TrueConf Zero-Day in 'TrueChaos'-Angriffen auf Regierungseinrichtungen ausgenutzt
Hacker nutzen aktiv eine Zero-Day-Schwachstelle in **TrueConf**-Konferenzservern aus, um beliebige Dateien auf verbundenen Endpunkten auszuführen. Die Schwachstelle, die als **CVE-2026-3502** verfolgt wird, ermöglicht es Angreifern, legitime Software-Updates durch bösartige Varianten zu ersetzen und betrifft Organisationen weltweit.

**TrueConf**-Benutzer, insbesondere in den Sektoren Regierung und kritische Infrastruktur, werden dringend aufgefordert, ihre Software sofort zu aktualisieren, um eine kritische Sicherheitslücke zu beheben. Die Schwachstelle, **CVE-2026-3502**, beruht auf einer fehlenden Integritätsprüfung im Mechanismus für Software-Updates, die es Angreifern ermöglicht, bösartige Updates einzuschleusen.
### Details zum Zero-Day
Die Schwachstelle von mittlerer Schwere betrifft **TrueConf**-Versionen 8.1.0 bis 8.5.2. Durch die Übernahme der Kontrolle über einen lokalen **TrueConf**-Server kann ein Angreifer das erwartete Update-Paket durch eine bösartige ausführbare Datei ersetzen, die dann an alle verbundenen Clients verteilt wird. Dies ermöglicht die Ausführung beliebigen Codes auf den betroffenen Systemen.
### Gezielte Angriffe: Operation 'TrueChaos'
Forscher von **Check Point** verfolgen seit Jahresbeginn eine Kampagne namens 'TrueChaos', die **CVE-2026-3502** in Zero-Day-Angriffen ausnutzt. Die Hauptziele scheinen Regierungseinrichtungen in Südostasien zu sein.
"Ein Angreifer, der die Kontrolle über den lokalen **TrueConf**-Server erlangt, kann das erwartete Update-Paket durch eine beliebige ausführbare Datei ersetzen, die als aktuelle Anwendungsversion präsentiert wird, und diese an alle verbundenen Clients verteilen", heißt es in dem Bericht von **Check Point**. "Da der Client dem vom Server bereitgestellten Update ohne ordnungsgemäße Validierung vertraut, kann die bösartige Datei unter dem Deckmantel eines legitimen **TrueConf**-Updates geliefert und ausgeführt werden."

### Zuschreibung und Taktiken
**Check Point** schätzt mit moderater Zuversicht, dass die 'TrueChaos'-Aktivitäten aufgrund der beobachteten Taktiken, Techniken und Prozeduren (TTPs) mit einem chinesischen Bedrohungsakteur in Verbindung stehen. Die Angreifer nutzen **Alibaba Cloud** und **Tencent** für das Hosting ihrer Command-and-Control (C2)-Infrastruktur. Die Angriffe beinhalten die Kompromittierung eines zentral verwalteten **TrueConf**-Servers einer Regierung, um bösartige Dateien über gefälschte Updates an verbundene Clients zu verteilen.
Die Infektionskette umfasst DLL-Sideloading, die Bereitstellung von Aufklärungswerkzeugen (tasklist, tracert), Privilegienerweiterung (UAC-Bypass über iscicpl.exe) und Persistenzmechanismen.

Obwohl die endgültige Payload noch nicht geborgen wurde, deuten Netzwerkverkehrsdaten auf die Verwendung des **Havoc** C2-Frameworks hin. **Havoc** ist ein Open-Source-C2-Framework, das in der Lage ist, Befehle auszuführen, Prozesse zu verwalten, Windows-Tokens zu manipulieren, Shellcode auszuführen und zusätzliche Payloads auf kompromittierten Systemen bereitzustellen. Es wurde zuvor mit dem chinesischen Bedrohungscluster 'Amaranth Dragon' in Verbindung gebracht.
### Abhilfemaßnahmen und Indikatoren für eine Kompromittierung (IoCs)
**TrueConf** hat die Schwachstelle in Version 8.5.3, die im März 2026 veröffentlicht wurde, behoben. Benutzern wird dringend empfohlen, auf die neueste Version zu aktualisieren.
Der Bericht von **Check Point** liefert Indikatoren für eine Kompromittierung (IoCs), um Organisationen bei der Erkennung potenzieller Infektionen zu helfen. Wichtige Indikatoren sind das Vorhandensein von *poweriso.exe* oder *7z-x64.dll* sowie verdächtige Artefakte wie *%AppData%\Roaming\Adobe\update.7z* oder *iscsiexe.dll*.
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