Tutorial in Untergrundforum enthüllt 'Hacking für Profit'-Anleitung für unerfahrene Angreifer
Ein beliebtes Tutorial, das in Untergrundforen kursiert und von einem Akteur namens 'Hercules' verfasst wurde, bietet angehenden Cyberkriminellen eine vereinfachte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Entdeckung, Ausnutzung und Monetarisierung von Software-Schwachstellen. Analysen von **Flare**-Forschern zeigen, dass die Zugänglichkeit und klaren Monetarisierungsstrategien des Leitfadens eine neue Generation von Hackern fördern.
Ein Forenthread mit dem Titel „*Hacking für Profit. Funktionierende Methode*“ bietet einen seltenen Einblick, wie Untergrundgemeinschaften Informationen über die Ausnutzung von Schwachstellen und Hacking-Techniken in Form eines Tutorials weitergeben. Der Beitrag, verfasst von einem Akteur unter dem Namen „**Hercules**“, ist nicht besonders lang oder technisch. Sein Wert liegt darin, einen komplexen Prozess in klare, umsetzbare Schritte zu zerlegen, die das Scannen, Erkennen, Bewerten, Ausnutzen und Monetarisieren von Schwachstellen in freier Wildbahn abdecken, und bietet gleichzeitig seltene Einblicke in die Bedeutung von Programmen zur Offenlegung von Schwachstellen.
Forscher von **Flare** analysierten den Originalbeitrag sowie die Antworten über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Die Aktivität rund um den Thread zeigte, dass sein Einfluss nicht auf den Originalbeitrag beschränkt war; mehrere Benutzer dankten „**Hercules**“, baten um eine private Kontaktaufnahme, beschrieben sich als Anfänger oder suchten Anleitung, um vom theoretischen Lernen zum praktischen Hacking überzugehen. Dieser Beitrag war so beliebt, dass dieselbe Methode in vier weiteren Foren erneut veröffentlicht und diskutiert wurde, was unerfahrenen Angreifern einen einfachen Rahmen zum Verständnis der Ausnutzung von Schwachstellen und zur Erzielung von Geld damit bot.


## Was das Tutorial zeigt
„**Hercules**“ erklärt, wie eine Schwachstellenentdeckung monetarisiert werden kann. Er beginnt mit Ratschlägen, wie man nach neu offengelegten Schwachstellen sucht, insbesondere nach solchen mit hoher Auswirkung wie Remote Code Execution, Authentifizierungs-Bypass, Account Takeover, IDOR und Datenoffenlegung. Anschließend identifiziert er exponierte Systeme, validiert, ob diese Systeme anfällig sein könnten, und entscheidet, ob die Ergebnisse gemeldet, verkauft oder ausgenutzt werden sollen.

Drei Aspekte stechen im Tutorial des Angreifers hervor:
1. Die Verwendung des **Nuclei**-Frameworks von **ProjectDiscovery.io**, das bei Angreifern im Bereich der offensiven Sicherheit sehr beliebt ist.
2. Das Verständnis der Herausforderungen, denen sich Verteidiger beim Patchen neu entdeckter Schwachstellen gegenübersehen. Diese Themen werden in einem Bildungsblog von **Yakir Kadkoda** und **Ilay Goldman** unter „50 Shades of Vulnerabilities: Uncovering Flaws in Open-Source Vulnerability Disclosure“ auf dem Blog von **Aqua Security** weiter diskutiert.
3. Das Tutorial ist in „legale“ und „illegale“ Teile unterteilt, was bedeutet, dass der Leser jederzeit aufhören und sich entscheiden kann, von der Offenlegung von Schwachstellen zum Hacking überzugehen.
## Zugänglichkeit als Hauptverkaufsargument
Der wirkungsvollste Teil des Tutorials ist kein technischer Trick; es ist der Ton. „**Hercules**“ schreibt in einfacher Sprache und präsentiert den Prozess als etwas, das durch Handeln gelernt werden kann. Er argumentiert, dass viele Tutorials zu viel Wert auf Informatik, Betriebssysteme, Programmierung oder Scanner-Parameter legen, während Anfänger „hacken“, „einbrechen“ und „Zugriff erhalten“ wollen.
Er schlägt auch vor, dass Benutzer keine fortgeschrittenen Software-Ingenieure sein müssen, um anzufangen. Öffentliche Tools, Community-Vorlagen, Automatisierung und sogar KI-Unterstützung werden als Möglichkeiten zur Senkung der Hürde dargestellt, während Programmierkenntnisse als nützlich, aber nicht zwingend erforderlich beschrieben werden. Die zugrunde liegende Botschaft ist einfach: Die technische Lücke ist kleiner, als Anfänger denken.
Diese Botschaft erklärt einen Großteil der Reaktionen im Forum. Ein Benutzer sagte, er habe viele Hacking-Kurse absolviert, könne sie aber immer noch nicht in der realen Welt anwenden. Ein anderer sagte, er wisse nicht einmal, wie man programmiert, und fragte, ob das ein Problem wäre. Andere baten „**Hercules**“, sie privat zu kontaktieren, sagten, sie wollten unter seiner Anleitung lernen, oder lobten den Beitrag als klar und gut strukturiert.

## Die Monetarisierungsschicht
Der faszinierendste Teil der Methode ist die Monetarisierungslogik. „**Hercules**“ beschreibt mehrere Aktionen, die seine „Schüler“ nach der Entdeckung einer Schwachstelle durchführen können:
1. Sich an den Besitzer des Servers/der Website oder des Hosting-Unternehmens wenden und im Austausch für Informationen über die Schwachstelle um eine Zahlung bitten. **Hercules** stellt sogar fest, dass einige Leute eine Zahlung für die Offenlegung von Schwachstellen leisten werden, und sagt: „… du kannst dein Geld nach Hause bringen und stolz auf dich sein.“
2. Das gefundene Angebot auf Untergrundmärkten anbieten. **Hercules** schlägt sogar vor, dass ein Akteur das Opfer kontaktieren und die Informationen gleichzeitig woanders verkaufen könnte.
3. Die Schwachstelle ausnutzen und feststellen, was sich auf dem Server befindet.
Remote Code Execution kann zu Zugriffen werden, die an Botnet-Betreiber verkauft, für illegale Ressourcenmissbrauch genutzt oder für Datendiebstahl verwendet werden. Account Takeover-, IDOR- und Datenleck-Schwachstellen werden als Vermögenswerte dargestellt, die schnell verkauft werden können. „**Hercules**“ beschreibt sich selbst als Hacker und nicht als Betrüger und zieht es vor, schnell zu verkaufen, anstatt nachfolgende Betrügereien durchzuführen.
## Die Reaktion im Forum: Nachfrage nach praktischem Mentoring
Die Antworten zeigen, dass der Beitrag Anklang fand, weil er Erfahrung und Vertrauen bot, nicht nur Informationen. Benutzer baten wiederholt um private Kontaktaufnahme, Mentoring und zusätzliche Anleitung. Einige wurden durch Forenbeschränkungen blockiert und sagten, sie könnten noch keine privaten Nachrichten senden. Andere beschrieben den Beitrag als nützlichen Ausgangspunkt und warteten auf Folge-Material. Nachfolgend einige Antworten aus dem Thread:


Dieser lange Nachhall des Engagements ist bedeutsam. Eine ausgefeilte Exploit-Beschreibung kann technische Leser anziehen, aber ein einfacher, motivierender Workflow kann ein breiteres Publikum ansprechen. Er kann monatelang relevant bleiben, da er nicht von einer bestimmten Schwachstelle abhängt. Er lehrt eine wiederverwendbare Denkweise: Neue Schwachstellen überwachen, exponierte Systeme finden, validieren, monetarisieren und wiederholen.
Aus Sicht der Bedrohungsaufklärung macht dies den Thread auch ohne einzigartige Indikatoren wertvoll. Er zeigt, wie neue Akteure geschult werden, welche Schwachstellenklassen sie priorisieren sollen und wie erfahrene Forumsmitglieder Neugier in Teilnahme umwandeln. Der Beitrag ist auch ein sanfter Rekrutierungskanal, wobei „**Hercules**“ die Benutzer wiederholt auffordert, ihn privat zu kontaktieren.
## Warum das für Verteidiger wichtig ist
Dieses Tutorial beleuchtet mehrere kritische Aspekte für effektive Programme zur Verwaltung von Schwachstellen:
1. **Priorisierung kritischer Schwachstellen**: Der Fokus auf Schwachstellen mit hoher Auswirkung wie RCE, Authentifizierungs-Bypass und Account Takeover durch angehende Hacker unterstreicht die Notwendigkeit für Organisationen, das Patchen und die Eindämmung dieser spezifischen Fehlertypen zu priorisieren.
2. **Verständnis der Angreifer-Denkweise**: Das Tutorial bietet wertvolle Einblicke, wie neue Angreifer geschult werden, welche Werkzeuge (**Nuclei**) sie verwenden und wie sie Schwachstellen identifizieren und ausnutzen. Dieses Wissen kann defensive Strategien und Bedrohungsaufklärungsbemühungen informieren.
3. **Der Übergang von „legal“ zu „illegal“**: Die klare Abgrenzung zwischen verantwortungsvoller Offenlegung und direkter Ausnutzung innerhalb des Tutorials dient als deutliche Erinnerung daran, dass selbst gut gemeinte Schwachstellenforschung schnell zu böswilligen Aktivitäten übergehen kann, was die Bedeutung robuster Sicherheitsmaßnahmen und Überwachung unterstreicht.