Sanktionierte Krypto-Börse Grinex stellt Betrieb nach mutmaßlichem Hack über 13,74 Mio. USD ein
Die **Grinex**-Kryptowährungsbörse, die bereits unter Sanktionen der USA und Großbritanniens steht, hat ihren Betrieb eingestellt. Als Grund wird ein hochentwickelter Cyberangriff genannt, der zu einem Verlust von 13,74 Millionen US-Dollar (über 1 Milliarde Rubel) führte. Grinex behauptet, der Angriff trage die Handschrift westlicher Geheimdienste, die darauf abzielen, die finanzielle Souveränität Russlands zu destabilisieren.

### Grinex behauptet hochentwickelten Cyberangriff
**Grinex**, eine in Kirgisistan registrierte Kryptowährungsbörse, hat die Einstellung ihres Betriebs bekannt gegeben und einen erheblichen Hack westlichen Geheimdiensten zugeschrieben. Die Börse gibt einen Verlust von über 1 Milliarde Rubel (ca. 13,74 Millionen US-Dollar) durch den Vorfall an.
Laut der Erklärung von Grinex zeigte der Cyberangriff "ein beispielloses Maß an Ressourcen und technologischer Raffinesse – Fähigkeiten, die typischerweise ausschließlich den Agenturen feindlicher Staaten zur Verfügung stehen." Sie deuten weiter an, dass der Angriff koordiniert war, um Russlands finanzielle Souveränität direkt zu schädigen.
Das Unternehmen gab an, dass seine Infrastruktur seit seiner Gründung angegriffen worden sei, wobei der jüngste Vorfall eine deutliche Eskalation darstelle.
### Von Garantex zu Grinex: Eine sanktionierte Geschichte
Grinex gilt weithin als Rebranding von **Garantex**, einer Kryptowährungsbörse, gegen die das US-Finanzministerium im April 2022 Sanktionen verhängt hat. Die Sanktionen resultierten aus der mutmaßlichen Rolle von Garantex bei der Geldwäsche von Geldern, die mit Ransomware-Operationen und Darknet-Märkten wie **Conti** und **Hydra** in Verbindung stehen. Das Finanzministerium erneuerte die Sanktionen gegen Garantex im August 2025 wegen der Abwicklung von über 100 Millionen US-Dollar an illegalen Transaktionen und der Ermöglichung von Geldwäsche.
Nach den anfänglichen Sanktionen berichteten **Elliptic** und **TRM Labs**, dass Garantex angeblich seinen Kundenstamm auf Grinex verlagert und den Betrieb mit einem rubelgestützten Stablecoin, A7A5, fortgesetzt habe.
### Taktiken zur Umgehung von Sanktionen
Elliptic berichtete im Februar, dass **Rapira**, eine in Georgien registrierte Börse mit einem Büro in Moskau, über 72 Millionen US-Dollar an direkten Krypto-Asset-Transaktionen mit Grinex durchgeführt habe, was auf anhaltende Bemühungen zur Umgehung von Sanktionen hinweist.
Elliptic berichtete, dass der Diebstahl von Grinex-Assets am 15. April 2026 gegen 12:00 UTC stattgefunden habe. Die gestohlenen Gelder wurden anschließend auf Konten auf den **TRON**- oder **Ethereum**-Blockchains transferiert. Die gestohlenen **USDT** wurden dann in **TRX** oder **ETH** umgewandelt, wahrscheinlich um ein mögliches Einfrieren durch **Tether** zu umgehen.
### TokenSpot-Verbindung
TRM Labs identifizierte ungefähr 70 Adressen, die mit dem Einbruch in Verbindung stehen, und stellte außerdem fest, dass **TokenSpot**, eine in Kirgisistan ansässige Börse, die im Verdacht steht, als Fassade für Grinex zu fungieren, gleichzeitig betroffen war.
TokenSpot kündigte am selben Tag wie der Grinex-Einbruch vorübergehende Nichtverfügbarkeit aufgrund technischer Wartungsarbeiten an. Während der Betrieb am folgenden Tag wieder aufgenommen wurde, wird geschätzt, dass der Angreifer weniger als 5.000 US-Dollar von TokenSpot gestohlen hat, wobei die Gelder über TokenSpot-Adressen an eine Konsolidierungsadresse geleitet wurden, die auch von Grinex-verbundenen Wallets verwendet wurde.
### Spekulationen über False-Flag-Operation
**Chainalysis** stellte die schnelle Umwandlung von Stablecoins in nicht einfrierbare Token als gängige Geldwäschetaktik fest. Sie äußerten auch die Möglichkeit einer False-Flag-Operation und erklärten: "Ob dieses Ereignis einen legitimen Exploit durch Cyberkriminelle oder eine orchestrierte False-Flag-Operation durch russisch-verbundene Insider darstellt, die Störung von Grinex stellt einen erheblichen Schlag gegen die Infrastruktur dar, die die russische Sanktionsumgehung unterstützt."