X fordert FTC-Datenschutzverordnung heraus: Ein Test für den Datenschutz in der Ära Musk
Die **Federal Trade Commission (FTC)** überprüft eine Vergleichsvereinbarung aus dem Jahr 2022 mit **Twitter** (jetzt **X**), die das Unternehmen mit 150 Millionen US-Dollar bestrafte, weil es Nutzer-Sicherheitsdaten für gezielte Werbung missbräuchlich verwendet hatte. **X** hat bei der **FTC** beantragt, die Anordnung zu ändern oder aufzuheben, mit der Begründung, dass das ursprüngliche Unternehmen nicht mehr existiere, die neue Führung robuste Datenschutzprogramme implementiert habe und die aktuellen Bedingungen unnötige Kosten verursachten.
Die **Federal Trade Commission (FTC)** gab am Mittwoch bekannt, dass sie prüft, ob eine Vergleichsvereinbarung aus dem Jahr 2022 mit **Twitter**, das nun als **X** neu gebrandet wurde, geändert oder vollständig aufgehoben werden soll.
Der ursprüngliche Vergleich ergab sich aus dem Vorwurf, dass **Twitter** Daten zur Kontosicherheit, wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen, die für die Zwei-Faktor-Authentifizierung bereitgestellt wurden, zur Unterstützung seines gezielten Werbegeschäfts nutzte.
### Der ursprüngliche Vergleich und die Vorwürfe
Im Mai 2022 kündigten die **FTC** und das Justizministerium einen Vergleich über 150 Millionen US-Dollar mit **Twitter** an, zusammen mit einem Verbot für das Unternehmen, von dem die **FTC** als "missbräuchlich gesammelte Daten" bezeichnete, zu profitieren. Die Behörde behauptete, dass die Praktiken von **Twitter** eine Anordnung aus dem Jahr 2011 verletzt hätten, die dem Unternehmen untersagte, seine Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen falsch darzustellen.
"**Twitter** hat Daten von Nutzern unter dem Vorwand erhalten, sie für Sicherheitszwecke zu nutzen, und sie dann auch zur gezielten Ansprache von Nutzern mit Werbung verwendet", erklärte die **FTC**-Vorsitzende **Lina Khan** damals. "Diese Praxis betraf mehr als 140 Millionen **Twitter**-Nutzer und steigerte **Twitters** Haupteinnahmequelle."
### X's Petition und Argumente
**X**, das im Oktober 2022 unter die Eigentümerschaft von **Elon Musk** kam und 2023 neu gebrandet wurde, hat bei der **FTC** eine Petition eingereicht, in der argumentiert wird, dass die Vergleichsbedingungen unfair und nicht mehr relevant seien. Laut der Aufforderung der **FTC** zu öffentlichen Kommentaren argumentiert **X**, dass die Anordnung gegen ein Unternehmen erlassen wurde, das "nicht mehr existiert", dass die für den angeblichen Plan verantwortlichen Mitarbeiter nicht mehr bei **X** tätig seien und dass das Unternehmen seitdem ein "weltklasse"-Programm für Datenschutz und Datensicherheit etabliert habe.
Darüber hinaus argumentiert **X**, dass die Anordnung "keinen gültigen regulatorischen Zweck mehr erfüllt und Millionen von Dollar an unnötigen Kosten verursacht, um Verpflichtungen und Schutzmaßnahmen zu erfüllen, die bereits durch in- und ausländische Datenschutzregelungen und branchenweit anerkannte Rahmenwerke, denen **X** Corp. folgt, gefordert werden", wie in der [Pressemitteilung](https://www.ftc.gov/news-events/news/press-releases/2026/06/ftc-seeks-comment-x-corp-petition-set-aside-or-modify-ftc-order-concerning-twitter) der **FTC** dargelegt wird. Der Tech-Gigant behauptet auch, dass die Aufhebung der Anordnung mit den Grundsätzen des Ersten Verfassungszusatzes übereinstimme und "entscheidend für die Förderung der amerikanischen Führung im Bereich der künstlichen Intelligenz" sei.
### Öffentliche Kommentierungsfrist läuft
Die **FTC** hat die Öffentlichkeit aufgefordert, Kommentare dazu abzugeben, ob die Anordnung geändert oder aufgehoben werden soll. Diese Frist für öffentliche Kommentare läuft bis zum 2. Juli, danach wird die Behörde über die nächsten Schritte entscheiden. Diese Entscheidung könnte erhebliche Auswirkungen darauf haben, wie Aufsichtsbehörden Datenschutzvereinbarungen durchsetzen, insbesondere wenn Unternehmen größere Eigentümerwechsel und Rebrandings durchlaufen.