Ukrainische Polizei nimmt Hacker fest, die 610.000 kompromittierte Roblox-Konten verkauften
Ukrainische Behörden haben drei Personen festgenommen, die beschuldigt werden, über 610.000 **Roblox**-Konten gehackt und durch deren Verkauf rund 225.000 US-Dollar eingenommen zu haben. Die Verdächtigen sollen Malware als Spielverbesserer getarnt eingesetzt haben, um Anmeldedaten zu stehlen.

Die Polizei in Lwiw nahm die Verdächtigen nach zehn Durchsuchungen fest und beschlagnahmte 35.000 US-Dollar in bar, 37 Mobiltelefone, 11 Desktop-Computer, sieben Laptops, fünf Tablets und vier USB-Sticks. Die Verdächtigen im Alter von 19, 21 und 22 Jahren sollen laut Generalstaatsanwaltschaft gezielt **Roblox**-Konten ins Visier genommen haben.
### Details der Operation
„Staatsanwälte der Region Lwiw haben zusammen mit der Cyberpolizei und dem Sicherheitsdienst der Ukraine die Aktivitäten einer Gruppe gestoppt, die Zugang zu fremden Gaming-Konten erlangte und diese als Einkommensquelle nutzte“, heißt es in der Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft. Die kompromittierten Konten ermöglichten es den Nutzern, Spiele zu erstellen, zu kommunizieren und virtuelle Gegenstände mit der In-Game-Währung (**Robux**) zu kaufen.

*Bild von der Polizeioperation*
*Quelle: gp.gov.ua*
### Der Wert von Roblox-Konten
**Roblox**-Konten haben oft einen erheblichen Geldwert aufgrund angesammelter Ressourcen, gekaufter Gegenstände, limitierten Editionen, Fortschritt im Spiel und Zugang zu Premium-Inhalten.
Die Behörden gaben bekannt, dass mindestens 357 der 610.000 kompromittierten Konten als hochgradig wertvoll oder „Elite“ galten. Der 19-Jährige soll der Anführer gewesen sein und die anderen beiden über Gaming-Foren rekrutiert haben.
### Hacking-Schema
Das Schema beinhaltete die Verbreitung von Info-Stealer-Malware, die als Spielverbesserer getarnt war. Sobald das Gerät eines Opfers infiziert war, wurden dessen Anmeldedaten gestohlen. Die gestohlenen Konten wurden dann nach Wert, Seltenheit des Inventars und **Robux**-Guthaben kategorisiert, bevor sie auf einer russischen Website und in „geschlossenen“ Online-Communities verkauft wurden.
Den Hackern drohen bis zu 15 Jahre Haft gemäß den Artikeln 185 (Diebstahl) und 361 (unbefugte Eingriffe in IT-Systeme). Die Ermittlungen zur Identifizierung weiterer Komplizen und Opfer dauern an.