte **RKS Global** wurde **Bluesky** in das Register der von **Roskomnadzor** geführten gesperrten Websites aufgenommen. Bislang hat die Behörde keine öffentliche Erklärung für das Verbot abgegeben.
### Eskalierende Internetzensur
**Roskomnadzor** überwacht die Internetzensur und Inhaltsregulierung in Russland und hat seine Kontrolle über Online-Plattformen seit Beginn des Krieges in der Ukraine erheblich verschärft. Russische Behörden schränken zunehmend den Zugang zu ausländischen sozialen Medien und Messaging-Diensten ein, wobei sie häufig Verstöße gegen russisches Recht oder Bedenken hinsichtlich Betrug und Cyberkriminalität anführen.
Anfang dieses Jahres zielte die Regulierungsbehörde auf Dienste wie **Telegram** und **WhatsApp** ab und behauptete, diese Plattformen hätten die lokale Gesetzgebung nicht eingehalten.
### Blueskys begrenzte Reichweite und der VPN-Faktor
**Bluesky** hat in Russland eine relativ kleine Nutzerbasis, die hauptsächlich aus Personen besteht, die nach der Sperrung von **X** (ehemals **Twitter**) und der zunehmenden Unerreichbarkeit anderer Plattformen nach Alternativen suchen, so **Aleksey Kozlyuk**, ein Experte bei **RKS Global**.
„Die sukzessive Sperrung von **Discord**, **Signal**, **Viber**, **WhatsApp** und nun **Telegram** hat die Nutzer zu alternativen Diensten gedrängt, die noch zugänglich sind – einschließlich **Bluesky** – und **Roskomnadzor** scheint dies bemerkt zu haben“, sagte **Kozlyuk** gegenüber Recorded Future News.
Wie andere ausländische Plattformen bleibt **Bluesky** in Russland über virtuelle private Netzwerke (**VPNs**) zugänglich, obwohl der Kreml zunehmend versucht, deren Nutzung einzuschränken.
### Blueskys Wachstum und der breitere Kontext
Das dezentrale soziale Netzwerk hat seit 2024 ein schnelles Wachstum verzeichnet, nachdem es nach der Wiederwahl des US-Präsidenten **Donald Trump** eine Welle von Abgängen von **X** gab. **Bluesky** zählt rund 43,7 Millionen Nutzer, eine Zahl, die deutlich niedriger ist als die von **Elon Musk** gehörende **X** oder **Meta**s **Threads**, die jeweils Hunderte Millionen monatlich aktive Nutzer haben.
Diese Maßnahme fällt mit anhaltenden, von den russischen Behörden verhängten, intermittierenden mobilen Internetsperren in Teilen des Landes zusammen, die von Beamten mit Sicherheitsbedenken begründet werden.
Kreml-Sprecher **Dmitry Peskov** bezeichnete die anhaltenden Internetunterbrechungen als vorübergehende Maßnahme im Zusammenhang mit Sicherheitserwägungen.
„Es ist klar, dass Internetbeschränkungen für viele Bürger Unannehmlichkeiten verursachen, aber so ist es jetzt“, sagte **Peskov** am Dienstag gegenüber Reportern.

