Virginia unterzeichnet Gesetz zum Verbot des Verkaufs präziser Geodaten
Virginia hat ein neues Gesetz verabschiedet, das den Verkauf präziser Geodaten seiner Bürger verbietet. Dies stellt einen bedeutenden Schritt zum Schutz der Privatsphäre auf bundesstaatlicher Ebene dar. Die Gesetzgebung zielt darauf ab, zu verhindern, dass Datenbroker die Standorte von Einzelpersonen ermitteln können, und adressiert Bedenken hinsichtlich Stalking, Betrug und gezielter Werbung.
Der Gouverneur von Virginia hat ein Gesetz unterzeichnet, das den Verkauf präziser Geodaten von Bürgern verbietet. Dies signalisiert eine wachsende Dynamik für solche Gesetzgebungen auf bundesstaatlicher Ebene.
### Details zum Verbot von Geodaten
Die Gesetzgebung verbietet den Verkauf von Geodaten innerhalb eines Radius von 1.750 Fuß (ca. 533 Meter). Dieser Puffer soll verhindern, dass Datenbroker ermitteln können, wo Verbraucher leben, arbeiten oder sich aufhalten. Der Gesetzentwurf, der als Änderung des bestehenden umfassenden Datenschutzgesetzes von Virginia verabschiedet wurde, erhielt einstimmige parteiübergreifende Unterstützung in der Legislative des Bundesstaates und tritt am 1. Juli in Kraft.
**Maryland** und **Oregon** haben bereits ähnliche Gesetze. Mehrere andere Bundesstaaten, darunter **Kalifornien**, **Connecticut**, **Massachusetts** und **Vermont**, erwägen eigene Verbote.
### Expertenkommentar
„Die einstimmige, parteiübergreifende Unterstützung Virginias für [dieses Gesetz] ist nur ein weiterer Indikator für die wachsende Dynamik für strengere Regeln für Standortdaten auf bundesstaatlicher Ebene“, sagte **Matt Schwartz**, Politikanalyst bei **Consumer Reports**, per E-Mail. „Diese Schutzmaßnahmen sind entscheidend, insbesondere in einer Zeit, in der das Risiko von Stalking, individuellen Betrügereien und unerwünschter Zielscheibe noch nie so deutlich war.“
### Bedenken hinsichtlich der Datennutzung
Datenbroker, die präzise Geoinformationen verkaufen, stehen unter verstärkter Beobachtung. Berichte haben hervorgehoben, wie diese Daten verwendet wurden, um die Standorte von Beamten der nationalen Sicherheit und Personen zu verfolgen, die Abtreibungskliniken besuchten.
Im Februar 2024 deckte Senator **Ron Wyden** (D-OR) auf, dass seine Mitarbeiter Beweise dafür gefunden hatten, dass eine Anti-Abtreibungs-Organisation mobile Standortdaten nutzte, um Fehlinformationen an Bürger zu richten, die etwa 600 reproduktive Gesundheitskliniken in 48 Bundesstaaten besuchten.
### Maßnahmen der FTC
Die **Federal Trade Commission (FTC)** hat unter der Regierung **Biden** Durchsetzungsmaßnahmen gegen Unternehmen ergriffen, die Standortdaten verkaufen. Die **Trump FTC** hat jedoch keine neuen Fälle verfolgt.
Im Februar unterstützte die Trump FTC eine vorgeschlagene Einigung mit dem Geodatenbroker **Kochava** in einem Fall, der von der Biden-Regierung eingereicht wurde. Die Details der Beschwerde der FTC gegen Kochava wurden im November 2023 veröffentlicht und zeigten, dass der Datenbroker nahezu Echtzeit-Geodaten innerhalb von 10 Metern von Verbrauchern zusammen mit ihrem Jahreseinkommen, ihrer App-Nutzung und ihren mobilen Gerätekennungen verkaufte.
Die Behörde warf Kochava vor, mit seinen Praktiken gegen Abschnitt 5 des **FTC Act** verstoßen zu haben, der unfaire und irreführende Praktiken verbietet.

