US-Repräsentantenhaus genehmigt befristete Verlängerung von FISA Abschnitt 702 inmitten von Datenschutzbedenken
Das US-Repräsentantenhaus hat nach intensiven Debatten und einem gescheiterten Versuch einer längeren Neugenehmigung knapp eine kurzfristige Verlängerung des umstrittenen Überwachungsbefugnisses Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) genehmigt. Dies unterstreicht tiefe Meinungsverschiedenheiten über Datenschutz und die Überwachungsbefugnisse der Regierung.
Das Repräsentantenhaus verabschiedete am frühen Freitagmorgen ein befristetes Gesetz zur Verlängerung einer staatlichen Überwachungsbefugnis ohne Haftbefehl um 10 Tage, nachdem eine Lobbykampagne der Trump-Regierung gescheitert war.
Das Ergebnis ist eine Niederlage für Präsident Donald Trump und die republikanischen Führer im Repräsentantenhaus, die trotz bekannter Meinungsverschiedenheiten unter ihren republikanischen Kollegen eine „saubere“ 18-monatige Neugenehmigung von Abschnitt 702 des **Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA)** vorangetrieben hatten.
## Abschnitt 702 unter der Lupe
Das Programm erlaubt der Geheimdienstgemeinschaft, die Kommunikation ausländischer Ziele ohne Haftbefehl zu sammeln. Es erfasst auch persönliche Daten einer unbekannten Anzahl von Amerikanern. Das Programm, das vor über einem Jahrzehnt vom ehemaligen **National Security Agency**-Auftragnehmer **Edward Snowden** aufgedeckt wurde, wurde zuletzt 2024 erneuert.
Nach tagelangen Gesprächen mit Hardliner-Konservativen über zusätzliche Datenschutzmaßnahmen und die Einführung einer Form von Haftbefehlspflicht versuchte der Sprecher des Repräsentantenhauses, **Mike Johnson** (R-LA), eine fünfjährige Verlängerung mit geringfügigen Änderungen zur Abstimmung zu stellen. Der Antrag wurde abgelehnt, und 20 Republikaner blockierten in einer separaten Abstimmung eine 18-monatige Verlängerung.
Schließlich genehmigten die Abgeordneten die kurzfristige Verlängerung, um mehr Zeit für Verhandlungen zu ermöglichen.
Das Gesetz wurde am späten Freitagmorgen im Senat per Abstimmung ohne namentliche Nennung genehmigt. Es geht nun zur Unterschrift des Präsidenten, wenige Tage vor der Frist am 20. April zur Erneuerung der Spionagebefugnis.
Das Weiße Haus und führende Kongressverbündete führten vor der Verabschiedung eine Last-Minute-Lobbykampagne. Trump veröffentlichte mehrere Social-Media-Beiträge, in denen er die Republikaner aufforderte, sich bei der Neugenehmigung „zusammenzuhalten“.
„Tatsache ist, ob man FISA mag oder nicht, es ist für unser Militär äußerst wichtig“, sagte Trump am Dienstag in einem Beitrag.
## Datenschutzbedenken und zukünftige Debatten
Datenschutzbefürworter beider Parteien betrachteten die Debatte im Repräsentantenhaus als die beste Chance, eine Haftbefehlspflicht in die ausländische Abhörbefugnis aufzunehmen. Einige strebten auch eine Begrenzung der Nutzung von Internet-Datenbrokern durch die Regierung an, die große Mengen an online gesammelten persönlichen Informationen verkaufen. Kritiker argumentieren, dass diese Praxis gegen die Verfassung verstößt.
Die Regierung informierte den Kongress letzten Monat, dass das nationale Geheimgericht das Überwachungsprogramm für ein weiteres Jahr verlängert hatte. Die jährliche Neuzertifizierung bedeutet, dass die **NSA** bis März 2027 weiterhin elektronische Kommunikation sammeln kann, selbst wenn die Gesetzgeber die Satzung letztendlich nicht neu genehmigen.
