Storm-2949: Bedrohlicher Akteur zielt auf Microsoft 365 und Azure mit gestohlenen Anmeldedaten und Cloud-Ausnutzung
Ein hochentwickelter Bedrohungsakteur, der von **Microsoft** als **Storm-2949** verfolgt wird, zielt aktiv auf **Microsoft 365** und **Azure**-Umgebungen ab, um sensible Daten zu exfiltrieren. Die Gruppe nutzt Social Engineering, den Diebstahl von Anmeldedaten und den Missbrauch legitimer Cloud-Anwendungsfunktionen, um hochwertige Assets zu kompromittieren.

Das Hauptziel von **Storm-2949** ist es, so viele sensible Daten wie möglich aus den hochwertigen Assets der Zielorganisationen in **Microsoft 365** und **Azure**-Umgebungen zu stehlen. Die Angriffe beinhalten einen mehrstufigen Prozess, der mit Social Engineering beginnt und in der Datenexfiltration aus verschiedenen Cloud-Diensten gipfelt.
### Erster Zugriff durch Diebstahl von Anmeldedaten
Die Angriffskette beginnt mit Social-Engineering-Taktiken, die sich gegen Benutzer mit privilegierten Rollen richten, wie z. B. IT-Personal oder leitende Angestellte. **Storm-2949** zielt darauf ab, deren **Microsoft Entra ID**-Anmeldedaten zu erhalten, was ihnen den Zugriff auf Daten innerhalb von **Microsoft 365**-Anwendungen ermöglicht. Der Angreifer missbrauchte den Self-Service-Passwort-Reset (SSPR)-Flow, initiierte Passwort-Resets für Zielkonten und verleitete Opfer dazu, Multi-Faktor-Authentifizierungs (MFA)-Aufforderungen zu genehmigen.
Um die Täuschung zu verstärken, geben sich Angreifer als IT-Supportmitarbeiter aus und erzeugen ein Gefühl der Dringlichkeit und Legitimität. Sie setzen dann das Passwort zurück, entfernen bestehende MFA-Kontrollen und registrieren **Microsoft Authenticator** auf ihrem eigenen Gerät.
### Ausnutzung von Microsoft 365-Anwendungen
Mit kompromittierten Konten nutzt **Storm-2949** die **Microsoft Graph API** und benutzerdefinierte Python-Skripte, um Benutzer, Rollen, Anwendungen und Service Principals aufzulisten. Diese Aufklärungsphase hilft ihnen, Möglichkeiten für langfristige Persistenz zu identifizieren. Anschließend greifen sie auf **OneDrive** und **SharePoint** innerhalb von **Microsoft 365** zu und suchen nach VPN-Konfigurationen, IT-Betriebsdateien und Fernzugangsdetails für laterale Bewegungen.
Laut **Microsoft** nutzten die Angreifer die **OneDrive**-Weboberfläche, um Tausende von Dateien in einer einzigen Aktion herunterzuladen. Dieses Muster des Datendiebstahls wurde über kompromittierte Benutzerkonten wiederholt, um die Reichweite der gestohlenen Informationen zu maximieren.
### Pivot zur Azure-Infrastruktur
**Storm-2949** erweitert seine Reichweite auf die **Azure**-Infrastruktur des Opfers und zielt auf virtuelle Maschinen, Speicherkonten, Key Vaults, App Services und SQL-Datenbanken. Die Angreifer kompromittierten mehrere Identitäten mit privilegierten benutzerdefinierten **Azure** Role-Based Access Control (RBAC)-Rollen auf mehreren **Azure**-Abonnements. Dieser Zugriff ermöglichte es ihnen, sensible Assets aus produktionsbasierten **Azure**-Abonnements zu extrahieren.
Durch die Ausnutzung der privilegierten **Azure RBAC**-Berechtigungen des kompromittierten Benutzers erlangte **Storm-2949** Anmeldedaten, um FTP, Web Deploy und die Kudu-Konsole für die Verwaltung von **Azure App Services** bereitzustellen. Dieser Zugriff ermöglichte es ihnen, das Dateisystem zu durchsuchen, Umgebungsvariablen zu überprüfen und Befehle remote im Kontext der App auszuführen.
Die Angreifer zielen dann auf **Azure Key Vaults** ab, änderten Zugriffseinstellungen und stahlen zahlreiche Geheimnisse, darunter Datenbankanmeldedaten und Verbindungszeichenfolgen. Sie zielen auch auf **Azure SQL**-Server und Speicherkonten ab, indem sie Firewall- und Netzwerkzugriffsregeln ändern, Speicher-Schlüssel und SAS-Token abrufen und Daten mithilfe benutzerdefinierter Python-Skripte exfiltrieren. **Azure VM**-Verwaltungsfunktionen wie **VMAccess** und **Run Command** wurden missbraucht, um bösartige Administrator-Konten zu erstellen, Remote-Skripte auszuführen und Anmeldedaten zu stehlen.
In späteren Phasen setzte **Storm-2949** das Remote-Access-Tool **ScreenConnect** auf kompromittierten Systemen ein, versuchte, **Microsoft Defender**-Schutzmaßnahmen zu deaktivieren und forensische Beweise zu löschen.
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*Quelle: Microsoft*
### Abhilfestrategien
**Microsoft** empfiehlt Sicherheits-Hardening und Best Practices zur Abwehr von **Storm-2949**-Angriffen, darunter:
* Anwendung des Prinzips der geringsten Privilegien.
* Aktivierung von Conditional Access-Richtlinien.
* Hinzufügen von MFA-Schutz für alle Benutzer.
* Sicherstellung von Phishing-resistentem MFA für Benutzer mit privilegierten Rollen.
Zum Schutz von Cloud-Ressourcen rät **Microsoft**:
* Begrenzung der **Azure RBAC**-Berechtigungen.
* Aufbewahrung von **Azure Key Vault**-Protokollen bis zu einem Jahr.
* Reduzierung des Zugriffs auf **Key Vault**.
* Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf **Key Vaults**.
* Verwendung von Datensicherungsoptionen in **Azure Storage**.
* Überwachung von risikoreichen **Azure**-Verwaltungsoperationen.
Der Bericht von Microsoft enthält Indikatoren für Kompromittierung für die beobachteten Angriffe sowie umfassende Anleitungen zur Abhilfe und zum Schutz.
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