Utah's neues Gesetz zielt auf VPNs: Ein Schlag gegen die digitale Privatsphäre?
Utah wird der erste Bundesstaat sein, der die Nutzung von VPNs ins Visier nimmt, um Altersverifizierungsanforderungen durchzusetzen. Kritiker argumentieren, dass dieser Schritt die Rechte auf digitale Privatsphäre untergräbt und einen gefährlichen Präzedenzfall für die Internetregulierung schafft.
Seit Jahren ist das Muster klar: Altersverifizierungsanforderungen führen zu einem Anstieg der Nutzung von **Virtual Private Network (VPN)**, da Nutzer versuchen, ihre Privatsphäre zu wahren. Anstatt diese Anforderungen zu überdenken, zielen die Gesetzgeber in Utah nun auf VPNs selbst ab.
Nächste Woche, am 6. Mai 2026, wird Utah ein Gesetz in Kraft treten, das die Nutzung von VPNs zur Umgehung von Altersverifizierungs-Gates ins Visier nimmt. Während ähnliche Bestimmungen in Staaten wie **Wisconsin** erfolgreich angefochten wurden, schreitet Utah mit Maßnahmen voran, die die digitale Privatsphäre erheblich beeinträchtigen könnten.
## Was das Gesetz bewirkt
Die "Online Age Verification Amendments" oder **Senate Bill 73 (SB 73)** wurde am 19. März 2026 von Gouverneur **Spencer Cox** unterzeichnet. Während sich das Gesetz hauptsächlich auf eine 2%ige Steuer auf Einnahmen aus Online-Inhalten für Erwachsene konzentriert, ist der Abschnitt zur Regulierung des VPN-Zugangs von unmittelbarer Bedeutung.
### Die VPN-Bestimmungen
Abschnitt 14 des Gesetzes ändert die bestehenden Gesetze von Utah auf zwei wesentliche Weise:
1. **Regulierung basierend auf dem physischen Standort:** Das Gesetz betrachtet eine Person als Nutzer einer Website von Utah aus, wenn sie sich physisch dort befindet, unabhängig von der VPN-Nutzung.
2. **Verbot der Weitergabe von VPN-Anweisungen:** Kommerzielle Unternehmen, die Inhalte hosten, die als "schädlich für Minderjährige" eingestuft werden, dürfen die Nutzung von VPNs zur Umgehung von Alterskontrollen nicht erleichtern.
Dies schafft eine "Haftungsfalle" für Websites. Wenn eine Website den wahren Standort eines VPN-Nutzers nicht zuverlässig erkennen kann, könnte das rechtliche Risiko sie zwingen, entweder alle bekannten VPN-IPs zu sperren oder eine Altersverifizierung für jeden Besucher weltweit zu verlangen.
## "Don't Ask, Don't Tell"
Im Gegensatz zum Vorschlag in **Wisconsin** verbietet **SB 73** VPNs nicht ausdrücklich. Stattdessen entmutigt es deren Nutzung durch Haftung und indem es Websites daran hindert, Informationen darüber weiterzugeben. Dies wirft Bedenken hinsichtlich des First Amendment auf, da es Plattformen daran hindert, wahrheitsgemäße Informationen über ein rechtmäßiges Datenschutztool bereitzustellen.
Unter einem "Don't Ask, Don't Tell"-Durchsetzungsansatz müssen Websites wahrscheinlich nur dann das Alter überprüfen, wenn sie wissen, dass ein Nutzer sich in Utah befindet und ein VPN verwendet. Die umfassendere Verpflichtung zur Überwachung von VPNs bleibt jedoch unklar.
### Technische Machbarkeit
Das Blockieren aller bekannten VPN- und Proxy-IP-Adressen ist eine ständige Herausforderung. Anbieter fügen ständig neue IPs hinzu, und es existiert keine umfassende Sperrliste. Die Einhaltung der Anforderungen von Utah wäre technisch nicht machbar.
Das Internet ist darauf ausgelegt, Zensur zu umgehen. Wenn Utah kommerzielle VPN-Anbieter behindert, werden Nutzer wahrscheinlich zu nicht-kommerziellen Proxys oder privaten Tunneln wechseln. Der Kollateralschaden wird Unternehmen, Journalisten und Missbrauchsopfer betreffen, die für die Datensicherheit auf VPNs angewiesen sind.
## Unbekanntes Terrain
Gesetzgeber haben gesehen, dass Altersverifizierungsanforderungen scheitern, und zielen nun auf Datenschutztools ab. Wie das **Cato Institute** feststellt, ist die Bekämpfung von VPNs zur Durchsetzung dieser Regime ein schädlicher Ansatz.
Angriffe auf VPNs sind Angriffe auf die digitale Privatsphäre. Regulierungsbehörden in Ländern wie dem **Vereinigten Königreich** und **Frankreich** erwägen ebenfalls VPN-Beschränkungen. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes betreten wir unbekanntes Terrain, wo Gesetzgeber, die Sicherheitstools missverstehen, die Zukunft des Internets gestalten.