USA wirft China implizite Unterstützung von Cyber-Betrugsoperationen in Südostasien vor
Ein hochrangiger US-Beamter hat der chinesischen Regierung vorgeworfen, Cyber-Betrugs-Compounds, die von chinesischen kriminellen Syndikaten in Südostasien betrieben werden, stillschweigend zu unterstützen. Diese Operationen kosten Amerikaner angeblich jährlich Milliarden. Die Anschuldigungen unterstreichen ein komplexes Zusammenspiel zwischen staatlichen Interessen, kriminellen Aktivitäten und internationalen Strafverfolgungsbemühungen.
# USA werfen China Komplizenschaft bei Cyber-Betrug in Südostasien vor
Während einer kürzlichen Anhörung des Joint Economic Committee im Kongress hat **Reva Price**, Kommissarin der U.S.-China Economic and Security Review Commission, die Volksrepublik China direkt mit der Verbreitung von Cyber-Betrugszentren in ganz Südostasien in Verbindung gebracht. Price argumentierte, dass **Peking** wichtige Akteure, die an diesen Betrugsoperationen beteiligt sind, stillschweigend unterstützt habe.
## Vorwürfe der staatlichen Komplizenschaft
Price erklärte, dass die chinesische Regierung angeblich staatliche Gelder mit den Erträgen aus diesen illegalen Aktivitäten vermischt und Bedenken hinsichtlich der Betrugszentren genutzt habe, um ihren Einfluss auf die Strafverfolgung in Ländern wie Kambodscha, Laos, Myanmar und Thailand auszuweiten. Während **China** öffentlich eine harte Haltung gegen die Anführer von Betrugs-Compounds eingenommen und sogar zwei Familien wegen ihrer Beteiligung in Myanmar zum Tode verurteilt hat, deutet Price's Untersuchung auf eine nuanciertere Realität hin.
## Die Verbindung zur Belt and Road Initiative
Nach einer Reise nach Kambodscha deckten Price und andere Kommissionsmitglieder beunruhigende Verbindungen zwischen den Gewinnen der Betrugszentren und **Chinas** Belt and Road Initiative auf. Chinesische kriminelle Syndikate investieren angeblich in Projekte, die mit der Initiative verbunden sind, neben chinesischen Staatsunternehmen. Darüber hinaus scheinen einige kriminelle Anführer eine bevorzugte Behandlung für die Förderung von Botschaften erhalten zu haben, die mit den Prioritäten der Kommunistischen Partei Chinas übereinstimmen.
Insbesondere nannte Price **Yatai New City** in Myanmars Shwe Kokko, ein Entwicklungsprojekt, das von chinesischen Regierungsbeamten stark beworben und von mehreren staatlichen Unternehmen gebaut wurde, das sich anschließend zu einem wichtigen Zentrum für chinesische Online-Betrugs-Syndikate entwickelte.
## Der Fall "Broken Tooth" Wan Kuok-Koi
Price hob den Fall von **Wan Kuok-Koi**, auch bekannt als "Broken-Tooth", einem ehemaligen Triadenführer hervor, der sich nach 14 Jahren Haft als patriotischer, pro-KPCh-Geschäftsmann neu erfunden hat. Obwohl er seit 2020 unter dem Global Magnitsky Act sanktioniert ist, hat **China** angeblich keine Maßnahmen gegen seine Betrugszentren ergriffen, was eine Duldung krimineller Gruppen nahelegt, die seine Agenda unterstützen.
## Verlagerung der Ziele: Von chinesischen zu amerikanischen Opfern
Anfänglich war **Chinas** Vorgehen gegen Betrugszentren durch die gezielte Ansprache chinesischer Bürger motiviert. Price behauptet jedoch, dass die Verhaftungen selektiv waren und sich auf Operationen konzentrierten, die chinesische Bürger ins Visier nahmen, während diejenigen, die Ausländer schädigten, fortgesetzt werden konnten. Dies hat chinesische Betrugs-Syndikate dazu angeregt, Amerikaner ins Visier zu nehmen, was zu einem Anstieg der Verluste in den Vereinigten Staaten um 40 % im Jahr 2024 führte, während die Verluste in China um etwa 30 % zurückgingen.
Price bemerkte auch das alarmierende Aufkommen von kleinskaligen Betrugsoperationen innerhalb Chinas selbst, bei denen die Täter "Foreign Butchering" betreiben und nur Ausländer ins Visier nehmen, in dem Glauben, dass "Chinesen keine Chinesen betrügen".
## Auswirkungen und internationale Reichweite
Das Ausmaß dieser Cyber-Betrugs-Compounds ist erstaunlich. Schätzungen zufolge generieren Operationen in Myanmar, Kambodscha und Laos jährlich rund 44 Milliarden US-Dollar, was 40 % des kombinierten BIP dieser Länder entspricht. **China** hat angeblich die internationale Besorgnis über diese Krise genutzt, um seine Kontrolle über diese Länder zu stärken und seinen Strafverfolgungsapparat lokal zu verankern.
**Peking** hat Länder unter Druck gesetzt, chinesischen Sicherheitskräften eine größere Rolle zu gewähren, und hat erfolgreich Sicherheitsabkommen mit Laos und Kambodscha in den Jahren 2023 und 2024 ausgehandelt. Im vergangenen Jahr erlaubte **Thailand** auch chinesischen Strafverfolgungsbeamten die Teilnahme an Razzien gegen Betrugszentren, eine Praxis, die es jahrelang abgelehnt hatte.
## Herausforderungen bei der Strafverfolgung
Der stellvertretende stellvertretende Direktor des **FBI**, **Gregory Heeb**, räumte die Herausforderungen ein, denen sich die amerikanische Strafverfolgung bei der Bekämpfung dieser Betrugszentren gegenübersieht, und betonte ihre Abhängigkeit von der Kooperation ausländischer Regierungen. Während das **FBI** in Indien und Thailand Erfolge erzielt hat, bleibt der Zugang zu den höheren Ebenen dieser Operationen in anderen Ländern problematisch.
## Mögliche Lösungen und Maßnahmen des Kongresses
Senatorin **Maggie Hassan** (D-N.H.) betonte die Notwendigkeit, den Druck auf China zu erhöhen, um das Problem der Cyber-Betrugszentren anzugehen, und zog Parallelen zu den Bemühungen zur Bekämpfung von Fentanyl-Vorläufern. Sie hob auch die Bedeutung eines zentralisierten Systems zur Meldung von Betrugsfällen hervor, da viele Opfer unsicher sind, wo sie Betrug melden sollen, und oft keine Antwort erhalten.
Weitere mögliche Lösungen sind die Rechenschaftspflicht von Technologieunternehmen, die Regulierung von KI zur Verhinderung von Betrugsanrufen und die Verpflichtung von Kryptowährungsunternehmen, Transaktionen zu verlangsamen, um die Wiederbeschaffung von Geldern zu erleichtern. Ein Belohnungsprogramm für Kryptowährungs-Tracing-Unternehmen, die gestohlene Gelder identifizieren und beschlagnahmen, wurde ebenfalls vorgeschlagen.