Supply-Chain-Angriff zielt auf Laravel Lang-Pakete mit Anmeldedaten-stehlender Malware
Ein ausgeklügelter Supply-Chain-Angriff hat die Lokalisierungspakete von **Laravel Lang** kompromittiert und Entwickler Malware zum Stehlen von Anmeldedaten ausgesetzt. Angreifer missbrauchten **GitHub**-Version-Tags, um bösartigen Code über **Composer**-Pakete zu verbreiten, was mehrere Repositories betraf.

Sicherheitsfirmen **StepSecurity**, **Aikido Security** und **Socket** gaben Warnungen über die Kompromittierung heraus und hoben hervor, dass Angreifer **GitHub**-Tags in vier Repositories, die von der **Laravel Lang**-Organisation gepflegt werden, überschrieben haben, anstatt völlig neue bösartige Versionen zu veröffentlichen. Dies ermöglichte es ihnen, bösartigen Code in scheinbar legitime Releases einzuschleusen.
### Betroffene Pakete
Zu den betroffenen Paketen gehören `laravel-lang/lang`, `laravel-lang/http-statuses`, `laravel-lang/attributes` und möglicherweise `laravel-lang/actions`. Dies sind Drittanbieter-Lokalisierungspakete und nicht Teil des offiziellen **Laravel**-Projekts.
**Aikido Security** berichtete, dass Angreifer 233 Versionen in drei Repositories kompromittiert haben, während **Socket** angab, dass etwa 700 historische Versionen betroffen sein könnten.
### Angriffsmechanismus
Das besondere Merkmal des Angriffs liegt darin, dass der Quellcode des Projekts nicht direkt verändert wurde. Stattdessen nutzten die Angreifer eine **GitHub**-Funktion aus, die es Tags ermöglicht, auf Commits in Forks desselben Repositories zu verweisen.
**StepSecurity** erklärte: „Anstatt eine neue bösartige Version zu veröffentlichen, überschrieb der Angreifer jeden bestehenden Git-Tag in jedem Repository, sodass er auf einen neuen bösartigen Commit zeigte.“
Diese Technik ermöglichte es den Angreifern, scheinbar legitime Release-Tags für das Projekt zu veröffentlichen, die tatsächlich auf bösartige Commits in einem vom Angreifer kontrollierten Fork des Repositories führten. Wenn Entwickler das Paket über **Composer** installierten, wurde der bösartige Code heruntergeladen, während es so aussah, als würden legitime **Laravel Lang**-Releases installiert.
### Ausführung des Anmeldedaten-Diebstahls
Forscher entdeckten, dass die bösartigen Releases eine Datei namens `src/helpers.php` einführten, die automatisch von **Composer** geladen wurde.

*helpers.php-Payload zum Autoload-Bereich von composer.json hinzugefügt*
Der eingeschleuste Code fungierte als Dropper und lud eine zweite Payload vom Command-and-Control-Server des Angreifers unter `flipboxstudio[.]info` herunter.
Die heruntergeladene PHP-Payload war ein großer plattformübergreifender Anmeldedaten-Dieb für Linux, macOS und Windows. Er sammelt Cloud-Anmeldedaten, Kubernetes-Secrets, Vault-Tokens, Git-Anmeldedaten, CI/CD-Secrets, SSH-Schlüssel, Browserdaten, Kryptowährungs-Wallets, Passwortmanager, VPN-Konfigurationen und lokale `.env`-Konfigurationsdateien.

*Reguläre Ausdruckmuster zum Stehlen von Geheimnissen. Quelle: BleepingComputer*
Die Malware enthält auch Muster für reguläre Ausdrücke, um **AWS**-Schlüssel, **GitHub**-Tokens, **Slack**-Tokens, **Stripe**-Secrets, Datenbank-Anmeldedaten, JWTs, private SSH-Schlüssel und Kryptowährungs-Wiederherstellungsphrasen aus Dateien und Umgebungsvariablen zu extrahieren.
Auf Windows-Systemen extrahiert die PHP-Payload eine Base64-kodierte ausführbare Datei, die im `%TEMP%`-Ordner unter einem zufälligen `.exe`-Dateinamen gespeichert und dann gestartet wird.
Die Analyse von **BleepingComputer** identifizierte den Windows-Infostealer als 'DebugElevator', der Chrome, Brave und Edge anvisiert, um App-Bound Encryption-Schlüssel zum Entschlüsseln gespeicherter Browser-Anmeldedaten zu extrahieren.

*DebugElevator ausführbare Datei. Quelle: BleepingComputer*
Ein eingebetteter PDB-Pfad verweist auf den Windows-Kontonamen 'Mero' und enthält 'claude', was möglicherweise auf KI-Unterstützung bei der Entwicklung der Windows-Malware hinweist:
C:\Users\Mero\OneDrive\Desktop\stuff\claude\Chromium-DebugElevator\x64\Release\DebugChromium.pdb
Nach der Extraktion werden die sensiblen Daten verschlüsselt und an den C2-Server zurückgesendet.
### Abhilfemaßnahmen
**Aikido Security** meldete den Vorfall an **Packagist**, das die bösartigen Versionen umgehend entfernte und die betroffenen Pakete vorübergehend aus der Liste nahm.
Entwicklern, die **Laravel Lang**-Pakete verwenden, wird empfohlen:
* Installierte Paketversionen zu überprüfen.
* Exponierte Anmeldedaten zu rotieren.
* Systeme auf Kompromittierungsindikatoren zu untersuchen.
* Nach historischen ausgehenden Verbindungen zu `flipboxstudio[.]info` zu suchen.
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