US-Gesetzgeber schlagen umfassendes Verbot von ALPRs für nicht-mautpflichtige Zwecke vor
Eine parteiübergreifende Initiative im Repräsentantenhaus zielt darauf ab, die Nutzung von automatischen Kennzeichenlesegeräten (ALPRs) durch Empfänger von Bundesmitteln für den Straßenbau einzuschränken. Der vorgeschlagene Änderungsantrag würde die ALPR-Nutzung effektiv auf Mautzwecke beschränken und bestehende staatliche und lokale ALPR-Programme potenziell abbauen.
US-Gesetzgeber planen die Einführung eines Änderungsantrags, der die Landschaft der automatischen Kennzeichenleser-Technologie (**ALPR**) in den Vereinigten Staaten drastisch verändern könnte. Der Änderungsantrag, der im Rahmen einer Anhörung eines Ausschusses des Repräsentantenhauses erörtert werden soll, zielt darauf ab, jedem Empfänger von Bundesmitteln für den Straßenbau die Nutzung von ALPRs für andere Zwecke als die Mauterhebung zu untersagen.
Gesponsert von Representative Scott Perry (Republikaner, Pennsylvania) und Representative Jesús “Chuy” García (Demokrat, Illinois), spiegelt der Änderungsantrag wachsende Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs von ALPR-Daten und dessen Auswirkungen auf die Privatsphäre wider.
Der Ausschuss für Verkehr und Infrastruktur des Repräsentantenhauses wird den zugrunde liegenden Gesetzentwurf, eine umfassende Neuregenehmigung von Bundesprogrammen für den Oberflächenverkehr im Wert von 580 Milliarden US-Dollar, am Donnerstag um 10 Uhr ET prüfen.
### Details des Änderungsantrags
Der vorgeschlagene Änderungsantrag ist prägnant, aber wirkungsvoll: „Ein Empfänger von Unterstützung gemäß Titel 23, United States Code, darf keine automatischen Kennzeichenlesegeräte für andere Zwecke als die Mauterhebung verwenden.“
Titel 23 umfasst einen erheblichen Teil der öffentlichen Straßen in den USA. Diese Beschränkung würde Staaten, Landkreise und Gemeinden, die Bundesmittel für den Straßenbau erhalten, zwingen, entweder ALPR-Kameras zu entfernen oder ihre Nutzung ausschließlich auf Mautanwendungen zu beschränken.
### Parteienübergreifende Bedenken
Trotz ihrer unterschiedlichen politischen Ideologien teilen die Vertreter Perry und García Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Überwachungsmöglichkeiten, die durch ALPR-Netzwerke ermöglicht werden. Diese Netzwerke sind in der amerikanischen Straßeninfrastruktur immer weiter verbreitet.
ALPR-Kameras erfassen Bilder von Kennzeichen, zeichnen Zeiten und Orte auf und speichern die Daten in durchsuchbaren Datenbanken, auf die verschiedene Behörden zugreifen können.
### Kontroversen und Missbrauch
In Illinois deckte der Secretary of State Alexi Giannoulias bei einer Prüfung auf, dass **Flock Group**, ein wichtiger Betreiber von ALPR-Netzwerken, dem US-Zoll- und Grenzschutz die Einsichtnahme in ALPR-Daten aus Illinois gewährte, was gegen staatliches Recht verstieß. Giannoulias ordnete daraufhin an, dass das Unternehmen diesen Zugang einstellen müsse.
Flock pausierte daraufhin zunächst bundesweite Pilotprojekte, wobei CEO Garrett Langley zugab, dass frühere Aussagen zu diesen Vereinbarungen ungenau waren.
**Flock** verteidigt seine Technologie, indem es auf Fälle verweist, in denen ALPRs die Strafverfolgung bei der Festnahme von Verdächtigen unterstützt haben, wie z. B. in Manor, Texas. Städte wie Austin haben jedoch die Nutzung von Flock-Kameras aufgrund von Datenschutzbedenken eingeschränkt.
### Datenschutzbefürworter
Datenschutzbefürworter argumentieren, dass die Aggregation von Kennzeichen-Daten ein de-facto-Überwachungssystem ohne richterliche Anordnung schafft. Organisationen wie das Brennan Center for Justice haben die Integration von ALPR-Daten in polizeiliche Datenfusionssysteme hervorgehoben.
Die Electronic Frontier Foundation (**EFF**) hat Fälle von Polizeimissbrauch dokumentiert, darunter die gezielte Überwachung von Moscheen und die unverhältnismäßige Bereitstellung von ALPR-Technologie in einkommensschwachen Gebieten. Gerichtsunterlagen, die der EFF vorlagen, zeigten, dass ein Sheriff-Stellvertreter in Texas das Netzwerk von Flock nutzte, um eine Frau zu verfolgen, die eine Abtreibung hatte.
Hajar Hammado, Senior Policy Advisor bei Demand Progress, glaubt, dass der Änderungsantrag Perry-García notwendig ist, um den Aufstieg einer „Massenüberwachungsdystopie“ einzudämmen.
### Rechtliche Anfechtungen
Das Institute for Justice hat eine Sammelklage gegen die Stadt San Jose, Kalifornien, eingereicht, in der behauptet wird, dass ihr ALPR-Kameranetzwerk die Rechte der Einwohner gemäß dem Vierten Verfassungszusatz verletzt.