Student hacker legt Taiwan High-Speed Rail lahm durch unveränderte TETRA-Parameter
Ein 23-jähriger Student in Taiwan wurde verhaftet, weil er angeblich das **Taiwan High-Speed Rail (THSR)**-System gehackt und erhebliche Störungen verursacht hat. Der Angreifer nutzte Schwachstellen im TETRA-Kommunikationssystem aufgrund von Parametern, die seit 19 Jahren nicht aktualisiert wurden, was auf ein kritisches Sicherheitsversäumnis hinweist.

Ein Universitätsstudent in Taiwan sieht sich mit Anklagen konfrontiert, nachdem er angeblich das **TETRA** (Trans-European Trunked Radio)-Kommunikationssystem, das vom Hochgeschwindigkeitsbahnnetz des Landes genutzt wird, manipuliert hat.
**Der Vorfall**
Lokalen Medienberichten zufolge legte der 23-jährige Student, identifiziert durch seinen Nachnamen **Lin**, am 5. April vier Züge für insgesamt 48 Minuten lahm. Dies gelang ihm durch die Nutzung von Software-Defined Radio (**SDR**)-Kommunikation und Handfunkgeräten, um ein "General Alarm"-Signal mit hoher Priorität zu senden. Dieses Signal löste die Notbremsverfahren der Züge aus.
**THSR-Schwachstelle**
Die **THSR** ist ein wichtiges Verkehrsnetz in Taiwan, das jährlich rund 81,8 Millionen Passagiere befördert. Die Bahn betreibt eine 350 km lange Zwei-Wege-Strecke entlang der Westküste, mit Zügen, die Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreichen. Ihre Bedeutung macht sie zu einem kritischen Infrastrukturziel.
**Technische Details des Angriffs**
Vor dem Angriff soll Lin **TETRA**-Funkparameter mit **SDR**-Ausrüstung, die online gekauft wurde, abgefangen und dekodiert haben. Anschließend programmierte er diese Parameter in Handfunkgeräte, um sich als legitime Sender auszugeben. Ein 21-jähriger Komplize soll Lin kritische **THSR**-Parameter zur Verfügung gestellt haben, die den Angriff ermöglichten.

**Sicherheitslücke**
Berichten zufolge war das **TETRA**-System 19 Jahre lang ohne Parameterrotation im Einsatz. Dies ermöglichte es dem Hacker, mehrere Verifizierungsebenen zu umgehen, was auf eine erhebliche Sicherheitslücke in der Systemwartung hinweist.
**Folgen und rechtliche Konsequenzen**
Der Vorfall hat Kritik von taiwanischen Politikern hervorgerufen, die Rechenschaft von den zuständigen Stellen fordern. Nach der Störung untersuchte die **THSR** ihre Protokolle und identifizierte den Ursprung des unbefugten Signals. Die Polizei wurde informiert, was zu einer Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen führte, bei der 11 Handfunkgeräte, ein **SDR** und ein Laptop beschlagnahmt wurden.
Lin wurde am 28. April verhaftet und sieht sich nun Anklagen gemäß Artikel 184 des Strafgesetzes gegenüber, der eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren vorsieht. Er ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Sein Anwalt behauptet, die Übertragung des Notsignals sei versehentlich erfolgt, eine Behauptung, der die Behörden skeptisch gegenüberstehen.