Teenager verdächtigt: Hackerangriff auf französische Behörde für sichere Dokumente
Ein jugendlicher Hacker steht unter Verdacht, die **Nationale Agentur für sichere Dokumente (ANTS)**, eine französische Regierungsbehörde, die für die Ausstellung von Ausweisdokumenten zuständig ist, kompromittiert zu haben. Der Vorfall könnte die persönlichen Daten von Millionen französischer Bürger offengelegt haben und führte zu einer polizeilichen Untersuchung sowie zur Festnahme des Verdächtigen.
Französische Behörden untersuchen einen potenziellen Datenleck bei der **Nationalen Agentur für sichere Dokumente (ANTS)**, der Behörde, die für die Bearbeitung von Anträgen für Reisepässe, Personalausweise, Aufenthaltstitel und Führerscheine zuständig ist. Ein jugendlicher Hacker steht im Verdacht, hinter der Intrusion zu stecken und versucht zu haben, die gestohlenen Daten auf Cyberkriminellen-Foren zu verkaufen.
**Verdächtiger in Haft**
Der Minderjährige wurde am 25. April in Polizeigewahrsam genommen. Es wird angenommen, dass der Verdächtige online unter dem Pseudonym „breach3d“ agierte, einem Alias, das Anfang des Monats verwendet wurde, um zwischen 12 und 18 Millionen Datensätze zum Verkauf anzubieten. Die Cyberkriminalitätseinheit der Staatsanwaltschaft Paris leitete die Ermittlungen ein, nachdem die Daten auf illegalen Marktplätzen aufgetaucht waren.
**Kompromittierte Daten**
**ANTS** bestätigte ungewöhnliche Aktivitäten in seinem Netzwerk und räumte die Authentizität der kursierenden Informationen ein. Die kompromittierten Daten können Anmeldedaten, Namen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und eindeutige Kontoidentifikatoren umfassen. Zusätzliche persönliche Details wie Postanschriften, Telefonnummern und Geburtsorte könnten ebenfalls betroffen sein.
**Rechtliche Konsequenzen**
Die Behörden haben eine Untersuchung wegen betrügerischen Zugriffs und Datenextraktion aus einem staatlich geführten automatisierten System zur Verarbeitung personenbezogener Daten eingeleitet. Nach französischem Recht drohen für diese Vergehen Haftstrafen von bis zu sieben Jahren und eine Geldstrafe von 300.000 € (350.000 $). Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, dass der Minderjährige formell angeklagt und unter gerichtliche Aufsicht gestellt wird, und wirft ihm Beteiligung an verschiedenen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Angriff vor, darunter unbefugter Zugriff, Datenextraktion und Besitz von Cyber-Intrusionstools.
**Aktuelle Cyberkriminalitätsaktivitäten in Frankreich**
Dieser Vorfall ist Teil einer Reihe von aufsehenerregenden Datenleck-Untersuchungen in Frankreich. Anfang des Monats nahmen die Behörden einen 20-jährigen Verdächtigen fest, der online als „HexDex“ bekannt ist und für Dutzende von Angriffen auf öffentliche Einrichtungen, Sportverbände und private Organisationen verantwortlich sein soll. Im Januar verhaftete die Polizei auch einen 18-Jährigen, der beschuldigt wird, die persönlichen Daten von mehr als einer Million Mitgliedern des französischen Schützenverbandes geleakt und verkauft zu haben.